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ESOTERIK: Stein sei mit mir

Rosenquarz unter dem Bildschirm, Kristalle in der Trinkwasserflasche, Mineralienstaub in der ­Schönheitscrème: Steine mit Heilkräften sind gefragt. Alles Humbug?
Angela Bernetta
Der Rosenquarz ist der Liebling unter den Heilsteinen, er soll schlechte Energien fernhalten. (Bild: Getty)

Der Rosenquarz ist der Liebling unter den Heilsteinen, er soll schlechte Energien fernhalten. (Bild: Getty)

Angela Bernetta

Von kosmischen Urgewalten geschaffen, formten und prägten Feuer, Erde, Wind und Wasser Steine und Mineralien während Jahrmillionen. Dass insbesondere Edelsteine eine magische Wirkung haben, die weit über ihre optische Anziehungskraft hinausgeht, glaubt man nicht erst seit gestern. Bereits die Universal­gelehrte Hildegard von Bingen (1098–1179) räumte ihnen heilende Kräfte ein. Doch wendet ein schwarzer Turmalin tatsächlich negative Energien ab? Steigert Rosenquarz die Lebensfreude und sorgen Bergkristalle für Ruhe und Harmonie? «Die Stein­heilkunde, also Lithotherapie, ist zwar keine anerkannte Wissenschaft», sagt der Fachpsychologe Rudolf Zogg, «doch ist sie die älteste Heilkunde der Menschheit. Bereits in der Steinzeit trugen unsere Vorfahren Amulette aus Stein zum Schutz vor bösen Kräften.» Jeder Edelstein wirkt in seiner Form, Farbe und Struktur anders. «Heilsteine schwingen und senden dabei sehr feine Frequenzen aus», ist Jean-Claude Lièvre, Lithotherapeut und Präsident der Föderation Schweiz für Litho­therapie (FSL), überzeugt. «Diese Schwingungsenergie kann Physis wie Psyche eines Menschen anregen oder ausgleichen.»

Es gibt keine Belege für die Heilwirkung

«Es gibt keine wissenschaftlichen Belege, die Steinen eine ­heilende Wirkung auf Körper und Geist bescheinigen», sagt hingegen Christoph A. Heinrich, Professor für mineralische Rohstoffe an der ETH in Zürich. Ihm seien auch keinerlei Studien bekannt, welche die Wirkung von sogenannten Heilsteinen untersucht hätten. Auch ohne jeglichen Wirkungsnachweis boomt der Markt für Heilsteine wie zuletzt zu «New Age»-Zeiten. Nachfrage und Glaube an deren glück- und heilbringende Wirkung sind ungebrochen. Dementsprechend umfangreich ist das Angebot rund um die schönen Mineralien. «Vor lauter Steinen sieht man ­bisweilen den Berg nicht mehr», sagt auch Lithotherapeut Rudolf Zogg. «Heilsteine kann man ­auflegen oder als Schmuckstück tragen, aber auch in der Tasche versorgen, auf einen Teller oder unter das Kopfkissen legen oder ins Trinkwasser geben.» Ferner sei Meditation mit Heilsteinen genauso möglich wie Massagen, Mineralbäder und Edelstein­waschungen. Insbesondere die Nachfrage nach Edelsteinwasser und Edelsteinöl in Kombination mit Pflanzen sei gross. «Heilstein-Therapien werden häufig durch alternativ- oder schul­medizinische Anwendungen und oder Beratungen ergänzt», sagt Jean-Claude Lièvre.

Heilsteine ersetzen keinen Arzt

So steht denn auch auf vielen Webseiten für Heilsteine in ­grossen Lettern: «Wir weisen hiermit ausdrücklich darauf hin, dass jegliche Aussagen bezüglich heilender Wirkungen von Steinen auf dieser Website bisher weder wissenschaftlich nachgewiesen noch medizinisch anerkannt sind! Sie stellen weder eine ­Therapie noch eine Diagnose im ärztlichen Sinn dar. Die Verwendung von Heilsteinen darf keinesfalls ärztlichen Rat oder Hilfe ersetzen.»

Heilsteine könnten keinen Schaden anrichten, ist Rudolf Zogg überzeugt. Vorsicht sei allerdings bei Steinheilkundigen geboten, die beispielsweise rasche Genesung versprechen, mit unüberprüfbaren Diagnosen verängstigen oder raten, eine ärzt­liche Behandlung sofort abzu­brechen. «Es empfiehlt sich, einen seriös ausgebildeten Lithotherapeuten aufzusuchen», ergänzt Jean-Claude Lièvre.

Aus dem Bauch heraus den richtigen Stein finden

Nicht jeder Heilstein hilft jedem. Und nicht alle brauchen in verschiedenen Lebensphasen den gleichen Stein. «Die Wahl des richtigen Steins kann intuitiv oder analytisch erfolgen», sagt Jean-Claude Lièvre. Während die intuitive Steinwahl aus dem Bauch heraus getroffen wird, orientiert sich die analytische an der Beschaffenheit eines Edelsteins. Dieser wird auf den Menschen, die individuelle Situation und das vorliegende Problem hin ausgewählt. Essenziell sei, dass der Stein echt sei, damit seine ganze Kraft zum Tragen kommt. Dass Steine Kräfte besitzen glaubt ETH-Professor Christoph A. Heinrich definitiv nicht. Aber, merkt er an, «auch ich bin von Steinen und Mineralien fasziniert, weil sie schön sind und weil sie uns Einblicke in die Entwicklungsprozesse unseres Planeten geben.»

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