«Es ist mir eine Ehre, das Vogellisi in die Welt zu tragen»

Er zählt zu Österreichs erfolgreichsten Exportschlagern: DJ Ötzi. Mit Songs wie «Anton aus Tirol» und «Hey Baby» stürmte er sogar in England die Charts.

Dominik Buholzer
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DJ Ötzi in Aktion. (Bild: Keystone)

DJ Ötzi in Aktion. (Bild: Keystone)

DJ Ötzi (42), der mit bürgerlichem Namen Gerhard Friedle heisst, absolvierte ursprünglich eine Ausbildung zum Koch. 1995 schmiss er den Kochlöffel hin und widmete sich ganz der Musik. Vor wenigen Wochen kam von DJ Ötzi mit «Es ist Zeit» sein jüngstes Album auf den Markt – mit starkem Schweizer Bezug.

DJ Ötzi, «Es ist Zeit» heisst Ihr neues Album, und damit haben Sie es in der Schweiz, in Deutschland und Österreich gleich unter die besten zehn der Hitparade geschafft. Was macht einen Hit aus?

DJ Ötzi: Ja wenn ich das wüsste, wäre ich ein reicher Mann.

Aber kaum einer weiss wie Sie, wie Partymusik zu klingen hat.

DJ Ötzi: Das ist jetzt aber ein wenig sehr verallgemeinernd. Tatsache ist: Meine Musik tut den Leuten gut, deshalb funktioniert sie auch. Ich bin einfach nur dankbar, dass die neue Platte so gut ankommt. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Ich habe hart dafür gearbeitet.

Nun haben Sie sich auf Ihrer neuen CD dem Vogellisi angenommen. Was macht für Sie der Reiz dieses alten Schweizer Volkslieds aus?

DJ Ötzi: Du musst das Stück nur einmal hören, und schon hast du es den ganzen Tag im Kopf. Das ist ein super Song, er verbreitet Freude.

Funktioniert das Vogellisi denn auch in Deutschland?

DJ Ötzi. Und ob. Es ist mir eine Ehre, diesen Song in die Welt zu tragen.

Verstehen Sie sich ein Stück weit als Brückenbauer?

DJ Ötzi: Cooler Gedanke.

Haben Sie durch das Vogellisi die Liebe zur Schweiz entdeckt?

DJ Ötzi: Ich hatte schon lange vor meiner Karriere als Musiker einen sehr engen Kontakt zur Schweiz. Früher waren es meine Freundinnen, die bei euch wohnten, heute sind es meine guten Freunde, die mich regelmässig in die Schweiz führen. Ich bin supergerne in der Schweiz.

Was fasziniert Sie am meisten?

DJ Ötzi: Wir in Österreich halten ja viel von uns und unserem Land. Aber wenn man ins Wallis, nach Luzern oder ins Berner Oberland kommt, wo all die herrlichen alten Bauernhäuser noch zu sehen sind, wo man Altbewährtes noch belässt, dann ist das halt schon nochmals was anderes.

Können Sie sich denn vorstellen, gar eines Tages in der Schweiz zu leben?

DJ Ötzi: Normalerweise zieht es einen ja in die Schweiz zum Leben, weil man sich hier einen riesigen Vorteil verspricht. Ich bin loyal meinem Land gegenüber und zahle gerne meine Steuern in Österreich. Aber ich könnte mir dies grundsätzlich schon vorstellen, in der Schweiz zu leben.

Die Schweizer Mundart bereitet Ihnen keine Probleme?

DJ Ötzi:Mitnichten. Wenn Sie wollen, können wir das Gespräch auch gerne in Mundart weiterführen. Ich käme problemlos mit. Ich liebe den Schweizer Dialekt.

Wir wollen jetzt mal nicht so sein ...

DJ Ötzi: Jetzt mal im Ernst: Ich find das super, wie das bei euch läuft. In der Schweiz lernt man in der Schule Hochdeutsch, Französisch oder Italienisch und Englisch – dafür können wir Österreicher schon fast ein wenig neidisch werden auf euch Schweizer. Wir tun uns in dieser Hinsicht viel schwerer.

Im vergangenen Jahr traten Sie am Schlager-Open-Air auf der Luzerner Allmend auf. Wann sind Sie das nächste Mal in der Zentralschweiz zu Gast?

DJ Ötzi: Ich war erst vor wenigen Tagen wieder in Luzern. Mir gefällt die Stadt super. Der See mit den Bergen im Hintergrund: Ich liebe Luzern!

Und wie sieht es mit einem Konzerttermin in Luzern aus?

DJ Ötzi: Bis jetzt steht noch nichts fest. Ich würde aber sehr gerne wiederkommen. Ich habe in Luzern viele treue Fans.