EURO-AUFTAKT: Viel Prominenz litt in Basel mit

Enttäuschung, Verzweiflung und sogar Wut machte sich nach der 0:1-Niederlage der Schweiz gegen Tschechien auch unter den vielen prominenten Fans im St. Jakobspark breit.

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Unter den ersten Euro-Zuschauern: SVP-Präsident Toni Brunner mit Gattin Esther. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Unter den ersten Euro-Zuschauern: SVP-Präsident Toni Brunner mit Gattin Esther. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

«So gut spielen, so unglücklich unterliegen und dann auch noch den Spielmacher verlieren – das ist das Schlimmste, was dir als Nationalspieler passieren kann. Das ist der absolute Supergau!» Das waren die Worte von einem, der er wissen muss und daher besonders litt – der 55-fache Natikicker Fritz Künzli. Seine Partnerin, die Schwyzer Entertainerin Monika Kaelin war im ersten Moment regelrecht wütend: «Der Schiri war alles andere als unser Freund. Er hat uns einen Penalty nicht gegeben – und Grygera, der nach dem brutalen Foul an Alex Frei noch gelacht hat, gehört sofort vom Platz gestellt.»

Dann beruhigte sich Monika Kaelin wieder. «Kopf hoch», sagte sie. «An den beiden nächsten Spielen ist das Glück auf unserer Seite, wir werden gewinnen. Schliesslich hat vor vier Jahren Portugal das Auftaktspiel auch verloren und ist sogar noch Vize-Europameister geworden.»

Ein anderer Ex-Natistar trauert vor allem der verpassten, frühen Chance von Alex Frei nach: «Wenn es nach zwei Minuten 1:0 für die Schweiz steht, wäre die Partie gut für uns verlaufen», ist Alain Geiger überzeugt. «Wie verhext: Alex hatte doch schon gegen Slowenien und Liechtenstein frühe Torchancen nicht verwerten können», sinnierte Ex-Skistar Pirmin Zurbriggen, der mit seinem 10-jährigen Sohn Alain kam.

Der Frei-Schock
«Das furchtbare Aus für Alex Frei war für die Mannschaft und für uns alle ein Riesenschock, ein echter Tiefschlag, von dem wir uns leider nicht erholen konnten», analysierte SRG-Generaldirektor Armin Walpen zusammen mit alt Bundesrat Arnold Koller, TV-Direktorin Ingrid Deltenre und TV-Sportchef Urs Leutert, der vor dem Spiel «für ein Unentschieden noch jedes Papier» unterschrieben hätte.

Ogi macht Mut?
Praktisch alle Prominente, einschliesslich etwa der in corpore mit einem Sonderzug angereiste Bundesrat, Boris Becker, Günter Netzer, Peter Sauber, Ottmar Hitzfeld, Paola und Kurt Felix, SVP-Präsident Toni Brunner, Udo-Jürgens-Manager Freddy Burger, der Zuger Curling-Olympiasieger Patrick Hürlimann, Ex-Natikeeper Roger Berbig sowie Ex-Vizemiss Xenia Tchoumitcheva, waren vor dem Spiel noch von einem Schweizer Erfolg vor Heimpublikum überzeugt. Einzig der Schwyzer Nationalrat Bruno Frick hatte eine 0:2-Niederlage vorausgesagt. «Mit dieser Realität müssen wir jetzt leben», sagte alt Bundesrat Adolf Ogi. Und machte den Kuhn-Boys Mut: «Es gibt noch zwei Chancen – packt sie mutig an!»

André Häfliger, Basel