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Der schwarze Zopf ergraut langsam

Schauspieler Steven Seagal wird heute 65 Jahre alt. Während ihm die Filmwelt schon lange den Rücken gekehrt hat, ist er in Russland ein gern gesehener Gast.

Schwarzenegger, Stallone, Van Damme – wer an die Actionstars der Achtziger- und Neunziger-Jahre denkt, darf einen Namen nicht vergessen: Steven Seagal. Der Star mit dem strengen Blick und dem schwarzen Samurai-Zopf wurde heute vor 65 Jahren in Michigan geboren und blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Bereits mit seinem ersten Beruf machte er Schlagzeilen: Seagal war der erste Ausländer, der in Japan Kampfsport unterrichtete. Aikido, Seagals Spezialität, ist eigentliche eine defensive Variante der japanischen Kampfkunst.

Offensiv ging Seagal bei seiner Karriere vor. Nach seinem Umzug nach Los Angeles knüpfte er erste Kontakte in Hollywood, als er beim Bond-Streifen «Sag niemals nie» Sean Connery in der Kampfkunst unterrichtete – und dabei angeblich dem Schotten das Handgelenk brach. Es dauerte weitere fünf Jahre, bis Seagal 1988 mit «Nico» selbst vor der Kamera stand. Der Film kam bei den Kritikern zwar nur mässig an, nahm aber mit 19 Millionen US-Dollar fast das Doppelte des Budgets ein. Dieses Phänomen wiederholte sich bei seinen weiteren Filmen. Als er 1992 mit «Alarmstufe: Rot» endgültig den Durchbruch schaffte, hatte er bereits vier erfolgreiche Filme auf seinem Konto.

In Hollywood galt Seagal aber nicht als talentierter Schauspieler, sondern als notorischer Lügner. Ausserdem provozierte er immer wieder seine Kollegen. Besonders Jean-Claude Van Damme. Als dieser ihn an einer Party in Sylvesters Stallones Haus zur Rede stellte, soll er sich aber schnell aus dem Staub gemacht haben. Doch wie steht es heute um ihn? Seagal produziert seine Filme inzwischen meist selbst. Diese landen direkt auf DVD oder Blu-ray – die Kinosäle hat er seit Jahren nicht mehr erreicht. Während Seagals Filmfiguren meist den gleichen Mustern folgen, schlüpft er privat in ganz verschiedene Rollen. In «Jefferson Parish» ist Seagal zum Beispiel Hilfs­sheriff– ein Nebenjob, den er in eine Reality Show verwandelte. Auch Musik ist ihm nicht fremd: Als Gitarrenspieler hat er zwei Alben aufgenommen – unter anderem mit Stevie Wonder. Als Geschäftsmann produzierte er 2005 mit seinem Unternehmen einen Energy Drink, der 2015 aber wieder von der Bildfläche verschwand. Seit 2013 ist er Botschafter für den russischen Waffenhersteller Orsis.

Überhaupt ist Seagal ein gern gesehener Gast in Russland – und ein Freund von Wladimir Putin, mit dem er sich seit Jahren gut versteht. Die Kameradschaft wurde letzten November mit dem russischen Pass belohnt, den Putin ihm persönlich überbrachte. «Er ist bekannt für seine innigen Gefühle gegenüber unserem Land», teilte Putins Sprecher damals mit. Auch Seagal ist voll des Lobes für den russischen Staatschef: Er sei einer «der bedeutendsten Staatenlenker der Welt». Die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim bezeichnete er 2014 als «sehr vernünftig». Putin ist nicht Seagals einziger Kamerad im Osten – auch Weissrusslands Präsident Lukaschenko zählt zum Freundeskreis.

Federico Gagliano

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