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Eine digitale Wundertüte für Strickerinnen

Selbstversuch Ravelry soll eine Webseite sein, sagt Ebba D. Drolshagen in ihrem Buch, «die das Strickerinnenleben vollständig auf den Kopf» stellt? Das will ich probieren.Die Ausgangsbasis: drei Knäuel Baby-Alpaca-Garn von Lang, die vom letzten Strickprojekt übrig geblieben sind. Damit wird die Webseite ravelry.com auf ihre Tauglichkeit getestet. Die E-Mail-Adresse auf einer wolligen Startseite eingeben und ein Link landet im Postfach. Einen Namen auswählen, ein Passwort. Und ich bin drin. Ein Eingangsvideo erklärt auf Englisch – alles ist Englisch hier, davon später –, wie ich mir ein Profil erstellen, Bilder hochladen kann. Ich kann nach Mustern, Garnen, nach Leuten suchen, die ich kenne, und nach Gruppen, deren Mitglieder sich online oder real zum Werkeln, Quatschen, Kaffeetrinken treffen («Swiss Knits» scheint recht aktiv zu sein). Per Lupe können die Kriterien miteinander kombiniert werden. Die Ergebnisse werden im «Notebook» abgelegt und für später gespeichert. Werbung gibt es nicht.

Die Suche: Unter «yarns» gebe ich mein Garn ein. «Lang» allein gibt über 500 Treffer, Baby Alpaca nur noch einen – eine Seite, die das Garn vorstellt: Zusammensetzung, Länge in Metern und Yards. Ich kann weitere Knäuel kaufen oder verkaufen – auf Ravelry gibt es einen lebhaften Garnhandel. Für 937 Projekte wurde das Garn genutzt. Über advanced search kann man nach Kategorien suchen, nach Nadelstärke usw. Ich gebe ein, wie viel Garn (in yards ...) ich noch habe – und sehe 79 Mützen, Schals, Handschuhe, Babypullover. Ein unifarbener Schal von Userin «Uevchen» gefällt mir, weil er sein Zopfmuster auf der Vorder- und auf der Hinterseite zeigt. Uevchen zeigt auf ihrer Seite fünf Fotos des guten Stücks, berichtet, wo sie ihre Wolle gekauft hat – ­im Wollparadies in Hessen, Deutschland – und dass sie Bernd damit beglückt hat. Und vor allem: Dass ihr Muster von Kristin Bellehumeur stammt, die «Palindrome: A reversible Cable Scarf» entworfen hat. Kristin hat auf ihrer Seite das Strickmuster für den Schal mit Zopfmuster auf beiden Seiten «available for free» ins Netz gestellt, also gratis. Glück gehabt: Preise für 7 bis 9 Dollar pro Anleitung sind üblich. Ein Klick – und ich kann loslegen.

Sieben andere Strickerinnen haben zu «Palindrome» Kommentare abgegeben. Eine etwa hat Anfang und Ende geändert, damit sich der Schal nicht einrollt, eine das Muster so variiert, dass es auch für Männer chic aussieht. Alle geben grosszügig ihre Erfahrungen weiter – jeder kann sie nutzen.

Das Ergebnis: Man findet auf Ravelry Muster über Muster, Projekte über Projekte. Wer etwa mit Hilfe von Ebba D. Drolshagens Buch auch ein wenig nach den Designern schaut – der hat für ­ die nächsten Strickwinter ganz schnell ausgesorgt. Meinen Restposten kann ich noch wunderbar nutzen. Das mögliche Problem: Alles ist Englisch, auch die Strickanleitungen. Aber es gibt unzählige Seiten, die die Abkurzungen ins Deutsche ubersetzen. So sieht ein K2, P2 erstmal kryptisch aus, bedeutet aber auch nur zwei rechts (2 Knit stitch), zwei links (2 purl stitch). So lässt sich alles leicht dechiffrieren, sogar ein C8F. ­Ehrenwort! Einfach nicht entmutigen lassen.

Valeria Heintges

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