Ein Makrönli für den Kardinal, der gekochte Rahm einer Ungarin und ein Mandelguetsli aus der Toscana

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Amaretti:Auch in flüssiger Form Von den Amaretti di Saronno erzählt man sich, dass ein junges Paar im Jahr 1718 dem Kardinal von Mailand, der auf Besuch in die Kathedrale nach Saronno kam, eine Gabe überreichen wollte und dafür einen einfachen Teig aus Eiweiss, Bittermandeln und Zucker herstellte. Die Amaretti waren geboren. Carlo Lazzaroni wurde zum Begründer der Amaretti-Dynastie und kaufte nach und nach die kleinen Backstuben auf. Das Originalrezept ging gleich um die ganze Welt und kommt sogar in einem Harry-Potter-Film vor. Als einziges flüssiges Gebäck gilt der Amaretto mit 24 Volumenprozent, der durch eine Infusion der Makronen hergestellt wird.

Panna Cotta:Keine italienische Erfindung Die Panna Cotta, zu Deutsch «gekochter Rahm», stammt aus dem Piemont, wurde aber nicht etwa von einem italienischen Konditor erfunden, sondern von einer Dame aus Ungarn, die im Piemont lebte. Neben Rahm gehören nur Zucker und Gelatine zu den Zutaten. Oft wird die Panna Cotta mit Vanillemark verfeinert und mit Frucht- , Schokolade- oder Caramelsauce verfeinert. Der Fantasie des Kochs sind aber keine Grenzen gesetzt – man findet unzählige Rezepte, um Panna Cotta zuzubereiten und sie auf kreative Art zu verfeinern. In anderen Ländern finden sich ähnliche Varianten dieses Puddings. In Italien steht die Panna Cotta auf jeder Speisekarte.

Cantucci: Mit Vin Santo unschlagbar In Vin Santo getunkt, sind die Cantuccini der Inbegriff eines traditionellen toskanischen Desserts. Sie sind auch als Biscotti di Prato bekannt, denn Mitte des 19. Jahrhunderts begann der Konditor Antonio Mattei in seiner Bäckerei in Prato, nach eigenem Rezept Mandelguetsli zu backen. Sie gelten als die ersten Cantucci und machten den Konditor über Prato und die Toscana hinaus bekannt. Die Backstube existiert noch immer an jenem Ort, wo Mattei die ersten Cantucci aus dem Ofen holte. Dessen Nachfolger, die Famiglia Pandolfini, betreiben die Bäckerei nun in dritter Generation. Das Originalrezept sieht Mandeln vor, Varianten gibt es auch mit Pistazien oder Schokolade. (scw)