BTV-JUBILÄUMSGALA: BTV-Cupsiegerin ist jetzt Bundesratstochter

Turnen ist zwar nicht seine Sportart. Trotzdem erwies Bundesrat Johann Schneider-Ammann am Samstagabend dem jubilierenden BTV Luzern die Ehre.

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Grosse Ehre für den BTV Luzern: Bundesrat Johann Schneider-Ammann und Ariella Kaelsin waren am 100-Jahr-Jubiläum dabei. (Bild André Häfliger / Neue LZ)

Grosse Ehre für den BTV Luzern: Bundesrat Johann Schneider-Ammann und Ariella Kaelsin waren am 100-Jahr-Jubiläum dabei. (Bild André Häfliger / Neue LZ)

Immerhin verbindet ein sportlicher Erfolg den Berner Wirtschaftsminister mit dem Bürgerturnverein. «Vor sechs Jahren wurde meine Tochter in der Westschweiz mit dem BTV Luzern Cupsiegerin im Volleyball», erzählte der Magistrat am Galaabend in der Luzerner Messehalle. «Ich erinnere mich noch gut, wie unsere Firma den Fans aus Luzern zwei Holzfüsschen sponserte, die sie dann auf den Rängen zusammen schlugen und ihre Mannschaft so lautstark zum Sieg anfeuerten.» Im Übrigen sei Sport Erziehung, betonte Schneider-Ammann: «Man lernt mit Niederlagen umzugehen, man lernt Anstand, man lebt Teamgeist – vor allem bei den Vereinswettkämpfen.» Dies, und auch Fairness und Kameradschaft, vermittle auch der BTV Luzern mit seinen 1000 Mitgliedern.

Fussball, OL, Bergsteigen
Auch wenn im Schweizer Sport jährlich rund 15 Milliarden Franken umgesetzt würden, seien 60 Prozent der Bevölkerung körperlich ungenügend aktiv, hielt Schneider-Ammann weiter fest. Vor allem viele Kinder würden sich zu wenig bewegen. Umso höher einzuschätzen sei deshalb die wertvolle Tätigkeit von Vereinen wie dem BTV Luzern. Er selber sei in seiner Jugend aktiver Fussballer und Orientierungsläufer, dann aber auch begeisterter Bergsteiger gewesen.

«Herr Schneider-Amman ist sympathisch»
Sein grösster Erfolg? «Im Orientierungslauf gewann ich einige Mehrtages-Läufe», ergänzte Schneider-Ammann gegenüber der Luzerner Zeitung. Daneben fahre er heute noch Ski und Velo. «Jeden Morgen aber bin ich eine Stunde mit unseren drei Hunden unterwegs», erzählte der FDP-Bundesrat weiter. «Die halten mich ganz schön fit, so wie sie jeweils nach links, rechts und nach vorne an den Leinen ziehen!»

Von dieser vielfältigen Sporttätigkeit war Ariella Kaeslin beeindruckt: «Hut ab», sagte der Luzerner Kunstturn-Königin, die den Bundesrat, der auf Einladung von FDP-Nationalrat Georges Theiler nach Luzern kam, zum ersten Mal traf und mit ihm am gleichen Tisch sass. Kaeslin weiss jetzt: «Herr Schneider-Ammann ist eine sehr sympathische Persönlichkeit. Er ist interessant, humorvoll und immer ganz ruhig, kaum aus der Ruhe zu bringen.»

So sportlich ist die BTV-Prominenz
Wann trieben denn die prominenten Gäste am BTV-Jubiläum zum letzten Mal Sport? «Vor wenigen Stunden», schmunzelte der Luzerner Ruder-Regattapräsident Urs Hunkeler von der Messe Luzern, der auch amtierender Schweizer Meister in der olympischen Starbootklasse ist. Vorbildlich: «Ich war anderthalb Stunden Rudern. Bei ganz ruhigem See und in der nebligen Morgenstimmung war das fantastisch!»

Der Obwaldner Filmemacher Luke Gasser, der als Jurymitglied einen Jugend-Förderpreis mit überbrachte, ist ein Trekker: «Letzen Sonntag war ich wieder unterwegs, in unserer herrlichen Bergwelt kann ich mich stundenlang aufhalten.» Wandern ist auch der Lieblingssport von alt Regierungsrat Heinrich Zemp. «Zuletzt aber war ich in meinem anderen Sport tätig, der intensiven Gartenarbeit», lachte der Luzerner.

Heidi Kaeslins Halbmarathon
Ganz still, allein für sich absolvierte Ariella Kaeslins Mutter Heidi Kaeslin kürzlich eine sportliche Totleistung, auf die sie stolz sein darf: «Vor einem Monat machte ich das, was ich schon immer einmal mein Ziel war: Ich schaffte die Strecke eines Halbmarathons.»

Obwaldens Nationalrat Christoph von Rotz ist stolz auf seine sechs Kilometer kürzlich am Luzerner Marathon. Luzerns Stadtpräsident Urs W. Studer erzählte: «Wenn immer es geht, trainiere ich einmal in der Woche im Fitnesscenter, schwimme da auch und lasse mich vom Wasser massieren.»

Im Winter fährt Studer noch Ski fährt und im Sommer schwimmt er oft auch im See. «Diese Woche war aber keine Zeit, sodass der Sport diesmal halt auf den Sonntag fiel», so Studer weiter. 15 Jahre nach seinem Olympiasieg in Atlanta (USA) ist das Pauschenpferd immer noch das Lieblings-Sportgerät von Donghua Li. «Daneben jogge ich nur und mache Krafttraining, aber nur mit dem Gewicht meines Körpers. Dies allerdings praktisch alle Tage», erzählte der chinesisch-schweizerische Doppelbürger.

Stadt Luzern schenkt 10'000 Franken
Stadtpräsident Urs W. Studer überreichte dem BTV namens der Stadt Luzern einen Scheck von 10'000 Franken. «Vom Kanton Luzern wird der Verein im Jubiläumsjahr ebenfalls mit einer namhaften Summe unterstützt», erklärte Regierungsrat Marcel Schwerzmann.

André Häfliger