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DAS ANDERE INTERVIEW: Sara macht nach zehn Jahren Schluss

Der Luzerner TV-Star Sara Bachmann (37) im Interview
Der Luzerner TV-Star Sara Bachmann (37) mit ihrem Hündchen. (Bild: PD)

Der Luzerner TV-Star Sara Bachmann (37) mit ihrem Hündchen. (Bild: PD)

Sara Bachmann kennt man in der deutschen Schweiz durch ihre Sendung «Sara machts». Seit 10 Jahren ist die 37-jährige Luzernerin damit erfolgreich. Trotzdem wird am 26. August die letzte Folge ausgestrahlt. Uns erzählte sie, warum die Sendung begraben wird und weshalb sie nicht nur alles macht, sondern auch alles kann.

Sara Bachmann, was machen Sie, wenn Sie nicht gerade «Sara machts» machen?

Sara Bachmann: Dass ich mit etwas beschäftigt bin, das nichts mit «Sara machts» zu tun hat, gibt es nur selten. Wenn, dann bin ich mit meiner Hündin Aria unterwegs, jogge, wandere oder gehe ins Fitnessboxen. Denn für meinen Job muss ich fit sein.

Wie fit?

Bachmann: Sehr. Ich stelle die Berufe in meiner Sendung ja nicht nur vor, ich packe auch immer selber mit an. Ich habe rasch am eigenen Leib erfahren, wie robust man etwa auf dem Bau sein muss. Wer da nicht parat ist, bringt keine Leistung.

Sie schneiden das Thema an. Da Sie Einblick in mehrere hundert Berufe hatten, wissen Sie, wie hart viele Leute für ihr Geld arbeiten müssen. Hat Sie eine Berufsgruppe besonders beeindruck?

Bachmann: Es sind so viele. Der Fassadenbauer hat einen anstrengenden Job, auch die Leute auf dem Schlachthof und der Kanalreiniger, der in die Schächte steigt und durch unsere Fäkalien watet sowieso.

Aber vor welchen Berufsleuten ziehen Sie den Hut?

Bachmann: Die Pflästerer haben mich wirklich beeindruckt. Die sind den ganzen Tag auf den Knien und verrichten eine Knochenbüez. Und das fertige Werk sieht immer super aus. Die sind echt cool.

Dann können Sie ja bei denen anfangen. Sie hören im August nach zehn Jahren mit der Sendung «Sara machts» auf. Warum, das Format hat doch funktioniert?

Bachmann: Und das tut es noch immer. Wir könnten locker noch zwei oder drei Jahre anhängen. Aber ich habe mir vorgenommen, dann aufzuhören, wenn es am schönsten ist. Nach 449 Folgen und zehn Jahren Sendezeit ist es nun soweit.

Fällt Ihnen das nicht schwer, die Sendung ist doch Ihr Baby?

Bachmann: Was glauben Sie, wie viele Tränen ich vergossen habe, als ich mich dazu entschieden habe. Doch eines Tages würde auch diese Sendung nicht mehr erfolgreich und gefragt sein. Wenn ich sie beenden würde, weil ich müsste, wäre es noch viel schmerzhafter.

Interessanterweise hat SRF mit «Rosanna checkts» vor rund zwei Jahren ein ähnliches Format lanciert, während Sie nun auschecken. Wie empfinden Sie das?

Bachmann: Einerseits als Kompliment. Doch eigentlich hätte SRF damals gleich mich engagieren können, anstatt meine Sendung zu kopieren.

Wäre das für Sie eine Option gewesen?

Bachmann: Aber sicher, warum nicht. Für Glanz und Gloria war ein Engagement für mich kurz mal ein Thema. Doch ich glaube, dass ich für das SRF zu frech oder zu wild bin.

Sie waren Videojournalistin und Moderatorin bei Tele M1 und man sah Sie auch auf Tele Tell. Gleichzeitig haben Sie 2006 das Konzept zur späteren Sendung «Sara machts» entwickelt. War Ihnen langweilig?

Bachmann: Nein, ich moderierte die Sendung «Aktuell». Ich schrieb damals schon immer gerne kleine Konzepte oder tüftelte etwas aus. So habe ich das Format, welches heute als «Sara machts» bekannt ist, aufgebaut. Ich erarbeitete es, ohne allerdings daran zu denken, dass ich persönlich im Fokus stehen würde.

Wie meinen Sie das?

