BEGEGNUNGEN: Couchepins Glückwünsche, Ogis Handschlag

Jetzt sind auch die beiden höchsten Schweizer, welche an Olympia in Peking dabei sind, im Reich der Mitte eingetroffen: Bundespräsident Pascal Couchepin und sein früherer Amtskollege Adolf Ogi.

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Begrüsste alle Athleten persönlich: Alt Bundesrat Adolf Ogi drückt dem nachnominierten Springreiter Pius Schwizer die Hand. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Begrüsste alle Athleten persönlich: Alt Bundesrat Adolf Ogi drückt dem nachnominierten Springreiter Pius Schwizer die Hand. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Couchepin beendet in Peking seine Asienreise und Ogi kam mit einer 12-köpfigen Delegation des Swiss Economic Forum Thun, dessen Präsident er ist, aus Shanghai angeflogen. Beide trafen sich am Donnerstag beim offiziellen Fahnenaufzug des Schweizer Teams im Olympischen Dorf. Freudig begrüsste Ogi jedes helvetische Teammitglied mit Handschlag, respektvoll wünschte Couchepin allen viel Kraft und Glück: «Ich sehe, ihr seid alle bereit zu grossen Taten!»

Keine Lektionen an China
Davon ist auch Delegationsleiter Werner Augsburger«voll und ganz» überzeugt. Er bekam von Chen Zhili, der Bürgermeisterin des Olympischen Dorfes, einen kunstvoll dekorierten Teller geschenkt – und überbrachte ihr eine grosse Kuhglocke. Die Schweizer Delegation, zu der auch das Springreiten-Team aus Hongkong stiess, Roger Federer aber fehlte, war beim Fahnenaufzug die weitaus grösste: Daneben waren Schweden, Hongkong, sowie zwei Karibik-Inseln noch dabei. «Ja, ja, ich weiss schon, wo die Inseln liegen», schmunzelte Couchepin, der am (heutigen) Freitag bei Chinas Präsident Hu Jintao beim Frühstück ist und am Abend, wie auch Ogi, an der Eröffnungsfeier teilnimmt. «Die Gelegenheit ist hier glänzend, sich ständig mit hoch interessanten Leuten zu treffen», sagte der Bundespräsident, der als einziges Staatsoberhaupt offizieller Gast des IOC ist – und zwar wegen dem IOC-Sitz in Lausanne. «Aber wir Schweizer sind sicher nicht hier, um China Lektionen zu erteilen.»

Ogi: «4 bis 7 Medaillen»
Ogis Leute siegen heute, hiess es an den legendären Ogi-Spielen 1972 in Sapporo. Wie viele Medaillen werden denn Couchepins Leute hier holen? «Ich erwarte zwischen vier und sieben Schweizer Medaillen», erklärte Ogi. Konkret nennt er neben Roger Federer Radstar Fabian Cancellara, Marathon-As Viktor Röthlin, Segelcrack Flavio Marazzi, das Mountainbike-Team sowie Judo und Fechten als Überraschungsanwärter. «Schade finde ich, dass wir mit so wenig Leichtathleten da sind und im Schiessen keine führende Rolle mehr spielen», ergänzte Ogi. «Ich bin aber voller Hoffnung, dass etwa auch Flavia Rigamonti auftrumpfen kann.»

André Häfliger, Peking