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BOTSWANA: Mit Gruselhintern gegen Löwen

In Afrika sollen auf den Hintern gemalte Augen Rinder vor Löwenattacken schützen. Das erhoffen sich Forscher nach einem ersten Test.
Markus Schönherr, Kapstadt
Um Kuhherden vor Löwenangriffen zu schützen, stempeln Forscher in Botswana jetzt Augen auf die Allerwertesten der Rinder. (Bild Neil Jordan)

Um Kuhherden vor Löwenangriffen zu schützen, stempeln Forscher in Botswana jetzt Augen auf die Allerwertesten der Rinder. (Bild Neil Jordan)

Markus Schönherr, Kapstadt

Wissenschaftler im südlichen Afrika wollen eine ungewöhnliche Methode entdeckt haben, um Kuhherden vor hungrigen Löwen zu schützen: Sie bemalen die Allerwertesten der Rinder mit einem Augenpaar. Diese preisgünstige Technik sei nicht nur «extrem viel versprechend», so die Forscher gegenüber dem südafrikanischen Nachrichtenportal News24 – sie könne auch den weit verbreiteten Mensch-Wildtier-Konflikten vorbeugen. Lässt sich der König der Tiere tatsächlich von strengen Blicken einschüchtern? Das ist zumindest die Idee hinter dem «I Cow»-Projekt, das Wissenschaftler der australischen Universität New South Wales jetzt im ländlichen Botswana testen. Mit alarmierender Geschwindigkeit verlören traditionelle Farmer dort ihre Herden an Löwen, berichtet der Biologe Neil Jordan.

Die Idee des starrenden Löwenschrecks sei ihm bei einer Forschungsreise gekommen, als er die Verfolgungsjagd zwischen einem Löwen und einer Impala-Antilope beobachtete. 30 Minuten habe der Hetzlauf durch den Busch gedauert. Als die Antilope sich umdrehte und den Löwen anstarrte, nahm dieser Reissaus.

Erfolgreiche Testphase

In Zusammenarbeit mit den Kleinbauern und einer botswanischen Umweltschutzorganisation verpassten die Wissenschaftler jetzt 23 Kühen das bedrohliche Augenpaar. «Gruselhintern», nennt Jordan das Tattoo nicht ganz ernst. Zehn Wochen dauerte die erste Testphase, in der keine einzige Kuh mit «Gruselhintern» zur Beute von Löwen wurde. Drei Vergleichsexemplare – ohne die rettenden Augen – wurden zum Opfer der jagenden Grosskatzen.

Augen mit Stempel aufgedrückt

Die Methode habe den Wissenschaftlern zufolge nicht nur tagsüber Erfolg bewiesen, auch nachts seien die hervorragend sehenden Löwen nicht vor dem spähenden Kuhpo sicher gewesen. Für die Farmer sei der Schutz ausserdem leicht anwendbar und kostengünstig: Die bisherigen Augen wurden den Kühen mittels eines Stempels aufgedrückt. Die Kosten für Material und Farbe für ein Jahr belaufen sich auf einen Fünftel der Summe, die ein Farmer durch den Tod einer einzelnen Kuh verlieren würde. Jordan hofft, dass der «Gruselhintern» künftig einen Schlussstrich unter Mensch-Wildtier-Konflikte zieht. Denn einen Gewinner gibt es bei dem Kampf selten: Viehherden geraten in Stress, die Löwen werden nicht selten erschossen oder vergiftet, und die Farmer erleiden wirtschaftlichen Verlust.

Obendrein müssen sich die Bauern für Wilderei verantworten – wie kürzlich ein Farmer in Simbabwe. Er hatte vier geschützte Löwen erschossen, die seine Herde bedrohten.

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