ALTDORF: «Ich, der Neger» - das Buch ist getauft

Die Biografie von Urs Althaus «Ich, der Neger» ist getauft: Am Freitagabend war in Altdorf feierliche Buchvernissage.

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Bruder Gerold Zenoni vom Kloster Einsiedeln, Urs Althaus und Verlegerin Gaby Baumann-von Arx (von links). (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Bruder Gerold Zenoni vom Kloster Einsiedeln, Urs Althaus und Verlegerin Gaby Baumann-von Arx (von links). (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Althaus, der als männliches Model bekannt wurde und heute Schauspieler ist, ist in Altdorf aufgewachsen. Als Manager der «Elite»-Modelagentur entdeckte er unter anderen das Urner Model Sarina Arnold, die wegen Grippe an der Vernissage absagen musste. 200 Gäste fanden sich im Saal des Hotels Goldenen Schlüssel ein. TV-Star Frank Baumann, einst Schulkollege von Urs Althaus und Ehemann von Verlegerin Gabriella Baumann-von Arx, moderierte, Autor Helmut-Maria Glogger las Passagen aus dem Buch, das sich mitunter mit Rassismus auseinandersetzt, vor.

Haben prominente Gäste an der Vernissage selber schon Rassismus erlebt? «Ja, aber in etwas umgekehrter Form», erzählte Ex-Politstar Franz Steinegger. «In der TV-'Arena' brauchte ich im Zusammenhang mit der Umweltkatastrophe im Jahr 1999 den gängigen Begriff 'sonst bin ich der Neger'. Daraufhin wurde ich im Kanton Zürich wegen Rassismus angezeigt», erzählte Steinegger. «Ich wurde dann vom Gericht zwar etwas gerügt, aber frei gesprochen.»

Selber Beispiel sein?
Ebenfalls im Kanton Zürich, im Wartsaal des Zürcher Hauptbahnhofes, wurde Bruder Gerold Zenoni vom Kloster Einsiedeln «ziemlich heftig und bös verbal attaktiert», nur weil er eine Kutte trug. «Das war aber ein einmaliges Erlebnis», erzählte Zenoni, der übrigens am 10. November sein eigenes Buch «Persönlichkeiten und das Stift Einsiedeln» herausgibt. Was tun gegen Rassismus? «Am besten ist es, wenn man selber ein Beispiel ist. Auf die eigene Haltung kommt es an.» Recht hat er. 

André Häfliger