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BIOLOGISCHER RHYTHMUS: Wer auf die innere Uhr hört, kommt schneller voran

Warum machen Nachtmenschen besser abends Sport? Und warum fällt den «Eulen» die Umstellung auf die Sommerzeit schwerer als den «Lerchen»?

Bringt man mittags um zwei beim Joggen kaum die Füsse vom Boden, läuft aber abends um sieben fast mühelos seine Runden, dann ist man mit Sicherheit ein Nachtmensch – eine sogenannte «Eule». Man kommt erst ab dem Nachmittag so richtig in die Gänge, ist abends voll da und geht gerne spät ins Bett. Aufstehen würde man wohl, so man es könnte, nicht vor neun Uhr in der Früh. Die gute Nachricht für alle, die sich in diesen Zeilen wiederfinden: Hier ist nicht die Rede von licht- und arbeitsscheuen Hallodris, sondern von genetisch determinierten «Nachteulen» und Langschläfern.

Die schlechte Nachricht: Die Welt – gerade die im Norden – richtet sich nicht nach den ­«Eulen», sondern nach den «Lerchen». Schon Schulkinder müssen früh aus den Federn, obwohl man inzwischen weiss, dass ihre Aufnahmefähigkeit nach neun Uhr weit besser ist als zuvor. Und auch in der Arbeitswelt gilt meist: Früh aufstehen, produktiv sein an Vor- und Nachmittag, der Abend soll frei sein. Die «Lerchen» freut das natürlich: Sie sind morgens fit und abends müde.

«Lerchen» bringen morgens die beste Leistung

Dabei sollte es eigentlich allen Menschen möglich sein, nach ihrem biologischen Rhythmus zu leben. Christoph M. Flesch, Facharzt in Zug für Allgemeine Innere Medizin, Sportmedizin und Manuelle Medizin, sagt: «Da die Chronotypen ‹Eulen› und ‹Lerchen› genetisch vorgegeben sind, ist es nicht ratsam, längerfristig entgegen der eigenen Chronobiologie zu leben.» Dies gelte für berufliche wie sportliche Belange. Christoph M. Flesch weiter: «Lebt man ständig entgegen der inneren Uhr, kann das zu gerin­gerer Leistung, vermindertem Freudeempfinden und auch zu Krankheitsanfälligkeit führen, man denke an Infekte oder depressive Verstimmungen.»

Was sportliche Anstrengungen betrifft, rät der Mediziner: «‹Nachteulen› haben ihre beste Leistungsfähigkeit zu anderen Tageszeiten als ‹Lerchen›. Ihnen wird das Sporttreiben abends leichter fallen und mehr Freude bereiten als frühmorgens – vermutlich wird ein Fitnesszuwachs bei ihnen auch leichter am Abend zu erreichen sein.» Wichtig sei allerdings, den Sport nicht zu spät abends zu betreiben: «Denn durch ihn wird der gesamte Organismus aktiviert, was das anschliessende Einschlafen möglicherweise verzögert.»

Auch Marjella Spindler, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Schlafspezialistin an der KSM Klinik für Schlaf­medizin in Luzern, betont: «Die Leistungsfähigkeit des Menschen ist durch den circadianen Rhythmus (innerer Rhythmus mit einer Periodenlänge von 24 Stunden) bestimmt, und dieser wird durch die Uhren-Gene gesteuert. Diese Gene sind individuell unterschiedlich angelegt. So kann eine ‹Lerche› am Vormittag die beste Leistung bringen, eine ‹Eule› erst am späten Nachmittag, ca. zwischen 16 und 20 Uhr. Eine ‹Eule› sollte aber nicht noch später Leistungssport betreiben, weil sonst der Schlaf-Wach-Rhythmus deutlich verschoben werden könnte.»

Jugendliche sind meist «Eulen»

Die Schlafspezialistin weiss: «Jeder Mensch hat seinen eigenen Rhythmus. Es gibt Kurzschläfer und Langschläfer, Frühaufsteher und Nachtmenschen. Was auch vom Alter abhängig sein kann: ­Jugendliche zwischen 14 und ­ 20 Jahren sind meist ‹Eulen›, ­viele ältere Menschen hingegen sind eher ‹Lerchen›.»

Marjella Spindler: «Die in­nere Uhr im vorderen Teil des Hypothalamus ist auf einen ungefähren 24-Stunden-Takt programmiert und durch den Hell-Dunkel-Unterschied auch auf einen Schlaf-Wach-Rhythmus. So schläft man nachts im Dunkeln durch die Melatoninausschüttung und ist am Tag durch die Hemmung von Melatonin und die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol, sowie weiterer wachaktiver Stoffe, wach.»

Eine «Eule» zur «Lerche» umzupolen und umgekehrt, ist etwas schwierig. Bei der aktuellen Umstellung von Winter- auf Sommerzeit habe die «Eule» Mühe, wach zu werden, und könne abends aber nicht früher einschlafen – während für die «Lerche» eine Stunde früher aufzustehen kein Problem sei. Marjella Spindler rät allen «Eulen» trotzdem, aktuell etwas früher aufzustehen und sofort ans Tageslicht zu gehen, um in den Sommerzeitmodus zu finden.

Susanne Holz

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