Aus für den schönsten Schweizer

Sendeschluss für die schönsten Männer des Landes: Das Schweizer Fernsehen kippt die Mister-Schweiz-Wahl aus dem Programm.

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Die Mister Schweiz Organisation versuchte in diesem Jahr zwar noch, der Wahlsendung einen Hauch Casting-Show zu verleihen. Doch auch Oben-ohne-Klimmzüge, Heimwerker-Wettstreit und ein Schweiz-Quiz konnten die bröckelnden Marktanteile nicht mehr retten.

Nur noch 26,3 Prozent der Fernsehzuschauer wollten am 2. April dabei zusehen, wie der Frauenfelder Luca Ruch zum schönsten Mann der Schweiz gekürt wurde - für das Schweizer Fernsehen eindeutig zu wenig für eine Samstagabendproduktion.

Wie SRF am Mittwoch mitteilte, werde das Schweizer Fernsehen künftig auf die Ausstrahlung verzichten. Die Wahl des schönsten Schweizers war seit 2005 zur besten Sendezeit am Samstagabend im Programm. Der Marktanteil - also der Anteil Fernsehzuschauer, die sich für die Wahl entschieden - nahm in den letzten Jahren aber deutlich ab. Im Jahr 2008 betrug er noch 31,4 Prozent, im Jahr darauf bereits nur noch 30,9 Prozent. 2010 erreichte die Sendung noch 27,7 Prozent.

Das Westschweizer Fernsehen RTS verzichtete bereits in diesem Jahr auf die Ausstrahlung. RSI zeigte die Wahl nur noch auf dem zweiten Programm und wollte sich zudem nicht mehr an der Produktion beteiligen, verzichtete somit auf die Austragung im Tessin.

Castingshow statt Wahlsendung

Bei der Mister Schweiz Organisation gibt man sich trotz Sendeschluss beim öffentlich-rechtlichen Sender optimistisch: «Die Mister-Schweiz-Wahl wird weitergehen», sagte deren Leiter Urs Brülisauer auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Man sei bereits in Gesprächen mit Privat-Sendern. Spruchreif sei aber noch nichts.

Weshalb immer mehr Zuschauer bei den schönen Männern wegsehen, kann sich Brülisauer nicht erklären. Bevor die Mister-Wahlen auf einem Privatsender weiter ausgestrahlt werden, will er aber auf jeden Fall «das Format auffrischen». Eine Möglichkeit bestünde beispielsweise darin, die Wahl zur Castingshow weiterzuentwickeln.

sda