Bewegende Hommage an Andy Hug

Am 24. August 2000 starb Kickbock-Star Andy Hug erst 36-jährig an Leukämie. Zehn Jahre nach seinem Tod wurde der Aargauer Kickbox-Star an der Budo-Gala in Basel mit einer emotionsvollen Hommage geehrt.

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Jean-Claude Van Damme erklärte dem Gala-Publikum verschiedene Kampfstellungen. (Bild Marcel Sauder)

Jean-Claude Van Damme erklärte dem Gala-Publikum verschiedene Kampfstellungen. (Bild Marcel Sauder)

Gegen Schluss der Show mit 350 Teilnehmern wurde es plötzlich still in der St. Jakobshalle. Auf Grossleinwänden wurden Bilder des unvergesslichen Schweizer Kampfsportlers gezeigt. Dann ertönte der Song, der die britische Sängerin und Komponistin Aino Laos eigens zu diesem Anlass geschrieben hat.

Singend nahm Laos die im Publikum sitzende Ilona Hug an die Hand und verneigte sich tief vor ihr. «Das war ein sehr bewegender Moment», sagte Andy Hugs Witwe später. «Auch die Anteilnahme und die vielen bewundernden Stimmen der Gäste haben mich sehr berührt.»

Schuhgrösse 45?
Ilona Hug war mit ihrem Sohn Seya sowie ihren Eltern Ruth und Weald Hornung aus Horw angereist. Die Innerschweizer Künstlerin und Designerin ist seit drei Jahren glücklich liiert mit Maurizio Jacobacci, dem Fussball-Trainer des SC Kriens (Rang 5 in der Challenge-League). «Mein Schatz geniesst gerade in Thailand seine wohl verdienten Ferien», erzählte die Luzernerin. Denkt sie nochmals ans Heiraten? «Nein», sagt Ilona Hug. «Maurizio und ich sind auch ohne Trauschein sehr glücklich. Zudem habe ich meine Kinderplanung abgeschlossen.»

Umso mehr stolz ist Ilona Hug auf ihren 15-jährigen Sohn, der in Kilchberg eine englische Schule besucht und einmal Schauspieler werden möchte. Seit sieben Jahren betreibt Seya, der mit 1,82 Meter schon grösser als seine Mutter ist und mit Schuhgrösse 45 bereits jene seines verstorbenen Vaters erreicht hat, den Kampfsport Taekwondo. «Mit Rugby habe ich jetzt auch angefangen», erzählte Seya. Mit seiner Mutter ist er sich einig: «Wir tragen Andy für immer in unseren Herzen.»

König der Herzen
Auch für den Star des Abends, der belgische Schauspieler Jean-Claude Van Damme, wird Andy Hug «für immer und ewig ein König der Herzen» sein, wie er sich gegenüber der Neuen Luzerner Zeitung ausdrückte. «Sein Wille zu kämpfen und zu siegen haben auch mich stark inspiriert. Er war ein echter Held und ich verneige mich noch heute vor ihm», sagte Actionstar Van Damme, der Hug gut kannte und mit ihm in Deutschland auch einige Show-Wettkämpfe bestritt, weiter. «Vor allem wegen seiner schon fast unheimlichen Präzision und seiner grossen Kampfeslust war Andy Hug für mich ein Vorbild», erklärte der aus China und Irland stammende Schauspieler und Wushu-Kämpfer Jon Foo.

Für den Schweizer Ex-Boxstar Stefan Angehrn ist klar: «Einen derart grossen Kickboxer wie Andy Hug wird die Schweiz wohl nie wieder haben. Er hat im Sport und auch im Showbiz eine grosse Lücke hinterlassen.»

Held in Japan
Extrembergsteigerin Evelyne Binsack erzählte ganz bewegt die Eindrücke ihres Lebenspartners Marcel, der kürzlich in Asien weilte: «In Japan wird Andy heute noch wie ein Held verehrt. So etwas zu hören, geht einem direkt ins Herz.» Auch für Schauspielerin Nadine Vinzens, die sich nach der Show mit Jean-Claude Van Damme im Gedränge des VIP-Bereichs kaum retten konnte, bleibt Andy Hug immer in bester Erinnerung.

«Ich weiss noch ganz genau, wie ich damals mitfieberte bei seinen grossartigen Kämpfen. Die Bewunderung von damals ist für die Ewigkeit bestimmt», erklärte die ehemalige Miss Schweiz aus Chur. Ihre Kollegin Anita Buri und ihr Freund, Beach-Soccerstar Stephan Meier, und auch Schauspieler Leonardo Nigro stimmten unisono zu: «Hug war deshalb so aussergewöhnlich, weil er sich seinen Erfolg ganz hart erarbeitet hat, so zum Held wurde, aber immer ein bescheidener, vorbildlicher Mensch geblieben ist.»

Nudeln-Werbeträger
Während der viel beachteten Hommage wurden bei Fabien Rohrer Erinnerungen an Japan wach. «Andy und ich haben uns in Japan, wo auch ich sehr viele Wettkämpfe bestritt, oft getroffen», erzählte der ehemalige Berner Snowboard-Star (Olympia-Vierter 1998 in Nagano). «Ich weiss noch ganz genau, als ich ihm ein Päckli Nudeln zeigte und zu ihm sagte: 'Hey, Andy, da bist du ja drauf abgebildet!' Ja, ja, hat er schmunzelnd geantwortet. Dieser Werbedeal sei gar nicht so übel gewesen.»

André Häfliger