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ENERGIE: Solarstrommarkt: Nicht nur eitel Sonnenschein

Die Sonnenenergie erlebt einen weltweiten Aufschwung, in der Schweiz stagniert der Solarstrommarkt dagegen. Gar rückläufig ist die Nutzung der Solarwärme für Wasser und das Heizen, wie Swissolar erklärt.
Bruno Knellwolf
Der Solarpreis 2017 ging an das Schaffhauser Stadion mit 8707 m2 Fotovoltaikfläche. (Bild: PD)

Der Solarpreis 2017 ging an das Schaffhauser Stadion mit 8707 m2 Fotovoltaikfläche. (Bild: PD)

Solarenergie hat viele Sympathien. Die Sonne könnte der Schweiz theoretisch jährlich 200-mal mehr Energie liefern, als wir brauchen. Doch so einfach ist das nicht, und der Schweizerische Fachverband für Sonnenenergie Swissolar meldet, die Marktentwicklung der Solarenergie habe im Jahr 2017 stagniert.

Weltweit wird mehr Sonnenenergie für die Stromerzeugung genutzt. Gemessen an der installierten Leistung war Solarstrom aus Fotovoltaik (PV) die Erzeugungstechnologie, die im Jahr 2017 weltweit am meisten zugelegt hat. Diese rund 100 Gigawatt sind 33 Prozent mehr als im Vorjahr und könnten theoretisch das Doppelte des jährlichen Schweizer Stromverbrauchs decken. Und die Experten rechnen für 2018 mit einem weiteren globalen Wachstum bis 50 Prozent.

In der Schweiz macht die Sonne weniger Strom. Die 2017 neu installierte Solarleistung dürfte bei 250 bis 270 Megawatt liegen. Das entspricht etwa 1,6 bis 1,8 Millionen Quadratmeter oder 225 bis 250 Fussballfeldern. Damit steige der Anteil des Solarstroms am Schweizer Stromverbrauch um ein halbes Prozent auf rund 3 Prozent.

Für 2018 wird ein leichtes Wachstum erwartet auf über 300 Megawatt Solarleistung. Die optimistischere Einschätzung begründet David Stickelberger, Geschäftsleiter von Swissolar, mit den günstigeren Rahmenbedingungen aufgrund des ersten Massnahmenpakets der Energiestrategie 2050. «Dies beendet die Unsicherheit der letzten Jahre», sagt Stickelberger. Nun stünden wieder Mittel zur Förderung grösserer Fotovoltaikanlagen bereit. Von der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) komme zwar wenig, dafür aber über eine Einmalvergütung, die bis zu 30 Prozent der Investitionskosten einer Anlage abdecke. Vereinfacht werde zudem die Bildung von Eigenverbrauchsgemeinschaften. Und das Betreiben einer gemeinsamen PV-Anlage über die Grundstückgrenzen hin­aus sei neu möglich. Ein Gewerbebetrieb darf sich jetzt mit angrenzenden Wohnbauten zusammentun. «Damit kann deutlich mehr Strom gleichzeitig vor Ort konsumiert werden, anstatt ihn an den Netzbetreiber zu verkaufen», sagt Stickelberger.

Am besten ist es, wenn der erzeugte Strom sofort und am Ort verbraucht werden kann. Auch weil die Speicherung des Stroms schwierig ist. Gehofft wird auf eine künftige Speicherung der Solarenergie im Haus selbst: in grossen Hausbatterien, Wasser- oder Erdspeichern. «In Deutschland wird jede zweite neue Einfamilienhaus-PV-Anlage mit Batterie gebaut, weil es wirtschaftlich interessant ist. Bei uns ist das noch nicht so weit, aber trotzdem sind es einige hundert pro Jahr», sagt Stickelberger. Alternativen seien Quartierbatterien, an der sich mehrere Hausbesitzer anschliessen. In Basel werde das schon angeboten. Eine bewährte Technologie sei der Wasserspeicher, der aber aus Platzgründen fast nur in Neubauten möglich sei. Bleibt noch die Speicherung von Energie im Boden. «Die Regeneration von Erdsonden für Wärmepumpen mit Solarwärme wird immer wichtiger, vor allem bei Siedlungen und Mehrfamilienhäusern», erklärt Stickelberger. Sommerüberschüsse könnten so genutzt werden.

Solarthermie wird weniger genutzt

Die Nutzung der Sonne nicht für den Strom, sondern für die Warmwasserbereitung und das Heizen, die Solarthermie, ist im Jahr 2017 zurückgegangen, und zwar um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das sind rund 50000 Quadratmeter weniger Sonnenkollektorenfläche. Eine Belebung der Solarwärme sei 2018 nicht zu erwarten. «Im bisher wichtigsten Markt, bei den Einfamilienhäusern, ist die Kombination von Wärmepumpen mit Fotovoltaik zur starken Konkurrenz geworden», sagt Stickelberger. Die tiefen Ölpreise hätten wenig motiviert, Solarwärme auf Hausdächern zu installieren. «Die Preise der Solarwärmetechnologie sind auch nicht im gleichen Mass gesunken wie jene der Fotovoltaik.»

Bruno Knellwolf

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