CSS THEATERGALA: Wie weiter mit der Salle Modulable?

Wie geht nach dem Gönner-Rückzug weiter mit dem Luzerner Theaterprojekt Salle Modulable? Diese Frage drängte sich an der 17. Benefizgala des Krankenversicherers CSS im Luzerner Theater auf.

Drucken
Teilen
Der Luzerner CVP-Ständerat Konrad Graber mit seiner Ehefaru Andrea Wyss. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Der Luzerner CVP-Ständerat Konrad Graber mit seiner Ehefaru Andrea Wyss. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

«Tagesschau»-Moderatorin Cornelia Boesch musste an der Theatergala am Freitagabend zugeben, von diesem Projekt «Praktisch noch nie» etwas gehört zu haben. «Das KKL Luzern ist über die Stadtgrenzen hinweg bekannt», sagte die Moderatorin der Gala. «Es wäre deshalb sicher wünschenswert, wenn Luzern auch mit einem national bedeutenden Theater von sich reden machen würde.»

Ganz dieser Meinung ist auch Pierre Boillat. «Man darf dieses Projekt jetzt auf keine Fälle aufgeben», erklärte der Präsident des CSS-Verwaltungsrates. «Man muss tapfer weiter kämpfen und allenfalls andere Finanzierungslösungen finden.» Weitermachen, das empfiehlt auch Obwaldens Regierungsrat Hans Wallimann: «Eine Türe geht immer auf!»

CSS-CEO Georg Portmann, beurteilt die Situation etwas anders: «Die Idee finde ich super, aber jetzt muss ich sagen, dass ich die Hoffnung schon ein bisschen aufgegeben habe und plädiere daher für einen Neubau am bisherigen Standort.» Dahingehend tendiert auch Luzerns Baudirektor Kurt Bieder: «Aber es muss ein Neubau mit Erweiterung werden.»

Schmassmann pessimistisch
Für Norbert Schmassmann ist die Salle Modulable «politisch gestorben». Er ist sich mit seiner Ehefrau Rahel einig und befürwortet jetzt nur noch die Minimallösung, die Renovation des bestehenden Theaters. Noch düsterer die Worte von SVP-Nationalrat Felix Müri: «Man sollte all das Geld lieber für Familien und Kinder ausgeben.»

Laut dem Luzerner Regierungsrat Marcel Schwerzmann wird die Leitungsdelegation bis im Dezember 2010 eine Machbarkeitsstudie erstellen: «Diese wird dann der Öffentlichkeit vorgestellt werden.»

Graf optimistisch
Mut machte dann aber wieder Guido Graf. «Das letzte Wort der Gönnerschaft ist meiner Ansicht nach noch nicht gesprochen», gab sich der Luzerner Gesundheitsdirektor optimistisch. «Es muss jetzt etwas Gras über die ganze Aufregung wachsen. Gleichzeitig muss man sehen, dass man den Willen und die Bedingungen der Gönnerschaft nochmals genau prüft. Dann findet sich sicher ein Weg.»

Ach ja: Gegeben wurde am Freitagabend Mendelssohns herrlicher «Sommernachtstraum». Und: Die CSS konnte 79'400 Franken an die Caritas übergeben, überschritt nach 17 Jahren die stolze Spendegrenze von einer Million Franken.

André Häfliger