DARM-OP: Sepp Trütsch: «Ich bangte um mein Leben»

Grosser Schock für Sepp Trütsch: Dem 61-jährigen König der Volksmusik musste ein Tumor am Darm entfernt werden. Dieser ist zum Glück gutartig.

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Der gutartige Tumor am Darm von Sepp Trütsch ist entfernt worden. (Archivbild André Häfliger/Neue LZ)

Der gutartige Tumor am Darm von Sepp Trütsch ist entfernt worden. (Archivbild André Häfliger/Neue LZ)

«Um ein Haar hätte man den Nachruf von mir verfassen müssen.» Die Stimme von Sepp Trütsch in der Winterthurer Klinik Lindberg tönte am Dienstag noch schwach und etwas gebrochen auch. Der Schwyzer Hotelier, Sänger und ehemalige Moderator von volkstümlichen Sendungen am Schweizer Fernsehen hat bange Zeiten hinter sich. Ja, sagt er, er habe erstmals um sein Leben fürchten müssen. Nur dank der schnellen und fachkundigen Behandlung sei es wohl gerettet worden, fügte Trütsch dankbar hinzu.

14 Kilo Gewicht verloren
Was ist denn passiert? «Es begann vor knapp drei Monaten», erzählte Trütsch am Mittwoch der Neuen Luzerner Zeitung. «Ich fühlte mich ständig unwohl, hatte Schmerzen in der Magengegend und nahm innerhalb von zwei Monaten plötzlich 14 Kilo ab.» Am vorletzten Wochenende ging es Trütsch so schlecht, dass er seinen Besuch am Weggiser Heirassa-Festival absagen musste. Am Dienstag letzter Woche wurde er dann ins Spital eingeliefert. Diagnose: Darmtumor. Schon am nächsten Tag wurde Sepp Trütsch von Professor Thomas Frick in Winterthur operiert.

Horber: «Trütsch ist geheilt»
Trütschs Vertrauensarzt Fritz Horber konnte am Mittwoch gegenüber der Neuen Luzerner Zeitung von einem «sehr guten» Verlauf des Eingriffes berichten: «Die Operation ist ganz ohne Komplikationen verlaufen, Sepp Trütsch ist geheilt.» Am Anfang habe sich noch etwas Wasser gebildet und der Blutdruck sei etwas zu hoch gewesen. «Deshalb haben wir Herrn Trütsch auch etwas länger in der Intensivstation gelassen», erklärte Horber weiter. Auch er zeigte sich erleichtert, dass es sich nicht um einen bösartigen Tumor gehandelt hat. «Wie in solchen Fällen üblich ist es wichtig, dass wir sofort gehandelt haben, weil sonst die Gefahr bestünde, dass der Tumor bösartig wird.»

Trütsch konnte die Intensivstation verlassen – und bekam die Nachricht, auf die er so lange bangend warten musste. «Der Tumor ist gutartig», erklärte Trütsch. «Das Schlimmste ist durch. Ich habe wohl nochmals ganz grosses Glück gehabt.» Eine Chemotherapie sei jetzt nicht nötig. Sicher bis am Sonntag werde er noch in der Winterthurer Klinik bleiben und dann eine mehrwöchige Rehabilitation beginnen. Wo das sein wird, stand noch nicht fest.

Bypass-OP vor sieben Jahren
Wegen seines genetisch bedingten Übergewichts unterzog sich Sepp Trütsch, der am Fernsehen gegen 500 Live-Sendungen präsentierte und den Grand Prix der Volksmusik mit erfand, vor sieben Jahren einer Bypass-Operation. In nur 16 Wochen verlor der gelernte Drogist damals 50 Kilo an Körpergewicht und konnte sich wieder seinen erfolgreichen Tätigkeiten als Moderator, Event-Veranstalter und Gastronom (u. a. «Rössli» in Schwyz und «Wydenhof» im aargauischen Birr) widmen. Jetzt, so sagt Trütsch, brauche er Ruhe und Geduld. Ein «grosses Glück» sei es auch gewesen, dass er von seiner Moderations-Reise aus Laos zurück gewesen sei, als es ihm wenige Tage vor der Operation immer schlechter gegangen sei. Er danke in diesen Tagen «immer wieder Gott und den hervorragenden Fachkräften», die ihm seine Gesundheit wieder zurück gegeben haben.

André Häfliger / Neue LZ