EUROVISION SONG CONTEST: Die Lovebugs wollen durchstarten

Die Lovebugs wollen am (heutigen) Dienstagabend im 1. Halbfinal des 54. Eurovision Song Contest durchstarten. Gelingt ihnen das?

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Die Lovebugs live, hier beim Openair Zofingen im Jahr 2006. (Bild Remo Nägeli/Neue LZ)

Die Lovebugs live, hier beim Openair Zofingen im Jahr 2006. (Bild Remo Nägeli/Neue LZ)

Für den 36-jährigen Lovebugs-Sänger Adrian Sieber ist die Devise mit dem Song «The Highest Hights» in Moskau klar: «Da an diesem Wettbewerb alle im Halbplayback antreten, gibt es nur eines – raus auf die Bühne und sofort Vollgas geben.» Eine der wirksamsten «Waffe» der Lovebugs sei zwar die Liveperfomance. «An eine Konzert hast du normalerweise zwei Songs, um dich aufzuwärmen. Das fällt hier in Russland, wo wir das erste Mal auftreten, jetzt weg», erklärte Sieber, der mit seiner Band gerade erstmals in London und Los Angeles auftrat und schon vor zehn Jahren einmal daran dachte, am Contest mitzumachen. Die Ziele sind nicht umschrieben. «Wir haben in der Band kein einziges Mal darüber gesprochen, wie weit wir kommen», erklärte der 32-jährige Gitarrist Thomas Rechberger. «Am wichtigsten ist, dass wir unsere Musik nach aussen tragen können.»

Schweiz sucht Erfolg
Hoffentlich sehr weit nach aussen, denn die Schweiz ist in den letzten Jahren am Songcontest alles andere als erfolgsverwöhnt. Selbst ein gestandener Showstar wie DJ BoBo schied vor zwei Jahren sang- und klanglos aus. Für den letzten helvetischen Triumph sorgte die damals unbekannte Kanadierin Céline Dion 1988 mit dem Nella-Martinetti-Lied «Ne partez pass ans moi», Lys Assia gewann mit «Refrain» 1956 an der ersten Austragung in Lugano. Unter die Top-Ten schafften es bisher lediglich Peter, Sue&Marc (2 Mal Rang 4), Annie Cotton (Rang 3) und Vanilla Ninja (Rang 8).

Neuer Modus mit Jury
Nachdem der Austragungsmodus der letzten Jahre (nur Publikumsstimmen zählten) unter Dauerbeschuss geriet, führt man in Moskau wieder eine Fachjury ein. Zwar stimmen in den beiden Halbfinals von heute und morgen weiterhin einzig die TV-Fans, aber die Jury darf an beiden Tagen einen zehnten Titel für den Final vom Samstag nominieren. Im Final zählt dann die Stimme der Experten und des Publikums je zur Hälfte. «Ein absolut richtiger Entscheid», kommentiert Lys Assia. «Sicher wird das Zuschanzen von Stimmen unter den einzelnen Ländern weitergehen. Aber andere Länder, die sonst keine Chance hätten, können sich so sicher besser platzieren. Das hoffe ich, wird für die Schweiz endlich der Fall sein.»

André Häfliger