Emil Steinberger für sein Lebenswerk geehrt

In der TV-Show «SwissAward - Die Millionengala» im Zürcher Hallenstadion sind am Samstagabend die «Schweizer des Jahres» erkoren worden. Marianne Kaufmann und Rolf Maibach wurden für ihr Engagement in Haiti geehrt. Und Emil Steinberger für sein Lebenswerk.

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Emil Steinberger freut sich über seinen Lifetime Award. (Bild: André Häfliger)

Emil Steinberger freut sich über seinen Lifetime Award. (Bild: André Häfliger)

Marianne Kaufmann und Rolf Maibach sind Schweizer des Jahres 2010. Dieer beiden humanitären Helfer in Haiti erhielten am Samstagabend über 19 Prozent der Stimmen des Fernsehpublikums.

Normalerweise sei sie nicht so schnell sprachlos, nun wisse sie aber nicht, was sagen, sagte Kaufmann bei der Ehrung. Die 27-Jährige und der 67-Jährige wurden ausgezeichnet für ihren couragierten und unermüdlichen Einsatz im Erdbebengebiet Haitis.

Die junge Pflegefachfrau und der Arzt arbeiten im Albert- Schweitzer-Spital in Deschapelles. Sie erhielten am Abend ebenfalls den SwissAward in der Kategorie Gesellschaft.

Die Namen von Kaufmann und Maibach werden nun neben jenen der acht bisherigen Schweizerinnen und Schweizern des Jahres in den Gedenkstein auf der Älggi-Alp im Kanton Obwalden, dem geografischen Mittelpunkt der Schweiz, eingemeisselt. Ihre Vorgänger sind René Prêtre, Eveline Widmer-Schlumpf, Jörg Abderhalden, Köbi Kuhn, Peter Sauber, Lotti Latrous, Roger Federer und Beat Richner.

Ebenfalls verliehen wurde an der Gala der Lifetime-Award. Kabarettist Emil Steinberger nahm den Preis für sein Lebenswerk überrascht entgegen. «Es freut mich, dass ich euch weiterhin mit Humor besprühen darf», bedankte der 78-Jährige sich in seiner Dankesrede.

Lifetime-Awardgewinner Emil Steinberger (Bild: André Häfliger)
22 Bilder
Marianne Barthelmy-Kaufmann und Rolf Maibach, Schweizerin und Schweizer des Jahres 2010. (Bild: André Häfliger)
Hahn im Korb: Lifetime-Awardgewinner Emil Steinberger mit seiner Ehefrau Niccel (rechts) und Galamoderatorin Sandra Studer. (Bild: André Häfliger)
Marianne Barthelmy-Kaufmann, Schweizerin des Jahres 2010, mit ihrem Ehemann Patrick Barthelmy. (Bild: André Häfliger)
Freude herrscht: Lifetime-Awardgewinner Emil Steinberger mit seiner Ehefrau Niccel. (Bild: André Häfliger)
Im Rampenlicht: Lifetime-Awardgewinner Emil Steinberger. (Bild: André Häfliger)
Im Rampenlicht: Lifetime-Awardgewinner Emil Steinberger. (Bild: André Häfliger)
Stolze Preisträger: Rolf Maibach, Marianne Kaufmann und Emil Steinberger (von links). (Bild: André Häfliger)
«Ihr send alles Luusbuebe und Luusmeitli», sagte Steinberger zum Publikum, der unter einem Vorwand in die Show gelockt wurde. (Bild: André Häfliger)
Da war er noch ahnungslos: Emil Steinberger mit Gattin Niccel vor der Show. (Bild: André Häfliger)
Sportlerin des Jahres Ariella Kaeslin mit Politikerin des Jahres Pascale Bruderer. (Bild: André Häfliger)
Klaus Schwab, Gründer des World Economic Forums, mit Ehefrau Hilde. (Bild: André Häfliger)
Doppel-Nomination: Die ehemaligen Bundesräte Moritz Leuenberger (links) und Adolf Ogi. (Bild: André Häfliger)
Beat Villiger, Chef des Paraplegiker-Zentrums Nottwil, mit seiner Ehefrau Nicky. (Bild: André Häfliger)
Migros-Chef Herbert Bolliger mit seiner Ehefrau Beatrice. (Bild: André Häfliger)
Der ehemalige «Tagesschau»-Chef Heiner Hug mit seiner Partnerin, «Tagesschau»-Redaktorin Beatrice Müller. (Bild: André Häfliger)
Der Luzerner Regierungsrat Anton Schwingruber mit seiner Ehefrau Lisbeth. (Bild: André Häfliger)
Ex-SBB-Chef Benedikt Weibel mit seiner Ehefrau Verena. (Bild: André Häfliger)
Zürich Filmfestival-Chefin NAdja Schildknecht mit ihrem Partner, CS-Vizepräsident Urs Rohner. (Bild: André Häfliger)
Der Luzerner Mister Schweiz Jan Bühlmann traf an der Gala Miss Zentralschweiz Chantal Heggli als SF-Kamerafrau bei der Arbeit. (Bild: André Häfliger)
Ex-Mister Schweiz Renzo Blumenthal mit seiner Ehefrau Ladina. (Bild: André Häfliger)
Seiltänzer David Dimitri mit seiner Ehefrau Christine Meyer, Chefin der SF-Talkshow «Club». (Bild: André Häfliger)

