BRASSBAND BÜRGERMUSIK LUZERN: Musik, Beni und die 70er-Jahre

Grosser Auftritt der Brassband Bürgermusik Luzern: Vor 1200 Fans führte der Berner Dirigent Michael Bach im KKL erstmals durch das Galakonzert – und der Zürcher TV-Star Bernard Thurnheer glänzte als Moderator.

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Prosit auf die Brassband-Musik: Galamoterator Bernard Thurnheer, links, mit Dirigent Michael Bach. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Prosit auf die Brassband-Musik: Galamoterator Bernard Thurnheer, links, mit Dirigent Michael Bach. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

«Die Welt der 70er-Jahre» - so lautete das Motto des gelungenen Abends. Witzig skizzierte BeniThurnheer Ereignisse, welche die Zentralschweiz, die Schweiz und die Welt zwischen 1970 und 1979 bewegten. Die 30-köpfige Brassband präsentierte dazu die jeweils passenden Musikstücke.

«Das fand ich bei der Anfrage von Anfang an eine so tolle Idee, dass ich sofort und gerne zusagte», erzählte «Beni national» unserer Zeitung. «Zudem mag ich diese Musik, die ja richtig fetzt. Und ich unterstütze sie natürlich auch liebend gern.»

200'000-Fr.-Budget
In der Tat fetzte es am Samstag im KKL. Vor allem dann auch, als noch die 30 «Talents», die jungen Musiker der Brassband unter der Leitung von Patrick Ottiger, auf die Bühne traten – und ganz am Schluss zu den Zugaben mit der Brassband, also mit 60 Leuten, alle loslegten. 85 Mal im Jahr trifft sich die Band im Jahr zum Musizieren und gibt dabei zwischen 10 und 15 Konzerte.

Alle Musiker spielen im «Frohndienst», Dirigent Bach ist der einzige, bezahlte Profimusiker. «Mit einem Jahresbudget von 200'000 Franken sind wir neben den Beiträgen der Stadt und den Konzerteinnahmen auf Sponsoren, Mentoren und Donatoren angewiesen», erklärte Damian Hodel, seit 10 Jahren Präsident der Brassband Bürgermusik Luzern.

Instrumente im Test
Welches ist denn die Motivation, eine Brassband zu unterstützen? «Für uns ist das seit Jahren eine Ehrensache», sagte Thomas Glutz, der CEO des Instrumentenherstellers Yamaha-Music Central Europe.

Die Luzerner Brassband, die letztes Jahr an der Schweizer Meisterschaft Zweite wurde und in Luzern das Swiss Open gewann, darf die Yamaha-Instrumente unentgeltlich benützen. «Tests, Feedbacks, Anregungen und Kritik aus einer der besten Formationen in Europa sind weitere Gründe für unser Engagement», so Glutz weiter.

Brassband-Fan Ringier
«Ich unterstütze diese Musik, weil sie mir leidenschaftlich gut gefällt», erklärte Kunstmäzen und Ex-Ringier-Konzernmitbesitzer Christoph Ringier, der in einer solchen Band am liebsten eine Posaune spielen würde. Ringier erwies nicht zuletzt Dirigent Bach die Ehre.

Dieser ist auch Dirigent in der Harmoniemusik Saanen, dem gemeinsamen Wohnort der beiden. «Bach ist ein aussergewöhnlich talentierter Dirigent», urteilte Christoph Ringier. «Kein Wunder, denn er stammt schliesslich aus einer sehr musikalischen Familie.»

Früh übt sich?
Die vielen Gäste waren von der Gala beeindruckt. «Kompliment an alle! Das war ein Weltklasse-Abend», schwärmte Luzerns Stadtpräsident und Brassband-Ehrenpräsident Urs W. Studer. Die jüngste Konzertbesucherin war übrigens die 7-jährige Jil Weber. Die Tochter von LZ Medien-Geschäftsführer Jürg Weber war hell begeistert vom «coolen Galakonzert». Am liebsten würde sie Harfe spielen, hat nun aber mal mit der Blockflöte begonnen – und schielt schon auf die Geige. Fazit: Früh übt sich, wer ein Brassband-Mitglied werden will. Und: Ohne Sponsoren geht auch hier heute nichts mehr.

André Häfliger