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DÄNEMARK: Wende im U-Boot-Mysterium

Die verschwundene schwedische Journalistin ist offenbar an Bord des privaten U-Boots gestorben. Der Besitzer behauptet, er habe die Frau «im Meer begraben» und danach sein U-Boot versenkt.
Niels Anner, Kopenhagen

Niels Anner, Kopenhagen

Überraschende Entwicklung im merkwürdigen U-Boot-Drama von Kopenhagen. Gestern veröffentlichte die dänische Justiz einen Teil der Aussage, die der Erfinder und Kapitän des grössten privaten U-Boots der Welt am 12. August vor Gericht in einer geschlossenen Verhandlung gemacht hatte. Peter Madsen gab demnach zu, dass die verschwundene schwedische Journalistin an Bord gestorben ist.

Seine Version: Es kam zu einem Unfall, bei dem die 30-Jährige den Tod fand. Damit wurden Spekulationen beendet, die Journalistin könnte irgendwo aus dem U-Boot gestiegen und untergetaucht sein. Madsen, der in Untersuchungshaft sitzt und der fahrlässigen Tötung beschuldigt wird, hatte zunächst behauptet, er habe sie am Abend des 10. Augusts im Hafen von Kopenhagen abgesetzt. Daraufhin sei er alleine ab­getaucht und habe Tests durch­geführt. Dabei sei etwas schief­gegangen, und das U-Boot sei gesunken. Die Polizei fand allerdings heraus, als sie das Fahrzeug vom Meeresgrund hob, dass es absichtlich versenkt worden war.

Suche nach Leiche dauert an

Madsens Erklärung stellt die Öffentlichkeit vor neue Rätsel. Der 46-Jährige sagte laut der Justiz, er habe den Leichnam «im Meer begraben». Nähere Umstände gab das Gericht nicht bekannt, und so bleibt das Mysterium bestehen: Wie kam es zum Tod der Frau? Und, wenn Madsens Version mit dem Unfall stimmt, warum hat er dann nicht die Rettungsdienste alarmiert, sondern die Tote im Meer versenkt?

Während Polizei und Küstenwache gestern mit Tauchern weiter nach dem Leichnam suchten, erklärte die Anwältin Madsens, er wünsche die vollständige Veröffentlichung seiner Aussage. Damit solle klargemacht werden, dass er unschuldig sei.

Thomas Djursing, der ein Buch über Peter Madsen geschrieben hat und ihn gut kennt, sagte, für ihn seien die Fragezeichen nicht kleiner geworden: «Was für ein Unfall ist passiert? Und warum begräbt er sie im Meer – aus reiner Panik?» Die Medien rätselten zudem, wie Madsen, nachdem er vom gesunkenen U-Boot gerettet worden war, cool in die Mikrofone sagen konnte, er sei traurig, dass das U-Boot gesunken sei. Aber sonst sei alles in Ordnung.

Eigentlich braucht es drei Besatzungsmitglieder

Das U-Boot namens UC3 Nautilus wurde in Freiwilligenarbeit von dänischen U-Boot-Enthusiasten erbaut und mit Spenden finanziert. Madsen war als einer der Gründer der Hobbygruppe am Bau von drei privaten U-Booten beteiligt, wobei die mit einem Diesel- und einem Elektromotor betriebene «Nautilus» das letzte und grösste ist. Sie wurde 2008 zu Wasser gelassen und hat laut Presseberichten über tausend Tauchgänge bis zu 40 Meter Tiefe hinter sich. Heute ist die «Nautilus» das einzige dänische ­U-Boot, da die Marine des skandinavischen Staates ihre Unterwasserfahrzeuge abgeschafft hat.

Das U-Boot erlitt 2010 bei einer Batterieexplosion einen grösseren Schaden, war danach mehrere Jahre in der Werft, ehe es in diesem Frühjahr erneut zu Wasser gelassen wurde. Peter Madsen, auch bekannt unter dem Namen «Raket-Madsen», ist mittlerweile Besitzer der «Nautilus«, nachdem er sich mit anderen Mitgliedern der Erbauer-Gruppe überworfen hatte. Laut einem Experten der dänischen Marine-Akademie werden normalerweise drei Besatzungsmitglieder benötigt, um ein solches U-Boot zu bedienen. Wie bei einem Flugzeug sei aber eine Person der massgebliche Pilot.

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