EIDGENÖSSISCHES JODLERFEST: Wie gut waren Sie im Singen, Herr Merz?

Wie gut können sie eigentlich selber singen, die vielen prominenten Gäste am Eidgenössischen Jodlerfest? Wir fragten am Sonntag beim Festakt auf dem Luzerner Schwanenplatz nach.

Drucken
Teilen
Stadtpräsident Urs W. Studer, Regierungspräsident Markus Dürr und OK-Chefin Ursula Stämmer hiessen den gutgelaunten Bundesrat Hans-Rudolf Merz (von links) in Luzern willkommen. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Stadtpräsident Urs W. Studer, Regierungspräsident Markus Dürr und OK-Chefin Ursula Stämmer hiessen den gutgelaunten Bundesrat Hans-Rudolf Merz (von links) in Luzern willkommen. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

«Ich habe immer sehr gerne gesungen», erzählte der höchste Gast, Bundesrat Hans-Rudolf Merz. «Aber ich bin kein Jodler, obwohl ich eigentlich als Appenzeller prädestiniert dazu wäre. Ich würde auch nie als Gag in eine Tracht stürzen. Dazu habe ich, auch als langjähriger Präsident des Volkskunde-Museums in Stein, viel zu grossen Respekt, Achtung und Ehrfurcht vor dem schönen Schweizer Brauchtum.»

Und wie steht es mit der Gesangsnote in der Schule? «Da reichte es immerhin zu einer 1 bis 2, wobei die 1 die beste Note war.» Und im Rechnen, Herr Finanzminister? «Ui, da brachte ich es nie unter die Note 2. Ich bin heute noch ein schlechter Rechner. Aber ich sage mir immer: Als Finanzfachmann muss man die Bedeutung, die Zusammenhänge und die Wirkungen der Zahlen kennen, verstehen und vermitteln können.» Okay, das beruhigt. Der gutgelaunte Magistrat wurde von Stadtpräsident Urs W. Studer, Regierungspräsident Markus Dürr und OK-Präsidentin Ursula Stämmer beim KKL begrüsst und über die Seebrücke an den Schwanenplatz geführt. Nach dem Festakt war Merz mit den Ehrengästen beim Mittagessen im Schweizerhof.

Gesangsnote 6 für Dürr
Studer machte seine «fröhliche Gesangskarriere bis zum Stimmbruch» bei den Luzerner Sängerknaben. Dürr seinerseits ist stolz, aus einer «sehr musikalischen Familie» zu stammen: «Wir hatten eine Familien-Ländlerkappelle und in der Schule ich hatte eine glatte 6 im Singen.» Und Ursula Stämmer, die in verschiedenen Chören mitsingt, schmunzelte: «In der Pfadi sang ich mit meiner Gitarre jeweils so lange, bis ich heiser war?»

Deutschnote 3 für Müri?
Auch vor allem von seinen «fröhlichen Pfadfinderzeiten» her kennt der Luzerner Divisionär Eugen Hofmeister den Gesang. Bestnote 6 hatte Nationalrat Felix Müri im Singen: «Dafür reichte es im Deutsch nur für eine miese 3.» Genauso erging es dem Schwyzer Landammann und Ex-Kirchenchorsänger Alois Christen, der heute seinen letzten Arbeitstag hat. Sein Zuger Landammann-Kollege Joachim Eder war im Singen «recht gut», dafür in der Physik «rotzschlecht». Nationalrat und Querflöte-Spieler Pius Segmüller, brachte es auf die Singnote 5. Beat Henseler, der Kommandant der Luzerner Kantonspolizei, erinnert sich noch sehr gut an seinen Kanti-Singlehrer: «Der hiess nämlich Erich Singer!»

Note 6 für KKL-Chefin
Mit einer «glatten 6» hatte auch KKL-Direktorin Elisabeth Daluca am Wirtschaftsgymnasium in Basel geglänzt. «Ich konnte mit der Bestnote nur bis zum Stimmbruch mithalten, dann sackte ich urplötzlich zur schlechtesten Note 1 ab.» Regierungsrat Anton Schwingruber erzählte von seinen 6er-Noten im Singen und in der Religion: «Dann war es aber schnell fertig mit den Bestnoten.» Ständerätin Helen Leumann sang nur, um ihre Kinder auf längeren Autofahrten zu beruhigen: «Meine vierjährige Enkelin Sydney, die gerade aus Amerika zu Besuch ist, will aber nach diesem Fest unbedingt jodeln lernen?»

Ministrieren statt Singen
«Sehr gute» Gesangsnoten können auch Nationalrätin Yvette Estermann und Ratskollege Josef Kunz (gründete 1988 den Jodlerklub Grosswangen) vorweisen. Regierungsrat Marcel Schwerzmann ist «sehr stolz» auf seine Musiknote 5. Alt Stadtpräsident Franz Kurzmeyer sang im Kanti-Kirchenchor mit. Nationalrat Otto Ineichen, der Littaus Gemeindepräsident Josef Wicki als «nächsten Luzerner Stadtpräsidenten» vorstellte, konnte wählen: «Entweder Singen oder Ministrieren. Ich entschied mich relativ schnell für das zweite?»

André Häfliger