BERN: Ueli Steck bezwingt Annapurna-Südwand

Der Extrembergsteiger Ueli Steck hat die Südwand des Annapurna bezwungen. Der Annapurna ist ein Achttausender im Himalaya in Nepal. Die Besteigung der Südwand gilt als extrem gefährlich.

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Ueli Steck hat die Annapurna-Wand bezwungen. (Bild: Adrian Baer / NZZ)

Ueli Steck hat die Annapurna-Wand bezwungen. (Bild: Adrian Baer / NZZ)

«Mission erfolgreich!» schrieb Stecks Team aus dem Basislager auf 4100 Metern Höhe auf dessen Website per SMS. Damit wurde eine Meldung der «Basler Zeitung» (BaZ) von Freitag bestätigt.

Steck befindet sich gemäss der SMS zusammen mit seinem kanadischen Begleiter Don Bowie bereits wieder auf dem Rückweg in die nepalesische Stadt Pokhara, 200 Kilometer westlich der Hauptstadt Kathmandu.

Dritter Versuch

Steck hat gemäss der BaZ die 2500 Meter hohe Annapurna-Südwand in der Nacht zum Donnerstag (MESZ) bezwungen. Unkar blieb, ob der Schweizer Extremalpinist alleine auf dem Gipfel war, wie mehrere Schweizer Medien berichteten. Er hatte bereits 2007 und 2008 versucht, den Annapurna durch die Südwand zu besteigen - ohne Erfolg. 2007 entging Steck nur knapp dem Bergtod, als er von einem Stein getroffen wurde und abstürzte.

2008 eilten Steck und der Walliser Simon Anthamatten dort zwei in Not geratenen Bergsteigern zu Hilfe. Einen konnten Sie retten, der Spanier Iñaki Ochoa de Olza jedoch verstarb, obwohl Steck ihn noch erreichte. Steck und Anthamatten wurden dafür 2008 mit dem Prix Courage der Zeitschrift «Beobachter» ausgezeichnet.

Nach Angaben von Stecks Website ist der Annapurna mit 8051 Metern der zehnthöchste Berg der Welt. Er werde dennoch weniger häufig bestiegen als andere Achttausender. Die Briten Dougal Haston und Don Willans bezwangen die Südwand im Mai 1970 zum ersten Mal, allerdings im Expeditionsstil mit Zwischenlagern.

Gefahr durch Lawinen

«Bis Ende 2008 haben nur 154 Bergsteiger den Gipfel erreicht. 60 Bergsteiger fanden den Tod, zwei Drittel von ihnen wurden Opfer von Lawinenabgängen», schreibt Steck.

Die Südwand wiederum gilt als extrem gefährlich, denn im Süden ist der Berg «durch keine weitere Bergkette begrenzt». Feuchte Luft treffe «ungehindert direkt an den Berg». Die Folge seien ständige Niederschläge.

«In einer solchen Wand können 10 Zentimeter Schnee katastrophale Auswirkungen haben. Lawinen erreichen eine Dimension, die man sich kaum vorstellen kann», schreibt der Emmentaler im Beschrieb seiner Expedition.

Zudem ist die Südwand der Sonne ausgesetzt, weshalb ständig Lawinen drohen, weil die Schneedecke aufgeweicht wird. Diese Gefahr sei während der Zeit des Nachmonsuns in Nepal weniger gross, schreibt Steck. Die Sonne habe etwas weniger Kraft.

sda