Lifetime-Awardgewinner Emil Steinberger (Bild: André Häfliger)

Fünf Auszeichnungen verliehen

Nicht zwingend leer ausgehen mussten die restlichen Nominierten. Am Samstag wurden auch die «SwissAwards 2010» in den Kategorien Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Politik und Show vergeben. Eine 100-köpfige Jury wählte aus 15 nominierten Schweizer Persönlichkeiten die Gewinnerinnen und Gewinner aus.

Den Preis in der Kategorie Kultur erhielt der Schriftsteller Martin Suter, der als «erfolgreichster Schriftsteller der Schweiz» regelmässig Bestseller schreibe. Der Wirtschaftspreis ging an Felix Richterich. Der 52-jährige Unternehmer positionierte sein Kräuterbonbon Ricola weltweit als Nummer 1.

Die Auszeichnung in der Kategorie Show holte die Berner Sängerin Sophie Hunger. Mit ihren melancholischen Liedern füllte sie Konzertlokale von Paris bis Prag.

Und zur Politikerin des Jahres gewählt wurde die ehemalige Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer. Die 33-jährige Aargauer SP- Politikerin sei die Vorzeige-Vertreterin einer neuen Politikergeneration, hiess es.

Die Sportler des Jahres waren bereits Mitte Dezember gewählt worden. Zusammen mit Schwingerkönig Kilian Wenger standen die beiden Gewinner, der Skispringer Simon Ammannund die Turnerin Ariella Kaeslin, am Samstag ebenfalls zur Wahl für den Titel «Schweizer des Jahres 2010».

Liebeslied im Duett

Durch die Show führte Sandra Studer. Als musikalische Gäste begrüsste die Moderatorin die Schweizer Eurovisionskandidatin Anna Rossinelli, den italienischen Schmusesänger Nek, Pepe Lienhard&Big Band, Naturally 7 und den Freiburger Musiker Gustav mit seinem Chor. Für einen musikalischen Höhepunkt sorgten die Walliser Sängerin Sina und der Berner Musiker Büne Hueber: Im Duett sangen sie das Liebeslied «Ich schwöru».

Die Gala, die in allen Landesteilen ausgestrahlt wurde, ist eine Veranstaltung von Schweizer Fernsehen, Swisslos, «Blick» und weiteren Partnern.

sda

Die Helden der Promis
Welches waren denn die ganz persönlichen Heldinnen und Helden 2010 der prominenten Gala-Gäste? Lifetime-Gewinner und Kabarettist Emil Steinberger war sich mit seiner Ehefrau Niccelsofort einig: «Das ist Sebastian!» Wie bitte? Formel 1-Weltmeister Sebastian Vettel? «Nein, nein», schmunzelten die beiden. «Wir meinen natürlich unser acht Monate altes Enkelkind Sebastian, der ist so süss und lieb.» Für Weltklasse-Turnerin Ariella Kaeslinaus Meggen, die bereits zum dritten Mal nominiert war, sind es «alle Menschen, die sich nie in den Vordergrund stellen uns auch im vergangenen Jahr ganz im Stillen Gutes vollbracht haben.» Für die ehemaligen Bundesräte Adolf Ogi(kam direkt vom Skirennen in Adelboden) und Moritz Leuenberger, die in der Sparte Politik im Zweier-Ticket nominiert waren, sind es unsisono «alle Wählerinnen und Wähler, welche den Durchstick am Gotthardtunnel erst möglicht gemacht haben.»

Padi dankt seinem Chor

Die persönlichen Helden des Schwyzer Sängers Padi Bernhardwaren die Mitglieder seines zweitplazierten Chores der TV-Sendung «Kampf der Chöre». Und das feiert er am 8. Februar in Brunnen mit einem Dankeskonzert für alle Chor-Fans - und mit einem neuen, eigenen Lied. «Es ist einmal mehr meine Ehefrau Nicky, denn sie ist jene, die mich am besten versteht», erklärte Beat Villiger(hielt die Laudatio in der Sparte Gesellschaft), der Chef des Paraplegiker-Zentrums Nottwil, ganz gerührt. «Für mich ist es Cornelio Sommaruga, den man zu Recht in der Kategorie Politik nominiert hat. Ich durfte den ehemaligen IKRK-Präsident letztes Jahr kennen lernen - eine faszinierende Persönlichkeit. Er hat enormes Geleistet und ist ein unermüdlicher Kämpfer gegen Streubomben.»

André Häfliger / Neue LZ