AUTO-SALON: «Autobranche muss Firlefanz weglassen»

Gipfeltreffen am Dienstag in Genf: Zwei Tage vor der Publikumser­öffnung des 79. Auto-Salons traf der Krienser Salonvater Ruedi Huser den dreifachen Ostschweizer Schwingerkönig Jörg Abderhalden.

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Der dreifache Schwingerkönig Jörg Abderhalden (links) mit dem Luzerner Ex-Salon-Generaldirektor Ruedi Huser. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Der dreifache Schwingerkönig Jörg Abderhalden (links) mit dem Luzerner Ex-Salon-Generaldirektor Ruedi Huser. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Nach einem Rundgang waren sich auf dem Subaru-Stand beide einig: «Die Autos werden immer kleiner und energieeffizienter. Aber die Auswahlpalette ist zum Glück gleich gross geblieben.»

Jörg Abderhalden ist mit seiner Ehefrau Andrea angereist. Ende Mai erwartet sie ihr drittes Kind. «Das wäre dann im gleichen Sternzeichen wie ich», schmunzelte «Zwilling» Ruedi Huser, dessen Töchter Dominique und Sonia ebenfalls in diesem Sternzeichen geboren wurden. «Am 17. Juni, beide am gleichen Tag, wurden sie geboren», erzählte Huser.

Von Ruedi Huser, den viele immer noch «le grand Rodolphe» nennen, ist auch Abderhalden beeindruckt: «Er steht hier vor einem ganz tollen Lebenswerk.» In der Tat hat Huser in Genf eine Weltklasseleistung vollbracht: «Sein» Salon gehört neben Detroit, Frankfurt, Paris und Tokio noch immer zu den fünftwichtigsten Salons der Welt. «Und der Quadratmeterpreis ist für die Aussteller immer noch der günstigste der Welt», hält Huser fest.

Begonnen hatte Huser, der seine kaufmännische Lehre bei Bell in Kriens ein Jahr vor Sportreporterlegende Sepp Renggli abschloss, 1962 als erster Salon-Sekretär. Damals noch mit acht Angestellten und 320'000 Besuchern in den alten Genfer «Plain Palais»-Halle mitten in der Stadt.

Bereits zwei Jahre später wurde er Salondirektor und beendete seine Karriere im Jahr 2000: Mit 157 Angestellten und 750'000 Besuchern in den Palexpo-Hallen beim Cointrin-Flughafen. «Früher gab es viel mehr Automarken als heute», erinnert er sich an den grössten Unterschied. «Heute sind die Stände viel grösser geworden. Und der Aufwand auch, wenn man etwa bedenkt, dass alleine 800 Tonnen Beleuchtungsmaterial oben an den Ständen hängen.»

Pink und Schwarzenegger
Die Krise spüre man «noch nicht» direkt. Einzig General Motors habe kurzfristig seinen Stand um die «Hälfte der Fläche» halbiert. Die «grosse Frage» bleibe, was nächstes Jahr sei. Bei anhaltender Krise seien «markante Einschnitte» unausweichlich. Der Weg aus der Krise? Huser: «Die Branche muss sich wie damals während der Erdölkrise auf das Wesentliche konzentrieren und allen Firlefanz einfach weglassen.» Standhaft, wie er ist, sagte es der bald 77-jährige Patron – und lässt sich weder von Sängerin Pink bei VW noch von Gouverneur Arnold Schwarzenegger, der heute zu Audi kommt, beirren ?

André Häfliger, Genf