BÄRTELIESSEN: Schmid: «Luzerner Fasnacht ist rüüdig schön!»

Grosse Ehre für die Luzerner Zunft zu Safran: Zwei Tage nach seinem 62. Geburtstag war alt Bundesrat Samuel Schmid am Samstag in Luzern Ehrengast am traditionellen Bärteliessen.

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Die Fritschifamilie, Thomas, Ruth, Daniel und Sandra Schärli, zeigt Ehrengast Samuel Schmid die original Luzerner Fritschipastete, das Kernstück des Bärteliessens. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Die Fritschifamilie, Thomas, Ruth, Daniel und Sandra Schärli, zeigt Ehrengast Samuel Schmid die original Luzerner Fritschipastete, das Kernstück des Bärteliessens. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Samuel Schmid war am Samstag in Luzern Ehrengast am traditionellen Bärteliessen, der offiziellen Inthronisation von Fritschivater Thomas Schärli und Fritschimutter Ruth Fischer Schärli. Gutgelaunt gesellte sich der ehemalige Magistrat zu den vielen Gästen und genoss bei minus 4 Grad die Herzlichkeit und Wärme der Luzerner Vorfasnacht.

Ist er selber denn auch ein Fasnächtler? «Als Berner natürlich weniger, aber als Student habe ich oft und gerne Schnitzelbänke geschrieben und vorgetragen», erklärte Schmid, der sich von der Fritschifamilie vor dem Essen auch die original Luzerner Fritschipastete zeigen liess. «Von der Luzerner Fasnacht habe ich aber schon sehr viel gehört. Jetzt weiss ich: Sie ist wirklich rüüdig schön!» Und wie hat er seine erste Woche als ehemaliger Bundesrat erlebt? «Nun, ich hatte noch gar keinen freien Tag», sagte Schmid. «Selbst an meinem Geburtstag nicht, den ich aber doch grösstenteils gemütlich zu Hause feierte.»

In schönen Kostümen waren auch Sandra (10) und Daniel (8) Schärli, die beiden Kinder des Fritschipaares, am Bärteliessen dabei und fuhren mit ihren Eltern sowie Zunftweibel Ruedi von Werdt auch in der Pferdekutsche mit. «Es war die ganze Zeit etwas los, Wahnsinn», freuten sie sich unisono. Den gleichen Eindruck nahmen auch Esther und Bernard Kobler mit. «Diese schöne Traditionen gehören einfach zu unserer wunderschönen Stadt», freute sich der CEO der Luzerner Kantonalbank.

Theiler im «Massengrab»
Turnusgemäss aus dem Zunftrat rausgeflogen ist jetzt der frühere Zunftmeister Georges Theiler. Der FDP-Nationalrat durfte zum Abschied seinen Mit-Vorgängern eine Trinkrunde spendieren. «Ins Massengrab fallen nennen wir das innerhalb der Zunft», schmunzelte Theiler. Seine Nachfolger Kurt W. Meyer und Philipp Gmür sowie der amtierende Zunftmeister Thomas Schärli, dessen Vater Alfred Schärliübrigens 1971 ebenfalls Zunftmeister war, gehören jetzt noch dem Zunftrat an.

Original Fritschipastete
Für alle war es ein schöner, sehr langer Samstag. Der grosse Tag hatte schon am Morgen beim ersten Treff im «Old Swiss House» begonnen. Angeführt von der stolzen Feldmusik Luzern gab's dann ein erster Umzug durch die Altstadt in den «Wilden Mann», wo das Fritschipaar und ihre Gäste Auguren und Darbietungen von zahlreichen Fasnachts-Formationen empfingen. Um 16 Uhr zog dann, nach den heftigen Salutschüssen der Grenadiere, der ganze Tross ins KLL Luzern, wo das eigentliche Bärteliessen mit verschiedenen Ansprachen erstmals stattfand. Kernstück des Essens war traditionsgemäss die Luzerner Fritschipastete, die ganz original nach dem Rezept des Restaurant «Lapin» zubereitet wird.

André Häfliger

Das Zisch-Video des Umzuges der Zunft zu Safran: