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EIS: Die Gelateria im eigenen Haus

Probieren Sie doch einmal, Glace selber zu machen. Dann bestimmen Sie, was drin ist. Und begeistern nebenher erst noch Ihre Gäste.
Alexandra Fitz
Auch zu Hause kann man Glace perfekt hinbekommen. (Bild: Getty)

Auch zu Hause kann man Glace perfekt hinbekommen. (Bild: Getty)

Alexandra Fitz

Tarte Tatin mit karamellisierten Apfelringen, lauwarm serviert und dazu ein cremiges Sauer­rahm­eis. Schmeckt wie Weihnachten und Geburtstag zusammen. Doch just dieses eine Mal fand der Vater kein Sauerrahm­eis. Ausverkauft, nicht im Sortiment. Voller Tatendrang fuhr er in einen Grosshandel mit Haushaltgeräten und kaufte kurzerhand eine Eismaschine. «So schwer kann das ja nicht sein», sagte er und setzte sich mit dem Kasten an den Küchentisch. Las, studierte, tüftelte.

Am Abend stellte er einen robusten Edelstahltopf, der an eine Milchkanne mit Henkel erinnert, in die Mitte des Tisches. Mit dem Gefühl vollständiger Zufriedenheit liess er ein paar kleine Dessertlöffel daneben fallen. Drumherum sassen wir, die Tester des frischgebackenen Gelatiere. Wir stachen zu und löffelten direkt aus dem kühlen Eisbehälter. Banane. «Boah, das schmeckt so richtig nach Banane, nicht so wie diese künstliche, gelbe Chemiepampe.»

Voller Erfolg für den Vater

Eine Stunde verging und es folgte der nächste Eiskübel, bis zum Rand gefüllt mit der Sorte Joghurt. Die Gäste löffelten wieder zufrieden. Diesmal aus kleinen Tellerchen, die Gelateria a casa gewann an Professionalität. Spätestens als der Icemaker die ­Sauerrahmglace für den nächsten Tag auftischte, wollten die Besucher diese Wundermaschine selbst beäugen. In der Küche schauten sie auf diesen unspektakulären, rechteckigen Kasten, der vor sich hinwerkelt.

Seit diesem Tag ist die Glacemaschine Familienmitglied und oft auch gern gesehener Gast bei Freunden. «Können wir am Wochenende die Eismaschine ausleihen?» Klar, denn mittlerweile warten im Tiefkühler noch einige Portionen Glace als Reserve. Aber frisch ist das Eis am besten, da cremig. Und mit der Begeisterung des Vaters schmeckt es besonders gut. Noch Wochen nach seinem Debüt rissen wir am Telefon den Witz: «Was tut Vater?» und antworteten gleich selbst: «Er ist am Eisen.»

Es zeigte sich, wie einfach es doch ist, Glace zu Hause zu machen, mit den Zutaten, die man will, wann man will. In einer guten Gelateria haben die prächtigen Kugeln ihren Preis. Ausserdem ist nicht immer eine exzellente Gelateria in der Nähe, und heute, wo doch jeder gesund und bewusst essen möchte, bestimmt man zunehmend am besten selbst, wie viel Rahm und Zucker hineinkommt. Oder ob man die fetteren Zutaten gleich durch ­kalorienärmeres Joghurt oder leichtere Sauermilch ersetzt.

Die Maschine rührt und rührt

Natürlich kann man auch ohne Glacemaschine arbeiten, aber das Eis wird nicht so cremig. Man beisst auf kleine Wasserkristalle, und das Eis knirscht mehr zwischen den Zähnen, als dass es weich und samtig auf der Zunge zergeht. Einverstanden, für Wassereis oder Plastikformen mit Stil reicht das aus. Aber für Rahm­glace braucht es ständiges Rühren in der Kälte. Und das übernimmt die Maschine.

Mit Kompressor ist es besser und teurer

Es gibt zwei Varianten. Gemäss einem Kassensturz-Test sind Geräte mit Kompressoren besser (und meist auch teurer). Ohne bedeutet, dass man ein Kühlaggregat verwendet, das vorher gekühlt werden muss. Mit bedeutet, dass aktiv gekühlt wird. Einem spontanen Glaceplausch steht nichts im Weg, die Glace ist in 30 Minuten auf dem Tisch. So kann das Eis auch erst dann drehen und drehen, wenn die Gäste längst da sind. Und seien wir ehrlich, es macht Eindruck, wenn man dem Besuch selbst gemachte Rosen-Milch- oder Brombeer-Zitronenmelisse-Glace auftischt.

Es gibt viele Modelle von Maschinen. Kaum fehlgehen kann man mit der Marke Unold, sie erhält überall gute Bewertungen. Es gibt aber auch andere gute Maschinen. Lassen Sie sich beraten und stimmen Sie den Kauf auf Ihre Bedürfnisse ab.

Coole Tipps des Fachmannes

Glace-Experte Hans-Peter Jaeger macht zwar keine Glace zu Hause. Der Geschäftsführer der im Berikon AG domizilierten Firma «Glaces und Sorbets Lipp» ( www.glaceslipp.ch ) sitzt ja auch so schon direkt an der süssen Quelle. Sein Eis ist so beliebt, dass etwa Köchin Meta Hildebrand neben einer hausgemachten ­Honigglace auch Lipp-Glace in ihrem Restaurant anbietet.

Doch der Fachmann gibt ein paar Tipps für die Gelateria daheim: «Nur die besten Früchte verwenden, am besten aus der Region.» Auch er sieht den Vorteil beim Selbermachen, dass man bei der Süsse variieren kann. Er warnt aber: «Einen gewissen Zuckeranteil braucht es, damit die Glace geschmeidig wird und sich gut streichen lässt. Sonst wird sie zu hart.»

Das muss auch der brave Gelatiere daheim noch erfahren. Als man wieder mal anruft, sagt die Mutter: «Der Vater? Der ist am Eisen, heute hat er es besonders hart.»

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