Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Ein schlechtes Gefühl bleibt

Stefan Schmid über den Mörder von Rupperswil und das Urteil.
Stefan Schmid
Stefan Schmid. © Benjamin Manser / TAGBLATT (Bild: Benjamin Manser (Benjamin Manser))

Stefan Schmid. © Benjamin Manser / TAGBLATT (Bild: Benjamin Manser (Benjamin Manser))

Zum Glück ist dieser Showdown vorbei.Der Prozess beendet, das Urteil gesprochen. Es war an der Grenze des Erträglichen, was wir in den vergangenen Tagen vorgesetzt bekamen. Details zum Tathergang, zur psychischen Verfassung dieses gestörten Mannes, zu den Qualen, welche die vier Opfer erleiden mussten.

Der Mörder von Rupperswil muss lebenslänglich ins Gefängnis. Anschliessend wird er ordentlich verwahrt. Das bedeutet: Er bleibt bis auf weiteres in Gewahrsam. Nach 15 Haftjahren wird periodisch überprüft, ob die Bedingungen für eine Freilassung erfüllt sind. Das ist nur dann der Fall, wenn von ihm keine Gefahr mehr ausgeht. Sehr wahrscheinlich wird der heute 34-jährige Mann nie mehr freikommen. Und falls doch? Ein aus heutiger Sicht unerträglicher Gedanke.

Das Bezirksgericht Lenzburg hat seinen Job gemacht. Es hat ein Urteil gefällt, das sich an den Leitplanken unseres Rechtsstaates orientiert. Der öffentliche Druck war immens, den Täter lebenslänglich zu verwahren. Die fünf Richter, drei davon Mitglieder der SVP, sahen davon ab, weil die gesetzlichen Bedingungen nicht erfüllt waren. Die Unabhängigkeit der Richter, deren Resistenz gegenüber jeglicher Art von Rachejustiz, ist ein hohes Gut in unserem freiheitlichen Staat. Dennoch bleibt ein schlechtes Gefühl zurück. Viele wollen dem vierfachen Mörder gar keine zweite Chance mehr gewähren.

Unser Rechtssystem aber geht davon aus, dass jeder Mensch besser werden kann. Selbst für einen skrupellosen Täter wie Thomas N. gibt es laut Gerichtspsychiatern eine kleine Chance, geheilt zu werden. Zum schlechten Gefühl gehört, auch dies zu akzeptieren.

Stefan Schmid

redaktion@luzernerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.