BARBARA GANZ: Ein Neuanfang nach der zweiten Scheidung

Es war wieder einmal Zeit für eine Veränderung im Leben: Vor einem Jahr hat Barbara Ganz ihre Zelte in der Zentralschweiz abgebrochen und ist in ihre engere Heimat, dem Zürcher Oberland, zurückgekehrt.

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Ex-Radrennfahrerin Barbara Ganz in ihrer Massage-Praxis in Winterthur. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Ex-Radrennfahrerin Barbara Ganz in ihrer Massage-Praxis in Winterthur. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

In Winterthur hat die ehemalige Radrennfahrerin Barbara Ganz mit insgesamt sieben WM-Medaillen im Bahnfahren (4 Mal Silber, 3 Mal Bronze) zusammen mit einer Kollegin ihre eigene Massage-Praxis eröffnet. Ebenfalls seit einem Jahr arbeitet die gelernte Radio- und Fernsehverkäuferin zudem in Niederuster (ZH) im Rad-Shop des Glarner Sixdays-Mitveranstalters und Ex-RadrennprofisUrs Freuler. «Auf diesen zwei Standbeinen fühle ich mich wohl und bin rundum glücklich», strahlt die 45-jährige Ex-Spitzensportlerin, die 1994 ihre Profikarriere nach 14 Jahren beendet hatte.

Auch damals, vor 16 Jahren, war die Zeit Reif für eine grosse Lebensveränderung: Unterstützt von ihrem Ex-Ehemann und Masseur Joe Erdin liess sich «Baba» Ganz in Thun bei «Bodyfeet» als medizinische Masseurin ausbilden, fasste in ihrem Beruf schnell Fuss und bildete sich in diversen Massage-Fachrichtungen, etwa in den «Emotional Freedom Techniques» EFT, auch immer wieder weiter. Nach ihrer Ausbildung war Barbara Ganz im Hallenbad in Geroldswil (ZH) sowie in ihren eigenen Praxen in Einsiedeln und in der Stadt Zürich tätig.

Comingout vor 10 Jahren 
In der Zentralschweiz führte Barbara Ganz, die sich nach ihrem viel beachteten Comingout im Vorfeld der «Eurogames» 2000 in Zürich während vieler Jahre an vorderer Front für die Rechte für lesbische und schwule Menschen einsetzte, die Beziehung mit ihrer damaligen Partnerin. Diese heiratete die Anfang 2007 in Oberägeri standesamtlich. Das ging aber nur zwei Jahre gut. «Vor einem Jahr ist meine zweite Ehe auseinander gegangen, auch diese in aller Freundschaft», erzählt Barbara Ganz, die inzwischen wieder «glücklich in einer Partnerschaft mit einer Frau» lebt.

Lächeln als Markenzeichen 
Sie sagt es mit dem Ausdruck im Gesicht, das ihr Markenzeichen ist: Ihr so herzliches, so warmherziges Lächeln, das sie als berühmte, aber immer ganz bescheidene Rennfahrerin jahrelang zum «Schätzchen der Nation» gemacht hat. Ihre Bemühungen, Körper und Seele in Einklang zu bringen, lebt Barbara Ganz, die viele andere Berühmtheiten schon als Vorbild bezeichnet haben, immer noch vor. «Dieser Einklang ist wichtig», erklärt sie ihre vorbildliche Lebensphilosophie, die sie in ihren mitunter auch stark meditativ geprägten, auch mit Gesprächen geführten Massagen weiter vermittelt. «Denn unsere Seelen sind irgendeinmal in einen Körper gekommen. Und irgendeinmal verlassen sie diesen Körper auch wieder. So simpel, aber auch so essentiell, ist das im Leben.»

Wieder mehr Velo fahren 
Bei ihren ganzheitlichen Entspannungsmassagen gehe es denn auch in erste Linie darum, die Einheit von Körper und Seele der Menschen herzustellen. «Gerade in Zeiten von Krisen, die unsere Welt verändern, oder bei Belastungen wie Burnout und Stress geht es darum, Menschen körperlich fit zu machen, sie auf spirituellem Weg aber auch emotional zu stärken und Ängste abzubauen», erklärt Barbara Ganz. Hat sie ihre Velos eigentlich ganz an den berüchtigten Nagel gehängt? «Nein, nein», schmunzelt sie. «Radfahren ist immer noch mein liebstes Hobby, das ich aber in den letzten Jahren etwas vernachlässigt habe. Doch nach dem kalten Winter habe ich mir vorgenommen, im Sommer wieder vermehrt auf den Velosattel zu steigen.» Welch ein guter Vorsatz, «Baba» Ganz!

André Häfliger, Winterthur