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BERGSPORT: Quote von Todesfällen auf Skitouren sinkt

Schwere Bergunglücke wie im Wallis mit sieben Toten sind selten. Tourengänger sind sicherer unterwegs als früher. Doch verunfallen sie, sind die Kosten hoch.
Bei einer Skitour ist der Schwyzer abgestürzt. (Symbolbild) (Bild: Keystone)

Bei einer Skitour ist der Schwyzer abgestürzt. (Symbolbild) (Bild: Keystone)

Das Drama an der Pigne d’Arolla in den Walliser Alpen hat die Schweiz betroffen gemacht: Nach einem Wetterumbruch wurden am vergangenen Wochenende 14 Skitourengänger eingeschneit. Sechs von ihnen verloren wegen Unterkühlung das Leben, ein erfahrener Bergführer stürzte ab. Die Opfer stammten aus Italien und Bulgarien. Welche Umstände zum schweren Unglück auf der beliebten Skitour Haute Route von Chamonix nach Zermatt geführt haben, ermittelt nun die Walliser Staatsanwaltschaft.

Das Drama erweckt den Eindruck, in den Schweizer Bergen steige die Risikobereitschaft. Das Gegenteil sei jedoch der Fall, sagt Pierre Mathey, Geschäftsführer des Schweizer Bergführerverbands. «Die Berggänger sind besser ausgerüstet und informiert als noch vor 15 Jahren», hat Mathey beobachtet. Zum Standard gehört heute weit mehr als die Lawinensuchausrüstung: Viele Tourengänger sind mit Helm unterwegs, Lawinenairbags sind weit verbreitet. Leichte und breite Skis kosten die Sportler weniger Kraft, sodass diese seltener stürzen.

Zudem lassen sich viele Wintersportler in Sicherheitsfragen ausbilden, konsultieren Karten und Wetter- und Lawinenberichte auf dem eigenen Mobiltelefon. «Heute stehen uns viel mehr und genauere Informationen zur Verfügung als früher», sagt Bergführer Mathey. Schliesslich sind auch die Rettungs- und Alarmierungsmöglichkeiten deutlich besser geworden. Bergführer etwa tragen Funkgeräte auf sich, welche grosse Teile der Alpen abdecken.

Zahl der Todesopfer ist stabil

Dies schlägt sich in den Unfallstatistiken der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) nieder. Obwohl die Zahl der Skitourengänger stark zugenommen haben dürfte, liegt die Zahl der Todesopfer abseits der Pisten seit ­Jahren bei durchschnittlich rund 26 Personen pro Jahr. Die meisten fallen jeweils Lawinen zum Opfer. Ein ähnliches Fazit zieht die Suva in Luzern. In einer Hochrechnung auf Anfrage dieser Zeitung kommt die Unfallversicherungsanstalt zum Schluss, dass jährlich rund 800 unfallversicherte Personen auf Skitouren verunfallen. Diese Zahl ist in den vergangenen fünf Jahren ziemlich konstant geblieben. Die effektive Zahl der Vorkommnisse in den Bergen dürfte indes einiges höher liegen, da die Suva-Statistik nur Personen erfasst, die in der Schweiz als Arbeitnehmer tätig und damit der obligatorischen Unfallversicherung angeschlossen sind.

Unfälle neben der Piste sind doppelt so teuer

Die Suva-Zahlen legen zudem nahe, dass Skitourengehen ein Sport mit einem erhöhten Verletzungsrisiko ist – nicht in erster Linie wegen Lawinen, sondern wegen Stürzen und anderer Missgeschicke. Die Unfälle kommen die Versicherungen teuer zu ­stehen: Im Durchschnitt ziehen diese seit dem Jahr 2000 durchschnittliche Behandlungs- und Heilungskosten von 10'000 bis 16'000 Franken nach sich. Das ist doppelt so viel wie bei Skiunfällen auf den Pisten und viermal so viel wie bei durchschnittlichen Sport- und Spielunfällen. «Die Höhe der Fallkosten weist auf eine überdurchschnittliche Schwere der Fälle hin», sagt ­Suva-Sprecherin Isabelle Fol.

In den Bergen können Unfälle rasch extreme Konsequenzen nach sich ziehen, wie sich auch beim Unfall im Wallis gezeigt hat. Die Haute Route gilt eigentlich als leichte Tour. Die 14 Verunfallten hatten jedoch das Pech, dass sie in einem Funkloch von ausserordentlich kaltem und stürmischem Wetter überrascht wurden.

Fabian Fellmann

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