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DAVOS: Wyrsch bewirtet die Politstars am Wef

Hotelier Ernst Wyrsch führt das Steigenberger Grand Hotel Belvédère in Davos. Dort geben sich Spitzenpolitiker die Klinke in die Hand – besonders während des Wef.
Ernst Wyrsch, Direktor des Hotels Steigenberger-Belvédère in Davos. (Bild Marcel Giger/pd)

Ernst Wyrsch, Direktor des Hotels Steigenberger-Belvédère in Davos. (Bild Marcel Giger/pd)

Ernst Wyrsch, heimatberechtigt in Buochs: Innerhalb von 14 Jahren hat er das Steigenberger Grand Hotel Belvédère in Davos vom defizitären Hotel zum wichtigsten Promitreffpunkt am World Economic Forum Davos (Wef) gemacht.

Das imposante Fünfsternhaus gleich oberhalb des Davoser Kongresszentrums ist unter der Führung des 49-jährigen Hoteliers und ehemaligen Lenkwaffen-Zugführers zum erfolgreichsten Ferienhotel der Schweiz avanciert. «Dank unserer bewährten, dualen Führungsstrategie und natürlich einer tollen Crew», schmunzelt Wyrsch stolz. Er bezieht sich damit auf seine Ehefrau Sylvia Wyrsch ein. Die in Holland aufgewachsene, gebürtige Amerikanerin wirkt indes mehr im Hintergrund – und hat ihre Ausbildung in der Hotelfachschule in Luzern gemacht. «Das Forum in Davos, das ist die Krönung für jeden Hotelier», ist sich das Direktorenpaar unisono einig.

Eine solche Krönung kommt nicht von ungefähr, sie muss hart verdient werden. «Am Wef planen wir das ganze Jahr», gibt Wyrsch zu. Kein Wunder: Der Aufwand ist riesig.

Knapp fünf Tage vor dem Event gehen jeweils die Umfangreichen Bauarbeiten los. Vor dem Hotel wird ein riesiges, schneeweisses Zelt aufgebaut, das allein der Eintritts-Sicherheit dient. Das Schwimmbad zugedeckt und zu einem Ballsaal umgebaut, der Fitnessraum wird zum multimedialen Sitzungsraum umfunktioniert. «Allein die Umbauten kosten uns so viel wie ein normales Einfamilienhaus», erklärt Wyrsch.

  • Die 125-köpfige Hotelcrew wächst während dem Wef auf 400 Leute an. «Die zusätzlichen Fachkräfte sind zu 90 Prozent ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter», sagt Wyrsch stolzt. «Für alle ist dieser Einsatz eine grosse Ehre – es besteht inzwischen sogar eine Warteliste der Interessierten!» An den fünf Wef-Tagen er selber komme «nie mehr als drei Stunden» zum schlafen.
  • Für die 250 Hausgäste sowie 750 Tagesbesucher und zur Bewältigung der 220 Anlässe, die während des Wefs im «Belvédère» stattfinden, stehen 70 Köche und 130 Servicenagestellte im Einsatz. 700 Morgen-, 1200 Mittag- und 2000 Abendessen werden täglich serviert. Dazu kommen zahlreiche auswärtige Catering-Aufträge in ganz Davos. «Seit letztem Jahr geht es weg von Kaviar und Hummer hin zu regionalen Köstlichkeiten wie Bündnerfleisch, Salsiz oder Egli-Filets», stellt Wyrsch fest.
  • Einige hundert Sicherheitskräfte, darunter zahlreiche Scharfschützen auf den Dächern, bewachen zusätzlich das Promihotel rund um die Uhr. Der Luftraum ist abgesperrt und wird mit Helis bewacht, Spürhunde sind da und ohne Badge kommt niemand rein. Dazu kommen die eigenen Security-Leute, welche die Staatsoberhäupter begleiten und das Hotel jedes Mal vorgängig inspizieren.

Vorfreude auf Sarkozy
Das alles aber werde «mehrfach belohnt», wie Wyrsch betont. «Durch unzählige hoch interessante Begegnungen und Freundschaften, die sich mit den mächtigsten der Welt in all den Jahren ergeben.» So freue er sich etwa besonders, dass Nicolas Sarkozy das diesjährige Forum eröffnen wird, denn der Französische Staatspräsident sei schon früher ein paar Mal privater Hotelgast im «Belvédère» gewesen.

Clintons Bündnerplatte
Dann kommt Wyrsch ins Schmunzeln. «Ich freue mich schon darauf, wenn Bill Clinton plötzlich morgens um vier Uhr wieder mal Lust auf eine währschafte Bündnerplatte verspürt», erzählt er. Oder wenn ein Superstar, wie auch schon Jamie Cullum, für 70 Personen ein Konzert gibt und Sharon Stone Verleger Hubert Burda herzhaft auf die Wange küsst. Oder wenn es, wie auch schon mit Lionel Ritchie, Quincy Jones und Gilberto Gil, weit nach Mitternacht ganz spontan zu einer Jamsession kommt.

André Häfliger, Davos

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