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ERNÄHRUNG: Abnehmen mit morgendlichem Zitronensaft – und was die Ernährungsberaterin davon hält

Zitronensaft auf nüchternen Magen, weniger Kohlenhydrate, Sirt-Food: Im Januar sollen mit Hilfe neuer Diäten die Pfunde schmelzen. Was eine Ernährungstherapeutin davon hält.
Close up of lots of vegetables on fork (Bild: Getty)

Close up of lots of vegetables on fork (Bild: Getty)

Texte: Diana Hagmann-Bula

Teilzeitfasten

Wie die Methode funktioniert: Man hat die Qual der Wahl. Entweder man streicht eine Mahlzeit pro Tag, das Nachtessen oder das Frühstück. Oder man fastet zwei Tage pro Woche und gönnt sich an den anderen fünf Tagen, wonach Magen und Gemüt verlangen. Teilzeitfasten nennt sich das. Es soll den Körper darauf trimmen, von seinen Reserven zu zehren. Sprich: Fett abzubauen. Wissenschafter wollen herausgefunden haben, dass Teilzeitfasten vor Diabetes und Krebs schützt und Langlebigkeitsenzyme stimuliert, die das Altern verzögern.

Was die Ernährungstherapeutin davon hält:«Wer nicht drei Hauptmahlzeiten zu sich nimmt, kann seinen Nährstoffbedarf nur mit Mühe decken. Es fehlt dem Menschen oft an Vitaminen. Beim Teilzeitfasten mag das Gewicht zwar rasch sinken, nachhaltig ist das aber nicht. Zwei Kilo pro Monat weniger, das entspricht einer gesunden Gewichtsabnahme. Sinkt der Zeiger auf der Waage schneller, verliert der Körper hauptsächlich Wasser. Und der Jojo-Effekt ist umso grösser. Ebenfalls können bei zu rasantem Gewichtsverlust die körpereigenen Abbauprodukte Nierensteine oder Gichtschübe auslösen. Sinnvoll ist es hingegen, zwischen den Hauptmahlzeiten vier bis fünf Stunden Essenspause einzulegen und Snacks auszulassen. Der Grund: Der Fettstoffwechsel setzt erst zwei bis drei Stunden nach der letzten Mahlzeit ein», sagt Melanie Sprenger, stellvertretende Leiterin der Ernährungstherapie am Universitätsspital Zürich.

Morgens ein Glas Zitronensaft

Wie die Methode funktioniert: Man steht auf und presst als Erstes eine Zitrone aus, verdünnt ihren Saft mit wenig Wasser und trinkt. Kein Vergnügen, eher eine saure Pille. Das Zitronenwasser (im Idealfall warm) reguliere die Verdauung, entgifte, zügle den Appetit und erleichtere den Weg zum Idealgewicht, heisst es im Volksmund.

Was die Ernährungstherapeutin davon hält: «Wenn Abnehmen so einfach wäre, gäbe es nicht so viele Übergewichtige. Und nicht so viele Diät-Ratgeber. Zitronen bestehen aus Fruchtzucker und Vitamin C, im besten Fall hilft das dem Immunsystem. Bestimmt bringt dieses Ritual aber nichts bei ein paar Kilos zu viel. Entgiftend, dieser Begriff existiert in der Schulmedizin ohnehin nicht. Der Stoffwechsel übernimmt in einem gesunden Körper diese Aufgabe. Ein Schuss Zitronensaft im Wasser kann jedoch das Trinkvergnügen erhöhen, so eine willkommene Abwechslung zu herkömmlichem Wasser sein – und motivieren, mehr zu trinken. Das immerhin ist gesund», sagt Melanie Sprenger.

Low-Carb: Wenig Brot und Pasta

Wie die Methode funktioniert: Mehr Gemüse, mehr Proteine wie Fleisch und Fisch, dafür weniger Kohlenhydrate, also weniger Pasta und Brot: Die Low-Carb-Methode ist schnell erklärt. Kritiker betonen, dass die eiweissreiche Ernährung das Risiko für Herzinfarkt leicht erhöhe.

Was die Ernährungstherapeutin davon hält:«Kohlenhydrate und damit die Kalorienzufuhr zu reduzieren ist angebracht. Kohlenhydrate ganz wegzulassen hingegen nicht. Sie dienen als Lieferanten von Vitaminen, Mineral- und Nährstoffen. In der Folge liegt der Blutzuckerspiegel tief. Das drückt auf die Laune und kann zu Fressattacken führen. Ein Drittel des Tellers ist mit Salat und Gemüse belegt, ein Drittel mit Kohlenhydraten, ein Drittel mit Proteinen wie Fleisch und Fisch: So sieht eine ausgewogene Ernährung aus. Will man abnehmen, füllt man den Teller zur Hälfte mit Gemüse, Kohlenhydrate und Proteine machen noch je einen Viertel aus. Das Volumen bleibt gleich, die Kalorienzahl ist geringer, die Sättigung hält länger an», sagt Melanie Sprenger.

