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DEUTSCHLAND: Karl Lagerfeld sorgt mit Aussagen über Merkel für Irritation

Karl Lagerfeld schimpft über die deutsche Politik. Dabei fährt er Kanzlerin Angela Merkel heftig an den Karren und sorgt für viel Irritation.
Christoph Reichmuth, Berlin
Verbale Salven aus dem Abseits: Karl Lagerfeld (84). (Bild: Evan Agostini/AP)

Verbale Salven aus dem Abseits: Karl Lagerfeld (84). (Bild: Evan Agostini/AP)

Christoph Reichmuth, Berlin

«Modisch setzt Lagerfeld Trends – politisch hinkt er hinterher», urteilt die Zeitschrift «Focus» über die jüngsten politischen Äusserungen des seit den 1950er-Jahren in Paris lebenden Modeschöpfers Karl Lagerfeld. Deutschlands berühmtester Modedesigner hat in einem Interview mit dem französischen Wochenmagazin «Le Point» Bundeskanzlerin Angela Merkel für den Aufstieg der Alternativen für Deutschland (AfD) alleine verantwortlich gemacht.

Durch ihr Agieren in der Flüchtlingskrise 2015 habe Merkel schwere Fehler begangen. «Das Paradoxe daran ist, dass Merkel das Böse an die Macht befördert, während sie es reparieren will», so Lagerfeld weiter. Nach dem Einzug der AfD in den Bundestag sässen nun «100 dieser Neonazis im Parlament», so Lagerfeld. «Musste sie sagen, dass man eine Million Migranten willkommen heissen muss? Man muss sich der Vergangenheit, die wir in Deutschland haben, erinnern.» Für ihre Politik «hasse» («déteste») er Merkel, schimpfte «Kaiser-Karl», wie er von manchen Medien bezeichnet wird. «Wenn das weitergeht, gebe ich die deutsche Staatsangehörigkeit auf», fügte Lagerfeld hinzu, der allerdings betonte, auch nicht die französische Staatsangehörigkeit annehmen zu wollen. Der schwerreiche Modeschöpfer bezeichnet sich selbst als Kosmopolit, das Nationendenken sei ihm suspekt.

Muslime die «schlimmsten Feinde der Juden»

Nicht nur «Focus» reagierte mit Kritik auf Karl Lagerfelds aus der Ferne abgegebene, oberflächliche Analyse der damaligen ­Begebenheiten, welche als «plump» eingestuft wird. Auch andere deutsche Medien reagierten irritiert auf die Äusserungen des mutmasslich 84 Jahre alten Wahl-Parisers, der um sein Alter stets ein Geheimnis macht und dessen Markenzeichen neben seinem weiss gepuderten Haarzopf seit 1976 eine dunkle Sonnenbrille ist, die angeblich einen Sehfehler korrigiert.

Bereits Ende des vergangenen Jahres beurteilte Lagerfeld die Verhältnisse in Deutschland auf zumindest fragwürdige Art und Weise, indem er moniert hatte, dass unter Merkel Hunderttausende von Muslimen in das Land eingereist seien. Nach dem Mord Nazideutschlands an Millionen von Juden könne die Bundesregierung nicht «Millionen der schlimmsten Feinde» der Juden – gemeint waren die Muslime – in das Land holen.

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