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ASTRONOMIE: Am Donnerstag war der kürzeste Tag des Jahres

Wenn die Wintersonnenwende stattfindet, kommt es auf der Nordhalbkugel zum kürzesten Tag des Jahres. Dieser markiert den astronomischen Winteranfang. Ab Freitag werden die Tage bis zur Sommersonnenwende nach und nach wieder länger.
Keine Ahnung was diese Morgenstimmung für heute verspricht, es ist 08.20 Uhr und ich weiss es wirklich nicht. (Bild: Leserbild Margrith Imhof-Röthlin (Meggen, 21. Dezember 2017))

Keine Ahnung was diese Morgenstimmung für heute verspricht, es ist 08.20 Uhr und ich weiss es wirklich nicht. (Bild: Leserbild Margrith Imhof-Röthlin (Meggen, 21. Dezember 2017))

Am 21. Dezember 2017 ist auf der Nordhalbkugel astronomischer und kalendarischer Winteranfang. Dies ist nördlich des Äquators der Tag mit den wenigsten Stunden Tageslicht zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Deswegen wird dieser Tag auch der «kürzeste» Tag des Jahres genannt. In Mitteleuropa gab es am Donnerstag etwa acht Stunden Tageslicht.

Bei der sogenannten Wintersonnenwende steht die Sonne am südlichsten Punkt innerhalb des Jahresverlaufs. Der Punkt liegt 23,5 Grad südlich des Äquators. Da die Sonnenbahn dann die meiste Zeit unterhalb des Horizonts liegt, gibt es auf der Nordhalbkugel wenig Licht. Je weiter nördlich vom Äquator entfernt ein Ort liegt, desto kürzer ist die Zeit mit Tageslicht. Nach der Wintersonnenwende steigt die Sonne respektive deren Sonnenbahn wieder in Richtung des Äquators. Es bleibt jeden Tag ein bisschen länger hell bis zur Sommersonnenwende rund ein halbes Jahr später.

Der exakte Zeitpunkt der Sonnenwenden verändert sich von Jahr zu Jahr etwas. Grund dafür ist, dass die Erde für die Sonnenumrundung rund 6 Stunden mehr benötigt als die für ein Jahr kalendarisch festgelegten 365 Tage. Deswegen taucht auch alle vier Jahre der 29. Februar als Schalttag im Kalender auf. Die Wintersonnenwende kann daher am 21. oder am 22. Dezember stattfinden. Im Jahr 2017 hat die Wintersonnenwende am 21. Dezember um 17.28 Uhr mitteleuropäischer Zeit stattgefunden.

Licht und Wandel als Grund zum Feiern

Heutzutage fiebern sonnenhungrige Menschen dem 21. Dezember als Wendepunkt entgegen und freuen sich auf mehr Tageslicht in der darauffolgenden Zeit. Das besondere Ereignis der Wintersonnenwende war seit jeher schon Grund für Mythen und Riten. Zahlreiche Kulturen ehrten dann ihre Götter. Die Römer beispielsweise feierten die Geburt des Mithras, der Personifizierung der Sonne.

Die genaue Entstehung und Herkunft der heutigen Bräuche ist Gegenstand von wissenschaftlichen Diskussionen. Mit der Zeit haben sich verschiedene Bräuche und Riten vermischt, wurden getrennt oder zusammengelegt oder an neuen Daten zelebriert. Dazu beigetragen haben die Vermischung von Kulturen, Religionen und Anpassungen des Kalenders. Fest steht, dass noch heute Bräuche lebendig sind, die das Licht oder den Umbruch feiern. Deren Ursprung wird deshalb in den Riten rund um die Wintersonnenwende vermutet.

In der Schweiz wird Weihnachten als Fest des Lichtes bezeichnet, in Nordeuropa zählen die Julfeste dazu, Muslime zelebrieren die Yalda-Nacht. Im englischen Wiltshire bei Stonehenge, wo hohe Steine in Kreisformation stehen, treffen sich die Menschen, um mit dem ersten Sonnenstrahl nach der Wintersonnenwende ein Fest zu starten. Ob der Steinkreis zu diesem Zweck aufgebaut wurde, können Archäologen aber nicht mit Sicherheit sagen.

Meteorologie und Phänologie bestimmen Winteranfang anders

Neben dem astronomischen Winteranfang gibt es auch den meteorologischen und den phänologischen Winteranfang. Die Phänologie befasst sich mit dem Einfluss des Klimas und der Witterung auf die Entwicklung von Pflanzen und Tieren.

Aus meteorologischer Sicht ist der Winteranfang immer am 1. Dezember. Der phänologische Winteranfang hingegen variiert. Er wird je nach Verhalten der Tiere und dem Entwicklungsstand der Pflanzen bestimmt. Bei dieser Methode wird der Winteranfang nicht vorhergesagt, sondern im Nachhinein bestimmt und kann von Ort zu Ort verschieden sein.

Der Winter endet aus Sicht der Meteorologie am 28. oder 29. Februar. Im März beginnt also der Frühling. Aus phänologischer Sicht beginnt der Frühling, wenn die ersten Blumen, beispielsweise die Schneeglöckchen, blühen.

Verbreitete Irrtümer in Bezug auf den kürzesten Tag des Jahres

  • Falsch: Am kürzesten Tag des Jahres geht die Sonne am spätesten auf und am frühesten wieder unter.
  • Richtig: Der kürzeste Tag des Jahres liegt in der Mitte zwischen dem Tag mit dem spätesten Sonnenaufgang und dem Tag mit dem frühesten Sonnenuntergang.
  • Falsch: Zum Zeitpunkt der Wintersonnenwende ist der Abstand von der Sonne zur Erde am kürzesten.
  • Richtig: Den kürzesten Abstand zur Sonne erreicht die Erde jeweils Anfang Januar, also rund zwei Wochen nach der Wintersonnenwende.

Sandra Peter

sandra.peter@luzernerzeitung.ch

In Wiltshire in England feierten am Freitag rund 5000 Menschen die Wintersonnenwende beim Monument Stonehenge. Die Feierlichkeiten starten jeweils mit dem ersten Sonnenstrahl am Morgen nach der Wintersonnenwende. (Bild: Neil Hall / Keystone (Wiltshire, 22. Dezember 2017))

In Wiltshire in England feierten am Freitag rund 5000 Menschen die Wintersonnenwende beim Monument Stonehenge. Die Feierlichkeiten starten jeweils mit dem ersten Sonnenstrahl am Morgen nach der Wintersonnenwende. (Bild: Neil Hall / Keystone (Wiltshire, 22. Dezember 2017))

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