BEGEGNUNG: Willkommen in der Symphonie der Bilder!

Er hat Augen wie ein Sperber: Wenn Fotograf Heinz Steimann abdrückt, ist das Bild so lieblich wie ein Augenzwinkern. Und so stark wie Federers und Nadals Aufschlag zusammen.

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Der rasende Olympiafotograf: Hein Steimann aus Luzern. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Der rasende Olympiafotograf: Hein Steimann aus Luzern. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Heinz Steimann ist 62-jährig, ein alter, schlauer und immer aufgestellter Fuchs in der Branche. Hat viel zu erzählen, kennt sich in der Leuchtenstadt aus wie kein Zweiter und ist freiberuflich tätig. Ein Urluzerner, der an Olympia in Peking für die «Luzerner Woche», für «Radio Sunshine», fürs «House of Switzerland» – und heute auch fürs Zisch – unterwegs ist. Wenn er seinen Laptop aufstartet, ist es wie wenn Claudio Abbado im KKL vor sein Orchester tritt: Willkommen in der Symphonie der Bilder!

Hoch über den zauberhaften Dächern?
Was fällt dem «Fotoauge Steimann» in Peking zuerst auf? «Die vielfältig gestalteten Dächer auf der ungeheuren Anzahl Wolkenkratzern», erzählt er. «Die Dächer sind wie Zwiebeltürme, Pagoden und zum Teil in richtigen Figuren wie Vögel oder Enten gestaltet. Die Hochhäuser prägen das Stadtbild eindeutig. Das schöne, gute, alte Peking ist praktisch verschwunden. Man muss den Charme der Altstadt richtiggehend suchen.» Und was hat ihn am meisten beeindruckt? Steimann: «Die beiden absolut genialen Olympia-Hauptstadien. Das 'Vogelnest', aber auch das gleich daneben stehende Aquatics-Center, sind architektonische Meisterleistungen. Die Allianz-Arena in München ist nichts dagegen.» Wow, das sagt ein eingefleischter FC Bayern-Fan, dessen Lieblingsfest jedes Jahr im Oktober in München steigt?

«Wie eine neue chinesische Mauer»
«Die Fassade des Aquatics-Centers kommt mir vor wie eine neue chinesische Mauer», stellt Steimann fest. Überhaupt, man könne jede Stunde wieder losziehen in die Stadt – und erlebe alles «wieder wie neu», so Steimann weiter. Und wenn er dunkel wird in Peking, bekomme man beim Spiel der Lichter, das in der ganzen Olympiastadt inszeniert wird, «richtiggehend Gänsehaut». Schmunzelnd fügt er an: «Ogi hat schon recht, wenn er sagt, die Chinesen seien die Weltmeister der Lichtspiele.» Besonders was da an den beiden Hauptstadien mit ständig wechselnden Farben abgehe, sei geradezu eine Parade sämtlicher Bilder von Van Gogh, Da Vinci und Erni. «Fehlt nur noch, dass mein Liebling Johnny Cash dazu loslegt», lacht Steimann herzhaft.

So, genug gesagt und geschrieben – jetzt viel Spass an Steimanns Bildgalerie nun auch noch mit Bildern der Abschlussfeier!

André Häfliger, Peking