BEGEGNUNGEN: Thurnheer und Hürzeler haben Olympia im Blut

Was haben Beni Thurnheer und Peter Hürzeler gemeinsam? Beides sind absolut «alte Olympiahasen», denn sie sind seit Innsbruck 1976, also seit 32 Jahren, an Olympischen Spielen dabei. Thurnheer als TV-Star, Hürzeler als «Urgestein» beim offiziellen Zeitmesser Omega (seit 1932) des Schweizer Hayek-Konzerns.

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TV-Star Bernard Thurnheer mit Yan Hui Huang, mit der er die Eröffnungs- und Schlusszeremonie kommentieren wird. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

TV-Star Bernard Thurnheer mit Yan Hui Huang, mit der er die Eröffnungs- und Schlusszeremonie kommentieren wird. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

«Beni National» wird auch in Peking den Auftakt und den Schlusspunkt setzten: Er wird die Eröffnungs- und Schlussfeier kommentieren, dazu das Kunstturnen mit unter anderen der Luzernerin Ariella Kaeslin.

Die Feiern wird Thurnheer mit der chinesischen Co-Kommentatorin Yan Hui Huang bestreiten. «Wir haben sie mehr zufällig ausgewählt, weil sie die Ehefrau eines China-Beraters unseres Teams ist», erzählte Thurnheer. «Und weil sie sich in Leben, Kultur und Geschichte in China ausgezeichnet auskennt.» Für das Schweizer Olympiateam hat sich Beni einen speziellen Glücksbringer ausgedacht. Der Luzerner Olympia-Chefarzt Beat Villiger entdeckte ihn: Es ist das rausrasierte Schweizer Kreuz hinten am Haar von Thurnheer?

Hayeks «Urgestein»
Glück kann hier trotz ausgeklügelter Weltklasse-Technik auch Peter Hürzeler gebrauchen. «Dem Zufall überlassen wir nie etwas», sagt er. «Aber etwas Glück im Leben brauchen wir schliesslich alle.» Hürzeler, früher aktiver Eishockeyaner beim EHC Biel, ist seit 1969 bei Omega dabei. Auch wenn er noch dieses Jahr seinen 70. Geburtstag feiert – Konzernchef Nick Hayek will auf sein «Urgestein» nicht verzichten. Und hat ihn sogar gebeten, auch in Vancouver 2010 und in London 2012 mitzumachen!

Fackelträger Hürzeler
Zu seinem runden Geburtstag hat Hayek seinem treuen Mitarbeiter eine ganz grosse Ehre zukommen lassen: Am 5. Juli durfte Hürzeler im ganz im Nordwesten Chinas die Olympische Fackel tragen. «Es waren zwar nur etwas über 60 Meter – aber ich war zutiefst bewegt», erzählte er. «Und ich küsste die Chinesin, die mir die Fackel übergab.» Womit er nicht rechnete: Der Chinese, dem Hürzeler nach dem kurzen, aber intensiven Lauf die Fackel übergab, küsste ihn dann auch? Hier im grossartigen Omega-Pavillon gleich neben dem Hauptstadion, dem «Vogelnest», ist Hürzeler besonders auf ein Objekt stolz: Das Messgerät «OPS 3», das er für seine ersten Spiele in Innsbruck noch selber mitentwickelte.

Donghua Li als Fernsehstar
Zurück zum Fernsehen. Gestern kam Donghua Li eine besondere Ehre zu: Er war Gast in der über einstündigen, wichtigsten Talksendung des Landes. «Das war eine grosse Freude für mich», erzählte Donghua. «Und eine gute Gelegenheit, mein zweites Heimatland und natürlich auch Luzern und die Zentralschweiz zu präsentieren.» Wie es sich für einen, der dieses Jahr auch einen runden Geburtstag (den 40.) feiert, demonstrierte Li vor den Gästen im Studio und Millionen am Fernsehen das, was seine Kernkompetenz ist: Das perfekte Turnen auf dem Pferdepauschen.

Schon 25'000 im Schweizer Haus
Dass es seine Kernkompetenz versteht, beweist hier auch das 183-köpfige Team des Schweizer Olympia-Gästehauses, das äusserst beliebt ist. Am Mittwochabend waren auch SRG-Generaldirektor Armin Walpen und Park-Hotel-Weggis-Direktor Peter Kämpfer erstmals da. «Nach sechs Tagen haben wir schon 25'000 Gäste registriert», durfte Hausdirektor Manuel Salchli von «Präsenz Schweiz» am Mittwoch stolz verkünden. Am Dienstag hatte er gute Nachrichten aus der Schweiz erhalten: Das Aussenministerium von Bundesrätin Micheline Calmy-Rey, dem «Präsenz Schweiz» untersteht, hat die nötig gewordene Budgeterweiterung von etwas über 500'000 Franken bewilligt. Damit beträgt das Budget das grössten «House of Switzerland», das es je an Olmpia gab (4000 Quadratmeter), jetzt gut fünf Millionen Franken. Zum Vergleich: Das Budget von Athen vor vier Jahren Betrug noch 1,2 Millionen, das von Turin vor zwei Jahren 1,9 Millionen.

André Häfliger, Peking