Primal Eating

Wie die Methode funktioniert:Diese Art der Ernährung ist sozusagen eine Weiterentwicklung der Paleo-Diät, bei der Fleisch, Gemüse, Obst, Eier, Nüsse und Samen auf dem Speiseplan stehen. Ein Speiseplan fast wie in der Steinzeit. Beim Primal Eating ist zusätzlich Milch erlaubt. Erfinder und Ex-Profiathlet Mark Sisson ist Anhänger des Clean Eating. Seine grössten Feinde auf dem Teller sind Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker, Zucker und Emulgatoren.

Was die Ernährungstherapeutin davon hält:«Die Primal-Eating-Methode bedingt, selber zu kochen – mit frischen Zutaten. Das ist immer gut. Und dennoch finde ich einen Kritikpunkt: Nicht jeder hat Zeit, für jede Mahlzeit eine Stunde lang in der Küche zu stehen. So gesehen verkommt Primal Eating zum Zwang. Und Zwanghaftes ist nie gut. Ebenso wenig halte ich von Verbotslisten. Ohne die kommt auch diese Methode nicht aus. Und was, wenn man mal auswärts essen möchte? Dann wird es schwierig. Es sei denn, man kehrt nur in Restaurants mit entsprechender Philosophie ein», sagt Melanie Sprenger.

Ohne Zucker

Wie die Methode funktioniert: Zucker ist der neue Böse in der Ernährung. Er soll uns süchtig, dick und krank und unsere Zähne kaputtmachen. Besser also ganz auf ihn verzichten, meinen einige.

Was die Ernährungstherapeutin davon hält: «Den Zuckerkonsum der Kalorien wegen zu reduzieren, ergibt durchaus Sinn. Gerade indem man auf Süssgetränke verzichtet, erzielt man rasch viel. Ein Leben ganz ohne Zucker hält aber niemand aus. Etwas Süsses pro Tag gehört zu einem ausgewogenen, gesunden Essverhalten und ist ein Wohlfühl- und Genussfaktor, den man nicht vernachlässigen sollte. Ich empfehle, Schoggi direkt nach dem Mittag- oder Abendessen zu geniessen. Dann beeinflusst die Lust, nicht der Hunger die Menge.

Wer sich mittags für einen Salatteller entscheidet, verspürt um 15 Uhr oft wieder Heisshunger. Eine Reihe Schokolade genügt dann meist nicht. Mehr muss her. Süsses verteufeln will ich aber nicht. Auch Früchte können süchtig machen. Und dort steckt ebenfalls Zucker drin. Unmengen von Früchten zu essen verhindert eine schlanke Figur ebenso wie übermässiger Schoggigenuss. Ob natürlicher oder industriell verarbeiteter Zucker spielt für das Gewicht kaum eine Rolle. Alles ist eine Frage des Masses», sagt Melanie Sprenger.

Sirt-Food: Abnehmen mit Broccoli

Wie die Methode funktioniert: Sirtuin-haltige Lebensmittel liegen im Trend. Sängerin Adele hat damit zu ihrer Wunschfigur zurückgefunden. Broccoli, Chili, Kohl, Knoblauch, aber auch Blaubeeren, Äpfel, Zartbitterschokolade und Petersilie zählen zum Sirt-Food. Sie sollen über Inhaltsstoffe verfügen, welche die Aktivität der Sirtuine im Körper verstärken. Die Enzyme kurbeln unter anderem die Fettverbrennung an.

Was die Ernährungstherapeutin davon hält:«An Spitälern würden wir diese Theorie nie in unsere Beratung einbauen. Das sagt schon alles. Zu einer ausgeglichenen, abwechslungsreichen Ernährung gehören Broccoli, Kohl und Co. zwar tatsächlich, aber eben auch Pasta, Salat, Kartoffeln, Eier, Käse etc. Ohnehin würde ich am liebsten verbieten, Lebensmittel in die Kategorien gesund und ungesund einzuteilen. Nur Salat zum Zmittag ist ebenso ungesund wie nur Hamburger. Normales Essverhalten ist nicht durch schlechte Gefühle geprägt, sondern durch Achtsamkeit. Was tut mir heute gut? Wann bin ich satt? Wer verlernt hat, auf seinen Körper zu hören, kann diese Fähigkeit zurückerlangen. Und zwar, indem er sich auf die Mahlzeit konzentriert, nicht auf Computer oder Handy. Und sich viel Zeit nimmt fürs Essen», sagt Melanie Sprenger.

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