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BADESICHERHEIT: Wasser birgt viele Gefahren

Badibesuche machen viel Spass. Schwimmen ist sportlich und gesund. Es will aber gelernt sein, und gerade Kinder und Jugendliche sollten am und im Wasser nie zu übermütig werden.
Susanne Holz
Grosse Temperaturunterschiede machen dem Körper zu schaffen. Deshalb vor dem Sprung ins kalte Wasser am besten noch mal unter die Dusche gehen. (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone (Genfersee, 9. Juli 2016))

Grosse Temperaturunterschiede machen dem Körper zu schaffen. Deshalb vor dem Sprung ins kalte Wasser am besten noch mal unter die Dusche gehen. (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone (Genfersee, 9. Juli 2016))

Susanne Holz

Baden im Sommer ist eine super Sache. Aber aufgepasst: Jedes Jahr ertrinken in der Schweiz rund 50 Menschen. 80 Prozent dieser Todesopfer sind männlich, und von diesen 80 Prozent war ein Drittel zwischen zwölf und 30 Jahre alt.

Bei Kindern ist Ertrinken nach wie vor die zweithäufigste Todesursache – nach dem Tod durch Verkehrsunfälle. Vier Kinder bis zu zwölf Jahre sind 2016 in der Schweiz ertrunken, 2015 waren es fünf, 2014 drei, 2013 sechs, 2012 vier, 2011 vier und 2010 drei. Philipp Bina­ghi, Leiter Kommunikation bei der Geschäftsstelle der SLRG, weiss: «90 Prozent der Unfälle ereignen sich in offenen Gewässern – zu gleichen Teilen in Flüssen wie in Seen.» In den Badis mit professioneller Badeaufsicht passiere sehr viel weniger. Stichwort Fluss. Derzeit macht in der Schweiz ein Biber von sich reden, der im Rhein in Schaffhausen an einem beliebten Badeplatz einen achtjährigen Buben und eine erwachsene Frau gebissen hat. Ein aussergewöhnliches Ereignis, aber die Behörden haben nun darauf reagiert und Warntafeln aufgestellt. Der Bub und die Frau müssen ein Antibiotikum einnehmen, um sich vor einer Infektion zu schützen, die ­Biber übertragen können.

Schwimmflügeli bieten keine Sicherheit

Natürlich muss man sich in der Regel nicht vor Bibern fürchten, badet man in Fluss oder See. «Über Tiere mache ich mir weniger Gedanken», sagt deshalb auch Philipp Binaghi. Aber wo ist vor allem Vorsicht geboten? Das fragen wir ihn, den Experten.

Der Mann von der SLRG betont: «Extrem wichtig ist, Kinder und Kleinkinder nie unbeaufsichtigt am und im Wasser zu lassen. Ein Kleinkind muss sogar immer in Griffnähe sein.» Denn: «Ein Kleinkind kann in einer zehn Zentimeter tiefen Pfütze ertrinken. Sein Schwerpunkt liegt auf dem Kopf, und diesen kann das Kleinkind noch nicht selber aufrichten.» Philipp Binaghi weiss zudem: «Ein Kleinkind kann innert 20 Sekunden ertrinken. Weil seine Organe kleiner sind und weniger lang ohne Luft auskommen.»

Und er klärt über einen weit verbreiteten Trugschluss auf: «Schwimm­flügeli, aufblasbare Einhörner oder auch aufblasbare Bojen bieten keine Sicherheit. Wirft man beispielsweise ein Kind mit Schwimmflügeli ins Wasser, dann kann das Kind untergehen, und die Flügeli können losgelöst an der Oberfläche treiben.» Allgemein gelte: «Schwimm­flügeli halten nicht gut, führen zu einer Fehl­lage im Wasser, und Schwimmen lernen damit ist auch schwierig, da der Schwerpunkt in der Mitte zwischen den Flügeli durchhängt.» Besser sei eine Schwimmweste: Diese lasse sich am Körper fixieren und habe Auftriebskörper, die nicht mit Luft gefüllt sind, sondern aufgrund ihres Materials Auftrieb geben.

Binaghi rät zu einem Blick auf die Website der SLRG, wo unter «Prävention» und «Mit Sicherheit mehr Wasserspass» wertvolle Tipps aufgelistet sind. So auch eine Warnung vor Schwellen und den daraus entstehenden Wasserwalzen in Flüssen, aus denen man sich selbst nicht mehr befreien kann. Und wer sich so richtig fit fürs Wasser und für die Hilfe in diesem machen will, dem empfiehlt er das Jugendbrevet der SLRG. Kindern von zehn bis zwölf biete sich hier ein Einstieg in die Rettungstechnik und die Welt des Rettungsschwimmens.

Hinweis

Infos zum Schwimmen und die dazugehörige Sicherheit gibt es auf der Website der SLRG unter www.slrg.ch. Dort findet man auch Infos zum Jugendbrevet.

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