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ÄGYPTEN: Antike Totenstadt gefunden

Archäologen haben eine über 2500 Jahre alte Totenstadt ausgegraben. Sie fanden 40 Sarkophage, 1000 Statuetten, Schmuck – und eine Botschaft aus dem Jenseits.
Martin Gehlen, Tunis
Krüge aus Alabaster (oben), 1000 Statuetten (links) und Sarkophage aus Holz und Stein sind unter anderem bei Ausgrabungen nahe der Stadt Minia entdeckt worden. (Bilder: EPA/Imago (Ägypten, 24./25. Februar 2018))

Krüge aus Alabaster (oben), 1000 Statuetten (links) und Sarkophage aus Holz und Stein sind unter anderem bei Ausgrabungen nahe der Stadt Minia entdeckt worden. (Bilder: EPA/Imago (Ägypten, 24./25. Februar 2018))

Martin Gehlen, Tunis

Stolz und Freude standen Ägyptens Antikenminister Kaled al-Enany ins Gesicht geschrieben. Eigens ein halbes Dutzend Glasvitrinen hatte er mitten in der Wüste aufstellen lassen, um seine frisch entdeckten Schätze in voller Pracht präsentieren zu ­können. «Wir werden dem Nahen Osten eine neue archäolo­gische Attraktion hinzufügen», versprach er den Hunderten von Gästen, die nach Oberägypten gekommen waren, um unter dem Schutz bunter Sonnentücher ihre antiken Vorfahren zu bestaunen.

Im Dezember 2017 entdeckten Ägyptens Ausgräber nahe der Stadt Minia eine über 2500 Jahre alte Totenstadt, die Grablegen zahlreicher Priesterfamilien enthält. 40 mit Namen beschriftete Sarkophage aus Stein legten die Wissenschafter frei, hinzu kamen 1000 Statuetten, Alabastergefässe, Keramik und Schmuck. «Das ist erst der Anfang. Wir brauchen mindestens fünf Jahre, um sämtliche Nekropolen dieses Friedhofs zu erforschen», erklärte Kaled al-Enany. Acht weitere Gräberfelder sind schon ausgemacht, wahrscheinlich gibt es noch wesentlich mehr.

Mit Perlen und Bronze dekorierte Mumie

Oberhaupt einer der Familien war der Hohepriester Djehuty-­Irdy-Es, der für den Gott Thot ­zuständig war. Seine noch vorhandene Mumie ist dekoriert mit blauen und roten Perlen sowie vergoldeten Bronzeplatten, die die geflügelte Himmelsgöttin Nut zeigen. Kurz vor Neujahr stiessen die Forscher auf ein Amulett mit der Inschrift «Frohes Neues Jahr» – «ein wunderbarer Zufall und eine Botschaft für uns aus dem Jenseits», freute sich Chefausgräber und Kairos Antiken­direktor Mostafa Waziri.

Zwei Drittel des historischen Erbes, so schätzte einmal Waziris Vorgänger Zahi Hawass, liegen noch unangetastet in ägyptischer Erde. Und so setzen die Ausgräber auch in Luxor und Kairo auf weitere spektakuläre Erfolge. Denn zum einen braucht die reich gesegnete Nation am Nil dringend mehr Touristen. Zum anderen lenkt das Entdeckerglück ab von der beispiellosen Repression durch das Regime von Abdel Fattah al-Sisi. Mit 8,3 Millionen Besuchern war das vergangene Jahr 2017 nach dem Niedergang von 2011 das bisher beste, auch wenn nach wie vor kein Vergleich mit den 14,7 Millionen unter Hosni Mubarak. Und so will Ägypten in den nächsten Jahren vor allem mehr Ausländer nach Kairo locken, wo mit den Pyramiden das einzige noch verbliebene Weltwunder der Antike steht.

Neues Milliarden-Museum als Touristenmagnet

Keine zwei Kilometer Luftlinie entfernt entsteht das Grosse Ägyptische Museum, ein 1-Milliarde-Euro-Gigant, der zu einem Touristenmagnet mit Weltgeltung werden soll. Ende 2018 wird er nach 15 Jahren Bauzeit endlich seine Tore öffnen. In der ersten Phase sind nur die Galerien des Tutanchamun mit Blick auf die Pyramiden zugänglich. Sämtliche 5600 Fundstücke aus der weltberühmten Grabkammer sind hier zu bewundern. Ende 2022 sollen dann auch alle übrigen 45 000 Kostbarkeiten der altägyptischen Geschichte an ihrem Platz sein.

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