BIEL: Noch acht Turnfest-Verletzte im Spital

Nach dem verheerenden Sturm sind am Eidgenössischen Turnfest in Biel die Wettkämpfe wieder aufgenommen worden. Die meisten Verletzten konnten die Spitäler verlassen.

sda
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Das Turnfest geht am Freitag weiter. (Bild: Keystone)

Das Turnfest geht am Freitag weiter. (Bild: Keystone)

Das örtliche Spital hat 37 der 39 Verletzten medizinisch versorgt. Eine schwerverletzte Person hatte nach Bern überführt werden müssen, wie die Spitalverantwortlichen am Freitag mitteilten. Insgesamt 30 Personen erlitten leichte Verletzungen, sechs Personen mittelschwere. Sie mussten zum Teil operiert werden.

Die Spitalverantwortlichen loben in ihrer Mitteilung die Zusammenarbeit der Einsatzdienste, Rettungskräfte und Ambulanzen. Alles habe sehr gut funktioniert.

Im Spitalzentrum Biel sei das für besondere Ereignisse vorgesehene Dispositiv ausgelöst worden. Über 60 zusätzliche Leute standen im Einsatz, darunter viele Ärzte und Pflegefachleute.

Das Eidgenössische Turnfest in Biel war am Donnerstagabend bereits zum zweiten Mal innerhalb einer Woche von einem schweren Unwetter heimgesucht worden. Beim ersten Sturm am 14. Juni hatte es lediglich drei Leichtverletzte gegeben.

Rettungsdienste, Polizei, Zivilschutz und private Helfer sowie ein Care-Team standen im Grosseinsatz. Laut Angaben des VBS vom Freitag leisteten zudem rund 180 Militärangehörige Hilfe. Sie unterstützten die Betreuung und Evakuierung von Verletzten und halfen die Nacht über bei den Aufräum- und Instandstellungsarbeiten.

Am Freitag wurden am Turnfest die Wettkämpfe wieder aufgenommen, wie Mediensprecherin Renate Good auf Anfrage sagte. Der Wettkampf, der am Donnerstag wegen des Sturms abgebrochen werden musste, soll am Sonntag nachgeholt werden.

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Die Sturmböen fegten offenbar um etwa 18 Uhr über das Festgelände des Eidgenössischen Turnfests. (Bild: Leser André Rochat)
Die Sanität war mit einem Grossaufgebot vor Ort, auch die Armee war im Einsatz. (Bild: Leser André Rochat)
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Umgestürztes Mobiliar am Turnfest in Biel. (Bild: Leser André Rochat)
Duillier VD bei Nyon. (Bild: Keystone)
Duillier VD bei Nyon. (Bild: Keystone)
Duillier VD bei Nyon. (Bild: Keystone)
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Coinsins VD bei Nyon (Bild: Keystone)

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Bedauern und Betroffenheit

Der bernische Regierungsrat ist betroffen von den Ereignissen vom Donnerstagabend. Die Kantonsregierung drückte den Betroffenen ihr Mitgefühl aus, wie sie in einer Mitteilung vom Freitag schreibt. Gleichzeitig dankte der Regierungsrat auch allen Rettungskräften für ihren grossen Einsatz.

Nationalratspräsidentin Maya Graf drückte am Freitagmorgen ihr Bedauern über die Folgen des Unwetters am Turnfest aus. Sie wünsche im Namen des Rates allen Verletzten rasche und gute Genesung, sagte Graf zu Beginn des letzten Sessionstages.

Den Organisatoren und den Turnerinnen und Turnern wünsche sie die Kraft, einen guten Abschluss des Turnfestes zu finden. Dieses sei von sehr viel Pech verfolgt gewesen.

Am Donnerstagabend wurde die Region von einer Gewitter-Superzelle heimgesucht. Sturmböen verwüsteten das Turnfestgelände. Insgesamt wurden 39 Personen verletzt, sechs davon schwer.

Über hundert Angehörige von Rettungsdiensten, Polizei, Armee und Zivilschutz und privaten Helfern sowie ein Care-Team standen im Grosseinsatz.

Es ist dies bereits das zweite Mal, dass das Turnfest von Sturmschäden überschattet wird. Bereits am Eröffnungsabend fegten Orkanböen über das Festgelände und richteten grossen Schaden an. Die Eröffnungsfeier musste verschoben werden. Damals wurden nur drei Personen leicht verletzt.

Die Organisatoren gaben damals an, sie hätten die Wetterlage verfolgt und sich auf die Prognosen von Meteoschweiz gestützt. Das Wetter sei aber kurz vor der Eröffnungsfeier noch gut gewesen, so dass man entschieden habe, die Feier nicht vorzeitig abzusagen.

Ähnliches war auch am Donnerstagabend von Turnfest-Direktor Fränk Hofer zu vernehmen. «Wir waren im Lagebüro und analysierten die Situation. Um 17.30 Uhr war das Wetter gut, um 17.45 Uhr war es gut, um 18 Uhr war es gut» - bis kurz nach 18 Uhr der Wind kam.

Erneut gab die Festleitung dann den Befehl zur Evakuation des Geländes. Hofer entschied, die Wettkämpfe abzusagen. Warum das OK ähnlich entschied, wie vor einer Woche, blieb letztlich aber offen.

Vom Meteorologischen her sei die Situation nicht zu vergleichen gewesen mit vergangenem Freitag, sagte Polizeichef Fabian Sauvain: Am Donnerstag habe ein Gewittersturm das Gelände heimgesucht, beim Sturm vor einer Woche sei es der berüchtigte Fallwind Jorat gewesen, der plötzlich unerwartet stark aufgedreht habe.