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CELLULITE: Auf neuem Weg zu glatter Haut

Die erste minimalinvasive Behandlung der verhassten Dellen macht derzeit von sich reden. Das Verfahren wurde in den USA zugelassen und ist neu in der Schweiz. Es kann aber nicht jedem helfen.
Susanne Holz
Frauen sind meist zu streng mit sich selbst – und doch: Glatte Haut ist jeden Sommer wieder ihr grosses Ideal. (Bild: Greg Ceo/Getty)

Frauen sind meist zu streng mit sich selbst – und doch: Glatte Haut ist jeden Sommer wieder ihr grosses Ideal. (Bild: Greg Ceo/Getty)

Susanne Holz

«Früher machte ich sehr viel Sport», erzählt Sandra Huggenberger (31). «Ich ging joggen und fuhr regelmässig Rennen mit dem Mountainbike. Als ich 24 war, hörte ich mit den Rennen auf. Der Sport wurde weniger – obwohl, drei oder viel Mal die Woche laufe ich immer noch oder setze mich aufs Mountainbike.»

Die junge Frau aus dem Aargau überlegt kurz und sagt dann mit leichtem Erstaunen in der Stimme: «Man wird halt auch älter, und plötzlich merkt man im Sommer in der Badi, dass da mit einem Mal überall unschöne Dellen sind, an den Oberschenkeln, am Po. Cellulite.» Diese Beobachtung habe sie mit Mitte 20 veranlasst, wieder mehr Sport zu treiben, aber: «Da ging nichts mehr, die ganze Bewegung brachte Null in dieser Hinsicht – die Dellen hielten sich hartnäckig.» Und das auch noch trotz Cremes oder Mesotherapie, bei der mit feinsten Nadeln spezielle Wirkstoffe in die mittlere Hautschicht injiziert werden.

Orangenhaut ist nicht gleich Cellulite

Sandra Huggenberger war unglücklich. «Ich fühlte mich zu jung, um auf Shorts zu verzichten», sagt sie. «Sollte ich nun stets einen Bogen um Bademode und kurze Kleider machen?» Vor einiger Zeit sei sie schliesslich via Facebook auf eine neue Behandlungsmethode aus den USA aufmerksam geworden.

«Cellfina», so der Name dieser Methode, die 2015 von der FDA (US-amerikanische Behörde für Lebens- und Arzneimittel) zugelassen und später in der EU mit der CE-Kennzeichnung versehen wurde, stellt die erste minimalinvasive Behandlung gegen Cellulite dar. Doch was genau ist eigentlich Cellulite? Sie sei auf keinen Fall zu verwechseln mit Orangenhaut, sagt Jürg Häcki, Chefarzt und Inhaber der Lucerne Clinic, welche die Behandlung seit April anbietet. «Bei der Orangenhaut sieht man im Ruhezustand keine Dellen – sondern nur, wenn man die Haut zusammendrückt. Bei der Cellulite sieht man die Dellen auch, wenn die Haut in Ruhe ist – und sie lassen sich zählen.»

Cellfina helfe weder bei Orangenhaut noch bei schlaffer Haut älterer Menschen. Bei Cellulite hingegen sei der Erfolg markant. «Wir sind jedes Mal wieder von Neuem verblüfft», berichtet Häcki von den Ergebnissen aus seiner Klinik, welche die Methode seit April bei knapp 40 Frauen angewendet hat – eine davon ist Sandra Huggenberger.

Zwischen 20 und 50 Jahre alt waren die Frauen, mit einem Schwerpunkt auf 30- bis 40-jährigen Patientinnen. Laut Häcki liessen sie durchschnittlich 30 Dellen entfernen. Und das geht bei dieser minimalinvasiven Behandlung so: Zuerst fotografiert und markiert der Arzt die Dellen. Dann fixiert er eine Plastikscheibe mit einem Guckloch an Gesäss oder Oberschenkeln und saugt einen Ausschnitt Haut mit einer Saugglocke an. Mit Hilfe einer langen Nadel wird zunächst lokal betäubt. In einem weiteren Schritt wird die Haut erneut angesaugt – um sodann direkt unter der Hautoberfläche Bindegewebsfasern zu durchtrennen.

Diese Bindegewebsfasern verknüpfen die Oberhaut mit dem darunterliegenden Gewebe. Normalerweise können sie sich bei Gewichtsveränderungen ausdehnen oder zusammenziehen. Verkürzen und versteifen die Fasern jedoch und ziehen die Oberhaut nach unten, führt dies zu den bekannten Dellen. Frauen sind eher betroffen als Männer, infolge ihrer Bindegewebsstruktur und mehr Körperfett auf Gesäss und Oberschenkeln.

Haut inklusive Cellulite ändert sich mit den Jahren

Die Kunst sei, so Jürg Häcki, nicht zu viele Fasern und diese in angemessenen Abständen zu lösen. Dazu reicht eine ambulante Sitzung von rund 60 Minuten. Danach könnten die Behandelten mit einem weit besseren Hautbild rechnen. «Cellfina verbessert nicht nur signifikant das ­Erscheinungsbild der Cellulite, sondern hält auch für eine Dauer von bis zu drei Jahren an – länger als jede andere Cellulite-Behandlung bisher», teilt Sebastian Vetter von der Futuremed Clinic in Zürich mit. Jürg Häcki führt aus: «Das Ergebnis ist dauerhaft. Getestet wurde aber nur über einen Zeithorizont von drei Jahren, denn ab dann darf man offiziell von dauerhaft sprechen.» Und der Preis? Je nach Schweregrad sei mit Kosten ab 3000 Franken zu rechnen, so Vetter.

Fragt sich aber noch, wie sehr die Hormone das Hautbild immer wieder verändern? «Natürlich kann es sein, dass sich die Haut inklusive Cellulite im Lauf des Lebens mit den hormonellen Umstellungen – Antibabypille, Schwangerschaft, Wechseljahre – ändert. Dazu kommt das Altern, das zur Hauterschlaffung führt», weiss Mandana Péclard von der Praxis am Paradeplatz in Zürich.

Ans Altern jedoch denkt Sandra Huggenberger derzeit noch nicht. Sie ist schlicht froh mit ihrem aktuellen Hautbild: «Jetzt kann ich wieder alles tragen.»

Hinweis

In der Schweiz bieten bislang sechs dermatologische Center die neue Behandlung an. Diese sind in Zürich (zwei), Luzern, Biel, Genf und Villars-sur-Glane.

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