CHRISTINE SCHNYDER: Vom Fernsehen weg und ganz zu ihrer Familie

Ein erfüllter und arbeitsreicher TV-Vorhang ist diese Woche gefallen: Nach zehn Jahren hat die Luzerner TV-Moderatorin Christine Schnyder ihre Tätigkeit bei «TeleZüri» beendet.

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Christine Schnyder im Dezember 2009 in Thalwil. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Christine Schnyder im Dezember 2009 in Thalwil. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Zum Abschied von Christine Schnyder nach zehn Jahren Tätigkeit für das Fernsehen gab es vor laufenden Kameras Blumen von «TeleZüri»-Chefredaktor Markus Gilli sowie zwei, drei Tränchen der Rührung. Dann, als die letzte TV-Klappe gefallen war, eine kleine Abschiedsfeier, die allerdings im Januar in etwas grösserem Rahmen noch eine Fortsetzung erfahren wird. Als Dank und Anerkennung für die grossen Verdienste der Luzernerin, die in Rothenburg geboren wurde und auch dort aufwuchs.

«Ja, diese emotionalen Momente haben mich in der Tat sehr bewegt», gibt Christine Schnyder zu. «Nach so vielen erlebnisreichen Jahren fällt einem die Trennung natürlich nicht leicht.» Weshalb verliert die Schweiz denn eines ihrer bekanntesten TV-Gesichter? «Ganz einfach», sagt die Frau mit Entlebucher Familienwurzeln. «Ich möchte mehr Zeit haben für meine Familie.» Diese Familie, mit der sie seit 10 Jahren in Oberrieden ZH lebt, ist nicht klein. Seit sechs Jahren ist Christine Schnyder mit Thomas Liner, dem 40-jährigen CEO der Firma Büchi Labortechnik, verheiratet. Ihre Söhne Nino und Noah sind viereinhalb und zweieinhalb Jahre alt, das einjährige Töchterchen Nevia macht gerade ihre ersten Gehversuche. «Bis Ende Jahr lasse ich jetzt mal meine Seele etwas baumeln», erzählt Christine Schnyder. «Dann kann ich mir vorstellen, in Teilzeit im Bereich Kommunikation oder als freie Journalistin tätig zu werden.»

«Lagerdraht»-Betreuerin
Es geht also zurück zu ihren Wurzeln. Schon nach ihrer Matura war Christine Schnyder als freie Journalistin tätig. Beim damaligen «Vaterland», das dann zur «Luzerner Zeitung» wurde. Dort betreute sie im Sommer unter anderem auch den «Lagerdraht», die beliebte Ferienberichterstattung, welche die Neue Luzerner Zeitung heute noch durchführt. Sowie – und das ganz ohne Lohn – beim «Radio Luz», dem hauseigenen Sender des Kantonsspital Luzern. Nach Zürich kam Schnyder wegen ihres Germanistik-Studiums – und bewarb sich dann mal «ganz spontan» und erfolgreich bei Roger Schawinski und seinen TV-Sendern «Tele24» und «TeleZüri». Anfänglich war Christine Schnyder als Videojournalistin unterwegs und moderierte zusätzlich seit acht Jahren. Ab 2005 war sie dann ausschliesslich als News-Moderatorin tätig.

Start am Lucerne Marathon
Mit ihrer Luzerner Heimat ist Christine Schnyder heute noch stark verbunden. «Meine Familie wohnt ja da, so bin ich mit den Kindern bestimmt jede Woche einmal in Luzern, der schönsten Stadt der Welt», schwärmt sie. «Die Kinder lieben es, an der Reuss oder am See entlang zu rennen, gleichzeitig kann ich mich mit meiner Familie unterhalten. Zudem sind alle Läden so schön beieinander, sodass ich zwischendurch auch noch einkaufen kann.» Schnyders Schwager Luca Soldati, der Ehemann ihrer Schwester Eva, hat Christine Schnyder nächstes Jahr übrigens zur Teilnahme am Lucerne Marathon überredet: «Er fordert mich heraus!» Neben dem Rennen sind die Berge die grosse Freizeit-Leidenschaft von Christine: Sie startet an Bergläufen, ihre grösste Leidenschaft, fährt da aber auch Bike, Ski und Snowboard: «Jede freie Minute verbringe ich wenn immer möglich in den Bergen.»

Der tobende Chef?
Schawinski und Gilli – das waren die beiden Chefs von Christine Schnyder. «Sie leben für den Journalismus, nehmen praktisch nie ein Blatt vor den Mund, sind immer top informiert sowie herausfordernd, das verbindet die beiden Vollprofis», attestiert die 36-jährige Luzernerin. Was sie nie vergessen wird ist das Erlebnis, das sie mit Markus Gilli hatte, als sie am 2. Oktober 2001, am Tag des Swissair-Groundings, vom Studio live zu ihm an den Flughafen Zürich-Kloten schaltete – und dieser wild um sich fuchtelte und mit Security-Leute schimpfte. «Die guten Leute da draussen waren alle total nervös und fanden, Markus stehe da am falschen Platz», erinnert sich Schnyder. «Dabei merkte er gar nicht, dass er schon auf Sendung war. Ich musste das Lachen mehrmals heftig unterbinden – dabei war das Tagesthema doch so ernst und traurig!»

André Häfliger, Thalwil