Echo-Verleihung: Das sind die Gewinner

Altmeister Udo Lindenberg und die deutsche Metal- Band Rammstein sind bei der Echo-Verleihung mit gleich zwei Preisen ausgezeichnet worden. Für einen Aufreger sorgten die beiden Moderatorinnen.

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Udo Lindenberg (links) mit Jan Delay. (Bild: Keystone)

Udo Lindenberg (links) mit Jan Delay. (Bild: Keystone)

Die Show begann mit einem Hammerschlag: «Es ist eine 20.15 Uhr-Sendung - was soll da passieren?» fragte Moderatorin Barbara Schöneberger und tauschte daraufhin einen langen Zungenkuss mit ihrer Kollegin Ina Müller, eine Anspielung auf Madonna und Britney Spears.

Lindenberg wurde am Donnerstagabend in Berlin sowohl als bester Künstler Rock/Pop National als auch für die DVD-Produktion «MTV Unplugged - Live aus dem Hotel Atlantic» geehrt.

«Der totale Hammer», lautete sein Kommentar. Danach musste sich Lindenberg beeilen, weil er in Berlin auch noch ein Konzert seiner «Ich mach' mein Ding-Tour» geben wollte.

Rammstein wurde zum erfolgreichsten nationalen Act im Ausland und als beste Alternative-Band gekürt. Die Trophäe gab es von Schockrocker Marilyn Manson, der sich als «Rrrrammstein»-Fan outete.

Beste nationale Rock/Pop-Gruppe wurde das Duo Rosenstolz, das nicht zur Show erschien. Die Rapper Sido und Bushido, die in «So mache ich es» ihr Gangster-Image pflegen, durften sich den Echo für das beste Video abholen. Die Band Jupiter Jones erhielt den von Hörern gewählten Radio-Echo für den Hit «Still».

Tim Bendzko erhielt den Echo als bester nationaler Newcomer. Den Musikpreis bekam der Berliner Sänger von Lena überreicht, danach sang er zusammen mit Shaggy seinen Hit «Nur noch kurz die Welt retten». Beste internationale Newcomerin wurde die 30-jährige Holländerin Caro Emerald (»A Night Like This»). In der Sparte Club/ Dance gewann der französische DJ David Guetta.

Inniger Auftakt der Echo-Verleihung in Berlin: Ina Müller (links) und Barbara Schöneberger mit einem Madonna/Britney-Spears Gedenkkuss. (Bild: Keystone)
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Nur vier Monate nach seinem lebensbedrohenden Gehirnschlag performt Bap-Sänger Wolfgang Niedecken «Verdammt lang her». (Bild: Keystone)
Sängerin Elizabeth Woolridge Grant alias Lana del Rey. (Bild: Keystone)
Katy Perry im Glitzerlook. (Bild: Keystone)
Extravant: Kary Perry. (Bild: Keystone)
Ina Müller, links, und Barbara Schöneberger führten durch den Abend. (Bild: Keystone)
Rammstein-Sänger Till Lindemann, links, nimmt den Echo entgegen. (Bild: Keystone)
Die Schweiz war durch Dj Bobo vertreten. (Bild: Keystone)
Erfolgreiches Duo: Udo Lindenberg und Jan Delay. (Bild: Keystone)
Rock-Legende Udo Lindenberg freut sich über seinen Echo. (Bild: Keystone)
Katy Perry. (Bild: Keystone)
Helene Fischer freut sich über ihren Echo. (Bild: Keystone)
Ganz schön schmutzig: Ina Müller, links, und Barbara Schöneberger. (Bild: Keystone)
Tim Bendzko mit seinem Echo. (Bild: Keystone)
Mit einem Echo für sein Lebenswerk geehrt: Bap-Frontmann Wolfgang Niedecken. (Bild: Keystone)
Daumen hoch für Caro Emerald. (Bild: Keystone)
Ina Müller zeigt stolz ihren Echo. (Bild: Keystone)
Dabvid Guetta bedankt sich für seinen Echo. (Bild: Keystone)

Inniger Auftakt der Echo-Verleihung in Berlin: Ina Müller (links) und Barbara Schöneberger mit einem Madonna/Britney-Spears Gedenkkuss. (Bild: Keystone)

Perry im Gymnastikanzug

Der Echo-Preis gilt als das Klassentreffen der Musikbranche. Lana Del Rey sang ihren Hit «Video Games», später rockten die Toten Hosen die Bühne. Katy Perry kam in einer Kreuzung aus Glitzer-Robe und Gymnastikanzug.

Ein Preisträger stand schon vorher fest: BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken erhielt die Trophäe für sein Lebenswerk. Für den 60- Jährigen war es der erste grosse öffentliche Auftritt nach seinem Schlaganfall Anfang November.

Eröffnet wurde die Show von einem krachenden Medley deutscher Hits. «Was für ein schöner Donnerstag», jubelte Moderatorin Barbara Schöneberger, eine Anspielung auf einen Satz des frisch gewählten Bundespräsidenten Joachim Gauck.

Im vergangenen Jahr verfolgten im Schnitt 3,51 Millionen TV- Zuschauer die Show. Der Echo wird seit 1992 verliehen und versteht sich als deutsche Antwort auf die Grammys und die Brit Awards. Bei der Preisvergabe spielen die Verkaufszahlen eine zentrale Rolle, daneben gibt es eine Jury.

Am Vorabend wurden bei einem Benefiz-Dinner bereits die erste Trophäen verliehen: Der Graf, Sänger der Band Unheilig, bekam einen Ehren-Echo für sein soziales Engagement. Den Kritikerpreis erhielt das Elektro-Duo Modeselektor mit seinem Album «Monkeytown».

sda

Die Gewinner im Überblick

Album des Jahres: Adele ("21")

Künstler national Rock/Pop:Udo Lindenberg

Künstler international Rock/Pop: Bruno Mars

Künstlerin national Rock/Pop: Ina Müller

Künstlerin international Rock/Pop: Adele

Gruppe national Rock/Pop: Rosenstolz

Gruppe international Rock/Pop: Coldplay

Deutschsprachiger Schlager: Helene Fischer

Volkstümliche Musik: Andreas Gabalier

HipHop/Urban: Casper

Gruppe Rock/Alternative national: Rammstein

Gruppe Rock/Alternative international: Red Hot Chili Peppers

Crossover:Michael Bublé

Newcomer national: Tim Bendzko

Newcomer international: Caro Emerald

Hit des Jahres: Gotye ft. Kimbra ("Somebody That I Used To Know")

Bestes Video national: 23

Radio-Echo: Jupiter Jones

Produzent national: Andreas Herbig, Henrik Menzel, Peter Seifert für Udo
Lindenberg und Andreas Bourani

Kritikerpreis: Modeselektor

Lebenswerk: Wolfgang Niedecken

Ehren-Echo soziales Engagement: Unheilig

Hall Of Fame: Whitney Houston, Amy Winehouse