DIE PROMI-OLYMPIABILANZ: Danke, Beijing: Es war schön und spannend!

Unser Chefreporter André Häfliger zieht Bilanz – und ist rundum zufrieden mit den Olympischen Spielen 2008 in Peking.

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André Häfliger (links) mit Asien-Starjournalist Peter Achten. (Bild Stefan Ragaz)

André Häfliger (links) mit Asien-Starjournalist Peter Achten. (Bild Stefan Ragaz)

Wer an Olympia mehr als vier Stunden zum Schlafen kommt, hat Riesenglück: Gegen 2000 Kilometer auf dem Luzerner Elektro-Dreirad E-Bikeboard, ein paar fürchterlich aufregende Bus- und Taxistunden und meine 7. Olympischen Spiele habe ich jetzt hinter mir. Es war schön, ich bin dankbar. Dass ich so frei arbeiten konnte wie immer, dass sich – ausser den ewigen Dopingfällen – keines der Horror-Szenarien hier abgespielt hat. Und ich freue mich für die vielen netten Menschen, dass China boomt. Aber ich wünsche mir für sie, besonders auch für jene hinter der «Fassade Olympia», dass sie mehr Sorge zu sich und der Umwelt tragen. Ja, es war schön – und es war spannend. Das beweist die Hitliste meiner Promi-Treffs an den XXIX. (29.) Olympischen Sommerspielen von Beijing.

  • Der lockerste Treff. Er fand im Zimmer Nummer 1801 des Grand-Millennium-Hotels statt. Alt Bundesrat Adolf Ogi begrüsste mich so gleich nach seiner Ankunft und bat beim Rasieren auch um ein paar Tipps: «Soll ich hier ein Unterleibchen tragen oder nicht?» Auch wenn er nicht ins IOC gewählt wurde, ist er in der Olympiaszene nach wie vor beliebt. Das habe ich beim Händeschütteln mit Juan-Antonio Samaranch gemerkt. Die erste Frage des Ex-IOC-Chef: «Ist mein lieber Freund Ogi denn auch da?»   
  • Der lustigste Treff. Es war zweifelsfrei jener mit ARD-Waldi&Harry, mit dem in Chur wohnhaften Sportmoderator Waldemar Hartmann und mit seinem die Schweiz anbetenden Chefzyniker Harald Schmidt. Er warte «gerne und geduldig» auf seinen Schweizer Pass und die Ehrenbürgerschaft in Chur, lachte Waldi. «Hehe – ich zeigt dir gerne, wo man das hier alles kaufen kann», grinste Harry beim «Kempinski»-Teetime. 
  • Der traurigste Treff. Es war jener mit Donghua Li, als er mir gestehen musste, wieder Single zu sein. Das Feuer der Liebe zu der in der Schweiz lebenden Studentin Fen Tang sei «leider nach zwei Monaten schon» erloschen, sie würden aber «bestimmt gute Freunde» bleiben.
  • Der längste Treff. Er fand mit Roger Federer und Stanislas Wawrinka statt und dauerte an der schon legendären Goldfeier im Schweizer Haus eine ganze Nacht lang. Bis Federer so um 7 Uhr morgens «We will be back» ins Gästebuch schrieb und sich Richtung New York verabschiedete: «Ich gehe jetzt im Jet schlafen.»
  • Der kürzeste Treff. Er spielte sich in den Katakomben des «Westin» ab, als plötzlich George Bush senior neben dem angehenden Hotelmanager Zachary Fournier und mir stand. Höfliche Begrüssung, froh sein, ein Schweizer zu sein und fragen, ob man ein Bild machen darf mit dem tüchtigen Walliser. «Ja gerne, aber machen sie es schnell, schnell, sonst kommt der Sicherheitsdienst?» Klick – und weg!
  • Die verblüffendsten Treffs.Cindy Crawford (42) verriet mir, dass sie seit 13 Jahren im Gesicht mit Botox nachhilft. Bei Pionier Bertrand Piccard erfuhr ich, dass er im Frühling mit seinem Solarflugzeug erstmals mitten in der Nacht, morgens um 4 Uhr, abheben will und bei Starkoch Anton Mosimann, dass er im englischen Königshaus schon mal eine Suppe versalzen hat. 
  • Die hilfreichsten Treffs. Ich durfte auch mal was geben: Bundespräsident Pascal Couchepin die Handynummer von Fabian Cancellara, damit er diesem zur ersten Schweizer Medaille hier gratulieren kann. Oder für Ex-Fechtstar Christian Kauter via Sepp Blatter ein Ticket, damit dieser das erste Gefecht seines Sohnes Michael Kauter im Stadion miterleben konnte. 
  • Die eindrücklichsten Treffs. Es waren jene mit Wirtschaftskapitänen wie Nestlé-VR-Präsident Peter Brabeck, Stadionbauer Bruno Marazzi, Montreux-Jazzfestival-Gründer Claude Nobs, Swatch-Konzernchef Nick Hayek und Ex-Schindler-Manager und Ex-Botschafter Uli Sigg. Weil sie die Begeisterung, aber eben auch die nötige Distanz zum Sport haben und wie keine anderen tiefer gehende Zusammenhänge verständlich erklären können.

André Häfliger, Peking