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EXPERTEN ÄUSSERN SICH: Was kann Luzern vom WEF in Davos lernen?

Gibt es für Luzern beim grossen Wirtschaftsforum in Davos etwas zu lernen? Luzerner Fachleute nehmen erstmals Stellung.
Alfred N. Becker. (Archivbild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Alfred N. Becker. (Archivbild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Für Alfred N. Becker, dem Gründer der Luga und Verwaltungsratspräsidenten der Lumag sowie der Messe Luzern, ist klar: «Vom WEF in Davos kann grundsätzlich jeder Ort dieser Welt und auch jede Institution lernen. Was WEF-Gründer Klaus Schwab mit seinem Team in all den Jahren aufgebaut hat, ist weltweit einzigartig und hat Vorbildcharakter.» Weitaus schwieriger sei die Frage zu beantworten, ob Luzern nicht auch einen mit dem Wef in Grössenordnung und Bedeutung vergleichbaren Event lancieren könnte».

«Dazu sind in Luzern in den letzten Jahren immer wieder Ideen entwickelt und auch umgesetzt worden», beteuert Becker. «Aber ein Event in der Grössenordnung wie das Wef in Davos ist bei uns nicht vorstellbar. Dazu fehlt uns schlicht die Infrastruktur.» Luzern sei zwar für Kongresse mit einer Teilnehmerzahl zwischen 500 und 1000 Personen, was den mittleren Grössenbereich ausmacht, geeignet. Auch Tagungen und Versammlungen mit bis 3000 bis 4000 Teilnehmern können noch durchgeführt werden. «Mit dem Bau des KKLs haben wir damals den Grundstein gelegt», erklärt Becker.

An Bedeutung gewonnen
«In den letzten Jahren hat Luzern als Kongressdestination kräftig zugelegt und ist weiterhin am aufholen. Das Europa-Forum etwa ist etabliert, im April kommt neu das World Tourism Forum ins Verkehrshaus, das seine diesbezüglichen Infrastruktur ebenfalls verbessert hat. Auch die Trendtage für Gesundheit im KKL sind zu einer wichtigen, selbsttragenden Tagung geworden. Zudem gibt es neben zahlreichen weiteren Projekten auch ein Vorhaben für einen Energie-Kongress in Luzern.»

Mehr Ausstellungsfläche
Durch den Bau der Universität hinter dem KKL und dank den 55 Millionen Franken kostenden Hallen-Neubauten der Messe Luzern werden sich die Infrastruktur-Verhältnisse bis 2013 «noch wesentlich» verbessern. Bereits bis im August dieses Jahres werden auf der Allmend 27 Millionen Franken für die erste von zwei neuen Messehallen verbaut sein, sagt Becker. «Das ist vor allem wichtig, weil uns doch in Luzern immer wieder nötige Ausstellungsflächen fehlen», meint auch Rudolf Freimann. Für den VR-Präsidenten von Luzern Tourismus steht fest: «Luzern hat gegenüber von Davos den grossen Vorteil, dass es eine sehr grosse, attraktive Ausflugs-Arena sowie eine anziehungskräftige Festival-Szene zu bieten hat. Das kommt am Markt hervorragend an. Dieses Plus setzen wir systematisch und immer erfolgreicher durch.» Luzerns Tourismusdirektor Marcel Perren nennt einige konkrete Kongress-Beispiele in diesem Jahr: « Unter anderem der Jahreskongress der Auslandschweizer, der Schwiezer Ferientag, der Weltkongress der russischen Presse, das Eurovision TV-Summit, der Spar-Handels-Weltkongres mit 2000 und die Hunkeler-Innovationdays mit sogar 4000 Teilnehmern.»

Haefligers Vorschläge
Michael Haefliger, der Intendant des Lucerne Festivals, stellt im Vergleich zum WEF kritisch fest: «In Davos arbeiten alle eng zusammen, bei uns in Luzern wird meiner Ansicht nach noch zu wenig am gleichen Kongress-Strick gezogen, viele wursteln zu stark für sich.» Marcel Perren hält dagegen: «Genau um das zu vermeiden, haben wir in unserer Organisation ein eigenes Segment geschaffen, das sich mit Meetings, Konferenzen und Events befasst. Immerhin beträgt der Anteil Businessgäste im Verhältnis der Logiernächte in der Stadt Luzern 20 Prozent.»

Bessere Infrastruktur
Auch Edwin Rudolf, Vize-Präsident von Luzern Tourismus, betont die «wichtige Vorbildrolle» des WEFs in Davos für den «Business-Tourismus und für die Wirtschaft im ganzen Land». Gleichzeitig hält der Ehrennadelträger der Stadt Luzern und langjährige Chef der Schweizer Olympiahäuser in aller Welt fest: «In Luzern hinken wir in Sachen Kongressbusiness überhaupt nicht hinten nach. Im Gegenteil: Wir befinden uns national im sehr guter Position.» Dies sei in den letzten Jahren vor allem auch deshalb erreicht worden, weil in der Leuchtenstadt neben der Messe Luzern, dem KKL, Radisson-Hotel neue und optimale Kongress-Infrastrukturen entstanden sind. Rudolf: «Etwa in den Hotels Astoria und Montana oder im Verkehrshaus und anderen.»

André Häfliger, Davos

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