BEGEGNUNGEN: Crawford: «Ich will doof aussehen dürfen»

Es hat schon immer Spass gemacht, sich mit Cindy Crawford zu unterhalten. Aber in Peking tut sie es so locker und cool, als sei dies eine olympische Disziplin.

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Gut gelaunt im Land der Mitte: US-Superstar Cindy Crawford in Peking. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Gut gelaunt im Land der Mitte: US-Superstar Cindy Crawford in Peking. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Der 42-jährige US-Superstar, der nach wie vor von Bodyguards bewacht wird, ist mit ihrem zweiten Ehemann, dem amerikanischen Nachtclubbesitzer Rande Gerber, ins Reich der Mitte gekommen. Auch die gemeinsamen Kinder sind dabei: Sohn Presley Walker mit seinen langen, strohblonden Haaren, ist bereits neun Jahre alt, Tochter Kaya Jordan wird im September sieben. «Ich selber bin zum vierten Mal hier in Peking», erzählt das Ex-Topmodel, das auch als Schauspielerin erfolgreich war. Crawford, die über eine Woche hier bleiben will, ist beeindruckt: «Es hat mich jetzt fast erschlagen, wie mächtig die Stadt gewachsen ist. Die Hochhäuser sind ja wie Pilze aus dem Boden geschossen.»

Raus aus Peking?

Ihren Kindern habe sie unter anderem den Platz des himmlischen Friedens, die chinesische Mauer, den alten Stadtteil aber auch das «grosse, weite und noch nicht so entwickelte Land» weit ausserhalb der Stadtgrenzen gezeigt. «Ich liebe die satte Natur, das Grün, die fantastischen Bäume und Seen da draussen», schwärmt sie. Dann schmunzelt sie: «Oh, natürlich bin ich auch in den Stadien anzutreffen, wir sind ja eine sehr sportbegeisterte Familie.»


?und rein in die Stadien

Alle zusammen hätten sich (wie US-Präsident Bush) etwa das Basketballspiel USA-China (101:70) angesehen – oder die Gold-Medaillen Nummer 4 und 5 hier des amerikanischen Schwimm-Überfliegers Michael Phelps. Selber betreibt Crawford viel Sport: «Joggen, Schwimmen, Radfahren, Surfen, Fitness mit Geräten und Golfen. Aber fragen sie mich bitte nicht, wie es meinem Handicap geht?» Die Frau, welche die Männer milliardenweise betört, gesteht: «Als ich 23 war, haben andere Frauen zu mir gesagt: 'Naja, sie hat ja noch keine Kinder'. Aber jetzt muss ich für meinen Körper und meine Figur, mit der ich übrigens sehr zufrieden bin, schon hart arbeiten.» Spannend, was sie da so sagt! 

Weiter, weiter?

? Crawford über Schönheit: «Ich will nicht ständig hübsch sein müssen. Ich will auch doof aussehen dürfen. Mit einem Pickel im Gesicht und viel Crème drüber. Die Erwartung, schön zu sein, nervt mich immer.»

??über Botox: «Crèmes verbessern die Hautbeschaffenheit. Aber um sie elastisch zu halten, kann ich mich nur auf Vitamin-Injektionen, Botox und Collagen verlassen. Und das schon seit 13 Jahren.» Crawford hat eine eigene Kosmetik-Linie, «Meaningful Beauty».

??über Naomi Campbell: «Sie ist halt wie eine kleine Diva. Sie hat aber auch ihre lustigen und netten Momente. Ich jedenfalls war noch nie bei ihr, als sie Sachen um sich geworfen hat.»

??über Omega: «Meine engste Verbindung zur Schweiz. Ich bin mit dieser Firma länger verheiratet als mit meinem Mann und werde mich nie von ihr scheiden lassen.» Crawford, die hier im Peking-Pavillon Fabian Cancellaras Medaillen berühren durfte, ist seit 1995 Omega-Botschafterin und seit zehn Jahren mit Rande Gerber verheiratet. Ihre Ehe mit Richard Gere wurde nach vier Jahren 1995 geschieden.

André Häfliger, Peking