Eine mögliche Therapie: Lungenvolumenreduktion

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Medizin Im Verlaufe einer schweren COPD kommt es oft zu einer Lungenüberblähung (Lungenemphysem). Grund ist die Zerstörung von Lungenbläschen durch eingeatmete Schadstoffe, allen voran Tabakrauch. «Das führt zu einer chronischen Entzündung, wodurch sich die Trennwände zwischen den Lungenbläschen allmählich auflösen und immer grössere Blasen in der Lunge entstehen», wie es auf www.lungenaerzte-im-netz.de  heisst. Das überblähte Gewebe behindert die Atemmechanik und den Gasaustausch (Aufnahme von Sauerstoff ins Blut, Abgabe von Kohlendioxid). Patienten verspüren oft Atemnot, in fortgeschrittenem Zustand selbst in Ruhe.

Trotz medikamentöser Therapie leiden diese Patienten oft unter einer erheblichen Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität. Ihnen kann zum Teil durch eine chirurgische oder endoskopische (bronchoskopische) Lungenvolumenreduktion geholfen werden. Dadurch vermindert sich die Überblähung, wodurch im Endeffekt Atemmechanik und Allgemeinzustand verbessert werden.

Bei der endoskopischen Lungenvolumenreduktion werden spezielle Einwegventile implantiert, die das Lufteinströmen beim Einatmen verhindern, aber das Ausströmen von Luft und Sekret erlauben. Mithilfe dieser Ventile verringert sich die Überblähung schrittweise und führt schliesslich zum Kollabieren des nicht belüfteten, funktionseingeschränkten Lungenbereichs.

Eine zweite Möglichkeit ist das Einsetzen von sogenannten Coils. Das sind spezielle Drähte, die sich nach dem Implantieren in den überblähten Bereich spiralförmig zusammenziehen und umgebendes Gewebe mit sich ziehen, also quasi zusammenraffen und auf diesem Weg stilllegen.

«Der Anteil an COPD-Patienten, die eine endoskopische Lungenvolumenreduktion erhalten, ist eher gering, und sie müssen sehr gut ausgewählt werden, deshalb kommt nur etwa einer von hundert dafür in Frage», dämpft Marcus Hesse, Chefarzt Pneumologie am Luzerner Kantonsspital Sursee und Wolhusen, übertriebene Erwartungen. Jene aber, die für den Eingriff in Frage kommen, profitieren. Hesse: «In 80 Prozent der Fälle wird eine Besserung erreicht, in 20 bis 30 Prozent sogar eine sehr deutliche.» (hag)