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Dieses Geschenk begeistert ein Dorf

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Yasmin.kunz@luzernerzeitung.ch
Gregor Meyer aus Geiss hat dieses Mohnblumenfeld für seine Frau zum Geburtstag angepflanzt. (Bild: Nadia Schärli (Geiss, 26. Juni 2017))

Gregor Meyer aus Geiss hat dieses Mohnblumenfeld für seine Frau zum Geburtstag angepflanzt. (Bild: Nadia Schärli (Geiss, 26. Juni 2017))

Ein normales Mohnfeld, denken Sie jetzt. Füllt die Zeitung so das Sommerloch? Mohnfelder gibt es im Kanton Luzern schliesslich mehr als jenes auf dem Bild. Auch in der Kulisse versteckt sich nichts Aussergewöhnliches. Tannen sind Tannen, Berge sind Berge, Wolken sind Wolken.

Warum also dieses Bild? Weil es eine Geschichte erzählt. Und zwar jene von Gregor Meyer und seiner Frau Prisca aus Geiss. Gregor hat dieses Feld für seine Gattin bepflanzt – ein Geburtstagsgeschenk. Es war schliesslich ein runder Ehrentag. Weil man generell ab zirka 30 Jahren ungern über das Alter redet, sei an dieser Stelle auch nicht verraten, den wievielten Geburtstag seine Prisca feierte.

Gregor Meyer ist der Erschaffer dieser «göttlichen Pracht», wie er es nennt. «Meine Frau wollte schon vor zehn Jahren ein Feld voller Mohnblumen. Sie musste sich also ein bisschen gedulden, bis ihr Wunsch in Erfüllung ging», sagt er mit einem Schmunzeln. Meyer, von Beruf Landwirt, hat für den Anbau des Mohns viel recherchiert – etwa, wann der beste Zeitpunkt zur Bepflanzung des Ackers ist.

Sein Zeitplan ging auf: Am Geburtstag seiner Frau stand das Geschenk, fast so gross wie ein Fussballfeld, in voller Blüte. Das war eine Überraschung. Nicht nur für Prisca Meyer, sondern für das ganze Dorf. «Wir hatten dieser Tage viel Besuch, und alle bestaunten und fotografierten dieses Feld», sagt er. Zu den Schaulustigen gehörten auch Personen ausserhalb von Geiss – wie etwa unsere Fotografin Nadia Schärli.

Was viele wohl nicht wissen: Prisca Meyer ahnte, dass ihr Mann etwas in dieser Art ausheckt. Es ist ja auch nicht einfach, ein solches Geschenk zu verheimlichen. Als es im März nochmals schneite, sagte sie zu ihrem Mann: «Vielleicht hätte ich mir doch besser eine Perlenkette gewünscht.»

Fest steht nun: Es ist weder ein gewöhnliches Mohnfeld noch der Versuch, ein Sommerloch zu stopfen. Es ist ein Liebesbeweis, der über die Dorfgrenze hinaus begeistert.

Yasmin Kunz

yasmin.kunz@luzernerzeitung.ch

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