EMIL STEINBERGER: «Dem FC Luzern fehlen Charakterspieler»

«Der Verein bedeutet mir immer noch sehr viel», sagt Emil Steinberger. Entsprechend Leid tut dem 75-jährigen Kabarettisten momentan für den FC Luzern.

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Emil Steinberger. (Bild Nadia Schärli/Neue LZ)

Emil Steinberger. (Bild Nadia Schärli/Neue LZ)

Sind Sie am Samstag auf der Allmend im Stadion anzutreffen?

Emil Steinerger: Nein, ich kann nicht dabei sein. Das letzte Spiel habe ich indes am Fernsehen gesehen...

?und wie bewerten Sie das 0:1 gegen Lugano?

Steinberger: Also mir hat das richtig weh getan – und ich muss leider sagen, dass die FCL-Leistung katastrophal schlecht war. So schlecht, wie ich es in der Tat nie geglaubt hätte. Nur ein, zwei Spielzüge wurden fertig gemacht, es gab keinen Sturm, keine Verteidigung, keinen Zusammenhalt im Team. Ganz anders bei Lugano, die jeden FCL-Spieler am Ball sofort mit drei, vier Mann umstellten. Da fragte ich mich: Woher haben die denn das Personal? Und wo fehlt es beim FC Luzern, der mit dieser Erstliga-Qualität, das muss ich leider annehmen, sicher absteigen wird.

Sind sie optimistisch, dass der FCL den Ligaerhalt schafft?

Steinberger: Nun, ich möchte es dem FC Luzern von Herzen gönnen! Aber dazu brächte es im zweiten Spiel eine hundertprozentige Steigerung, einen gewaltigen Effort. Da muss wie bei Lugano einfach die Post abgehen. Aber meiner Ansicht nach fehlen dem FCL dazu einfach zwei, drei richtige Charakterspieler.

Was würde ein FCL-Abstieg für Sie bedeuten?

Steinberger: Es wäre sicher auch eine Chance. Zeit, durchzuatmen, einen totalen Neuanfang zu machen, experimentieren. Um dann in alter Frische im neuen Stadion glorreich den Wiederaufstieg zu feiern!

Welche Beziehung haben Sie zum FC Luzern?

Steinberger: Als Kind ging ich schon mit meinem Vater auf die Allmend oft an die Spiele – und früher dann auch mit meinem Sohn Philipp. Da ich heute in Montreux lebe und auch viel im Ausland bin, verfolge ich den FC Luzern heute intensiv aus der Ferne. Der Verein bedeutet mir immer noch sehr viel. Blau-weiss auf grünem Rasen – das allein strahlt doch schon viel Frische aus. Dann das treue Publikum aus der ganzen Region Zentralschweiz, das ist doch einfach fantastisch!

André Häfliger