ERDBEBENDIENST: «Gehen Sie in Deckung»: Das müssen Sie bei einem Erdbeben tun

«Gehen Sie in Deckung!». Dies empfiehlt der Schweizerische Erdbebendienst der ETH Zürich, sollte es in der Schweiz zu einem Erdbeben kommen. Die wichtigsten Punkte im Überblick.

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Eine Schulklasse testet einen Erdbebensimulator. (Bild: Olivier Maire / Keystone (Sion, 18. März 2016))

Eine Schulklasse testet einen Erdbebensimulator. (Bild: Olivier Maire / Keystone (Sion, 18. März 2016))

Das Erdbeben der Stärke 4,6 vom Montagabend, das auch in der Zentralschweiz zu spüren war, ist ohne grössere Schäden verlaufen (wir berichteten »). Laut dem Schweizerischen Erdbebendienst (SED) lassen sich Grösse und Ausmass der Schäden nicht vorhersagen. Mögliche Auswirkungen und Schäden können aber mit einfachen Mitteln verringert werden, Zuhause und in den Ferien.

Vor einem starken Erdbeben

Bei Neubauten, Umbauten und Sanierungen

  • Den besten Schutz vor den Folgen eines Erdbebens bietet eine . Sie verfolgt als oberstes Ziel, den Einsturz eines Gebäudes und damit Todesopfer und Verletzte zu vermeiden.
  • Prüfen Sie, ob der Abschluss einer  sinnvoll erscheint, um das persönliche (finanzielle) Risiko zu mindern.

Gefahrenherde im Gebäudeinnern

  • Sichern Sie Gegenstände, die aufgrund der Erschütterungen beschädigt werden und / oder herunterfallen und dabei Verletzungen verursachen könnten. Dazu gehören beispielsweise Deckenverkleidungen, Regale und ihre Inhalte, Fernseher und Musikanlagen oder Beleuchtungen.

Vorbereitet sein (auf Erdbeben und andere Notlagen)

  • Notvorräte bereithalten ()
  • Ein Erste-Hilfe-Kasten zusammenstellen.
  • Wichtige Dokumente wie Pass oder Führerschein kopieren und für den Ereignisfall bereithalten.
  • Um Stromausfälle zu überbrücken, Taschenlampe, batteriebetriebenes Radio und Bargeld bereit halten (Geldbezug am Bankomat evtl. nicht mehr möglich).

 

Während eines starken Erdbebens

In einem Gebäude

  • In Deckung gehen (z.B. unter einen stabilen Tisch).
  • In Acht nehmen vor herunterfallenden oder umstürzenden Gegenständen (z. B. Regale, schwere Möbel, Fernseher, Musikanlagen und Beleuchtung) sowie die Nähe zu Fenstern und Glaswänden meiden, die zerbrechen könnten.
  • Das Gebäude nur verlassen, wenn die Umgebung sicher ist (wenn z. B. keine weiteren Gegenstände wie etwa Ziegel herunterfallen).

Im Freien

  • Im Freien bleiben, nicht in ein Gebäude fliehen.
  • Nähe zu Gebäuden, Brücken, Strommasten, grossen Bäumen und weiteren Dingen meiden, die einstürzen oder herunterfallen können.
  • An Gewässern Uferbereich verlassen.

In einem Fahrzeug

  • Fahrzeug anhalten und während des Bebens nicht verlassen.
  • Wenn möglich nicht auf Brücken, Tunnels oder in Unterführungen anhalten.
  • Nähe zu Gebäuden am Strassenrand meiden (Einsturzgefahr).

 

Nach einem starken Erdbeben

Im Schadengebiet

  • Auf Nachbeben gefasst sein.
  • Hilfe leisten, ohne sich dabei selbst zu gefährden.Gebäude auf Schäden prüfen. Im Fall von grösseren Schäden Gebäude verlassen.
  • Das Gebäude ist möglicherweise einsturzgefährdet und hält keinem weiteren Beben stand.
  • Vorsicht beim Verlassen des Gebäudes.
  • Gebäude und Umgebung nach allfälligen Brandherden absuchen.
  • Kleinere Feuer bei Möglichkeit löschen und / oder die Feuerwehr alarmieren.
  • Gas-, Wasser- und Stromleitung auf Schäden prüfen und bei Verdacht abschalten
  • Sich über das Radio, Fernsehen oder Internet informieren.
  • Anweisungen der Einsatzkräfte befolgen.
  • Nur in Notfällen telefonieren.
  • Netz für wirkliche Notfälle freihalten.
  • Keine privaten Autofahrten.
  • Strassen für Einsatzkräfte freihalten.
  • Auf Stromausfälle gefasst sein.

Ausserhalb des Schadengebiets

  • Auf Stromausfälle gefasst sein.
  • Ruhe bewahren.
  • Auf Nachbeben gefasst sein.
  • Sich über das Radio, Fernsehen oder Internet informieren.
  • Das Schadengebiet meiden.
  • Nur in Notfällen telefonieren. Das Netz wird überlastet sein und sollte für wirkliche Notfälle freigehalten werden.

Hinweis: Die Bafu-Broschüre «Ist unser Haus erdbebensicher?»


rem