Bachmann: Ich war News-Moderatorin. Für mich war das ein Job, den man nicht toppen kann. Ich hätte mir während der Lehrzeit als Bankkauffrau niemals vorstellen können, dass ich vor einer Kamera stehen würde. Als ich dann beim Regionalfernsehen arbeitete, habe ich mich engagiert und wollte mit neuen Ideen Inputs bringen, wie eben mit diesem Format. Da hat einer gemeint, ich solle die Sache gleich selber übernehmen. Also gaben wir der Sendung den Namen «Sara machts». Nach zweieinhalb Jahren kündigte ich beim Privatfernsehen und habe auf eigene Faust mit einem kleinen Team weitergemacht.

Warum sind Sie nicht Bankerin geblieben?

Bachmann: Weil ich immer Journalistin werden wollte. Schon als meine Schulkolleginnen von einer Modelkarriere oder der Schauspielerei schwärmten. Meine Eltern beharrten aber darauf, dass ich einen soliden Beruf lerne.

Mit soliden Berufen kennen Sie sich ja mittlerweile bestens aus. Aber sagen Sie mir bitte, warum geben Sie sich vor der Kamera jeweils so unbeholfen?

Bachmann: Nun, ich bin in jeder Sendung in einem neuen mir völlig unbekannten Beruf tätig. Da liegt es doch auf der Hand, dass ich unbeholfen bin. Ich denke nicht, dass man an einer neuen Arbeitsstelle gleich am ersten Tag alles richtig macht.

Eine Kollegin meinte: «Wenn i die Tschättere im TV gseh, schalti grad om.» Sie findet Ihr Auftreten völlig überdreht, um nicht zu sagen tussig.

Bachmann: Ich gehe mit Bauarbeitern auf Gerüste, begebe mich in schwindelerregender Höhe auf Strom- und Seilbahnmasten und montiere dort oben Rollen und Kabel. Ich schreite auch mit Kanalreinigern durch den Dreck anderer Leute. Da kann man schon etwas überdreht sein. Doch es geht unter dem Strich darum, den Zuschauern Berufsleute vorzustellen und ihnen eine Plattform zu geben. Ziel ist, mit meiner Unterhaltungssendung den Büezern Anerkennung zu erweisen. Manchmal haben wir es dabei saulustig, deswegen ist es aber nicht peinlich.

Die Frau mag Sara offenbar einfach nicht. Damit steht sie wohl nicht allein. Ist es richtig, dass Sie vorwiegend männliche Zuschauer ansprechen?

Bachmann: Frauen finden mich tatsächlich nicht sehr cool. Aber die Sendung, in der ich oft zu grosse Klamotten trage und als Haudegen daherkomme, wird trotzdem vorwiegend von Frauen geschaut.

Wenn man Sie in den sozialen Medien verfolgt, finden sich aber kaum Frauen, die Ihre Posts kommentieren?

Bachmann: Andere Bilder auf Facebook und anderen sozialen Netzwerken zeigen mich auch als das was ich bin, eine normale Frau. Auch in verführerischer Pose. Auf diese Bilder gibt es tatsächlich fast nur Kommentare von Männern. Das finde ich schade.

Viele Kommentare auf diese Bilder sind anzüglich, schleimig und bisweilen unter der Gürtellinie. Ist das Teil des Spiels, oder ärgert Sie das?

Bachmann: Das gehört dazu. Neben der Bauarbeiterkluft zeige ich mich auch in luftiger Kleidung. Sex verkauft sich gut, und es provoziert. Aber ich denke, dass der Mix bei mir stimmt. Die meisten Leute mögen mich, sonst wäre ich nicht seit zehn Jahren erfolgreich. Die sozialen Medien sind extrem schnelllebig, darum sollte man Kommentare nicht zu stark gewichten.

Da wir grad bei den Leuten sind, die sie mögen. Bei welchem Mann kriegt Sara Herzklopfen?

Bachmann: Der Liebe wegen? Da gibt es im Moment niemanden. Wenn es einen gäbe, dann einen jungen, der ist wie Roger Schawinski. Den würde ich sofort heiraten. Wenn ich den nicht bekomme, bleibe ich lieber Single.

Wie geht es nach der letzten Ausstrahlung von «Sara machts» am 26. August weiter?

Bachmann: Das werden wir dann sehen. Ich habe noch keinen konkreten Plan, den ich jetzt ausbreiten könnte.

Aber Sie kommen schon zurecht und müssen nicht im Sempachersee fischen gehen, damit Sie etwas zu beissen haben?

Bachmann: Warten wir mal ab. Aber wenn es soweit ist, habe ich kein Problem damit. Wie Sie ja wissen, kann und mache ich fast alles. Auch fischen.

Interview Roger Rüegger

Serie: Weitere Beiträge finden Sie auf www.luzernerzeitung.ch/interview

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