BERUFSJUBILÄUM: Zurfluh: «In zwei, drei Jahren ist Schluss!»

Seit 40 Jahren sitzt Kurt Zurfluh an den Mikrophonen von Radio und Fernsehen. Jetzt denkt der 60-jährige Luzerner ans Aufhören.

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40 Finger zum 40-Jahr-Berufsjübiläum: Fredy Waser, Trudy Bürgler, Brigitte Zimmermann und Alois Bühler (von links) vom Jodlerklub Weggis mit Mikrophon-Jubilar Kurt Zurfluh und seiner Lebenspartnerin Barbara Schilliger. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

40 Finger zum 40-Jahr-Berufsjübiläum: Fredy Waser, Trudy Bürgler, Brigitte Zimmermann und Alois Bühler (von links) vom Jodlerklub Weggis mit Mikrophon-Jubilar Kurt Zurfluh und seiner Lebenspartnerin Barbara Schilliger. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Wie beliebt der Mikro-Star ist, zeigte sich am Samstag in Weggis: Als sie vom Berufsjubiläum von Zurfluh hörten, gaben ihm vier Mitglieder des einheimischen Jodlerklubs spontan ein Ständchen. Stolz und freudig sagte danach Alois Bühler: «Das sind unsere ganz persönlichen Glückwünsche für einen ganz Grossen in unserer Szene.» Herzlich bedankte sich Zurfluh, der seit drei Jahren mit seiner Lebenspartnerin Barbara Schilliger in Weggis lebt: «Das hat mich sehr berührt!» Kein Wunder, denn just in Weggis schliesst sich für Zurfluh ein Lebenskreis: Hier hat sein grosses Vorbild Mäni Weber bis zu seinem Tod vor vier Jahren den Lebensabend verbracht.

Doch der Reihe nach. Am 1. März 1970 hat Kurt Zurfluh in Luzern seine erste Radiostelle angetreten. «Das war schon als Knabe mein einziger Berufswunsch. Ich wollte nie etwas anderes werden», erzählt Zurfluh. Mit 12 Jahren hatte er Mäni Weber einen Brief geschrieben und ihn gefragt, was er denn machen müsse, um Radiomann zu werden. «Mäni schrieb sofort zurück, sicherte mir seine Unterstützung zu und teilte mir noch ein paar Tipps mit», erinnert sich Zurfluh. Es sei im übrigen «alles andere als ein 'Schoggijob'», habe ihn Weber im Brief noch gewarnt. Es gäbe «extrem viel» Nacht- und Wochenend-Arbeit sowie «ganz wenig» Privatleben.

Wie in «Camillo&Peppone»
Das habe ihn «erst recht» angespornt, in seine «geliebte Medienwelt» einzutreten. Bereits nach seiner kaufmännischen Lehre war Zurfluh, in Brunnen geboren und aufgewachsen, als freier Journalist tätig. Ein halbes Jahr vor antritt seiner ersten Festanstellung beim Radio war er sogar sechs Monate lang Chefredaktor. Ganz alleine auf der Redaktion bei den Schwyzer Nachrichten mit dem Pfarrer von Einsiedeln, der für die Inserate zuständig war. «Als wir zusammen mit einem MG8-Cabrio mit offenem Dach zu unseren Inserenten fuhren, kam ich es mir immer vor wie in den legendären Filmen von Camillo und Peppone», schmunzelt Zurfluh.

Eine Bilderbuch-Karriere 
Mit Vollgas startete dann die Musterkarriere des ehemaligen Sonnyboys und langjährigen Porsche-Fahrers: Dank seines Förderers Tino Arnold, dem Gründer und Chef des DRS-Regionalstudios Innerschweiz. Er liess Zurfluh von Anfang an auch die Freiheit, fürs Fernsehen zu arbeiten. Das Radio sei bis heute seine «grosse Liebe» geblieben, betont Zurfluh. Schmunzelnd fügt er an: «Der Bildschirm war für mich immer so etwas wie eine Geliebte.» Eine, die ihn berühmt gemacht hat: In Sendungen wie «Sportkalender», «Sport am Wochenende», «Sportpanorama», «Heute Abend in?» und seit 15 Jahren «Hopp de Bäse!». Der legendäre Wysel Gyr hatte Zurfluh als seinen Nachfolger vorgeschlagen und ihn so in die Szene der Volksmusik geführt.

Der Rückzug ist eingeleitet 
Eine Ära, die sich jetzt dem Ende zuneigt. Zurfluh: «Ich habe meinen geordneten Rückzug eingeleitet und will vorzeitig in Pension gehen. In zwei, drei Jahren ist Schluss.» Und dann? «Dann werde ich sicher keine Entzugserscheinungen haben», lacht Zurfluh, der im schönen Weggis wohnhaft bleiben will. «Ich will noch viel Reisen, jassen, kochen, Velo- und Skifahren. Vielleicht beginne ich auch wieder als freier Journalist zu schreiben.» Glückauf, Kurt Zurfluh!

André Häfliger