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FÄRÖER-INSELN: Wo Schafe Kameras tragen

In Googles Kartendienst sind die Färöer bisher ein weisser Fleck. Doch die Bewohner der abgelegenen Atlantikinseln wehren sich – mit Schafen.
So sehen die Kamera-Schafe auf den Färöer-Inseln aus. (Bild: Visitfaroeislands.com)

So sehen die Kamera-Schafe auf den Färöer-Inseln aus. (Bild: Visitfaroeislands.com)

Niels Anner

So hat man die Färöer noch nie gesehen. Und wahrscheinlich ist es weltweit eine neue Perspektive: Mit Blick vom Rücken eines Schafs herunter lässt sich seit kurzem die atemberaubende Landschaft der Inselgruppe besuchen – und das erst noch vom Sofa aus. «Sheep View» heisst das Ganze, in Anlehnung an den Kartendienst Street View von Google. Für den amerikanischen Softwareriesen liegen die Färöer nämlich etwas zu weit entfernt – die 18 Inseln befinden sich ziemlich genau in der Mitte zwischen Island, Norwegen und Schottland im Nordatlantik. Knapp 50 000 Menschen leben dort, und ein paar Strassen gibt es auch, aber für das Google-Kameraauto sind diese bisher unerreichbar.

«Was tun?», fragte sich Durita Dahl Andreassen aus der Hauptstadt Tórshavn. Auf jeden Fall wollte sie die Arroganz des Suchmaschinenbetreibers nicht akzeptieren. «Es gibt einige der schönsten Landstrassen der Welt auf den Färöern», erklärt die 29-Jährige in einem Online-Video, doch während praktisch die ganze Welt von Google abgefilmt worden sei, fehlten die zum Königreich Dänemark gehörenden Färöer.

Mehr Schafe als Einwohner

Was liegt da näher, als auf das zurückzugreifen, was die Färöer, die Schafsinseln, ausmacht? Kurzerhand startete sie mit dem Tourismusverband des Archipels ein Projekt, um die Landschaft der Färöer zu filmen – auf dem Rücken von Schafen. 80 000 davon gibt es auf der Inselgruppe, also mehr als Einwohner, und sie laufen überall frei herum. Nun kurvt also nicht ein mit Kamera bestücktes Auto herum, sondern einige Schafe trotten durch die Landschaft und filmen. Mit einem Ledergeschirr hat Andreassen ihren Helfern eine durch Solarzellen betriebene 360-Grad-Kamera auf den Rücken gebunden. «Wir erreichen so auch Orte, magische Landschaften, wo Autos gar nicht hinkommen», sagt die ausgebildete Schauspielerin.

Nur Kameras kamen zu Schaden

Vom Resultat gibt es mittlerweile einige Kostproben auf www.sheepview360.com beziehungsweise auf Youtube. Es sind spektakuläre Bilder, bisweilen etwas wacklig, aber mit einer tollen Aussicht über die sanften Wiesenhügel und die schroff abfallenden Steilküsten. Die Kameraschafe sind trittsicher, hoppeln auch mal nah am Abgrund – was das Zuschauervergnügen noch erhöht. Dafür machen die Vierbeiner mal Pause, schnuppern irgendwo, drehen sich im Kreis – Sheep-View-Style. Stören tut das überhaupt nicht, «wir sehen so die Natur», sagt Durita Andreassen. Die Schafe selber scheinen kein Problem mit der Kamera zu haben; dies weiss die 29-Jährige von Tests mit einem Schafexperten – und aus eigener Erfahrung: Ihr Grossvater war auf den Färöern Schafhirte. «Während der Aufnahmen nahm kein Tier Schaden», steht am Ende eines der Sheep-View-Filme; kein Tier, «nur ein paar Kameras ...»

Hoffnung auf Google bleibt

Andreassen lädt die Daten von den Kameras – Bilder und GPS-Koordinaten – herunter, um sie in die Fotofunktion der Google-Karten einzufügen. Allerdings möchte sie noch weitergehen, «um mein Land wirklich in der ganzen Welt bekannt zu machen»: Google soll trotzdem auf die Färöer kommen und die Inseln für Street View filmen. Mit einer Online-Petition ruft Andreassen den Suchmaschinenbetreiber dazu auf – bisher noch ohne Erfolg. Auf jeden Fall kann es aber nicht schaden, dass ihre einzigartige Idee weltweit auf Bewunderung und positives Echo stösst.

Inselbewohnerin Durita Dahl Andreassen hatte eine Idee: Sie wollte die Färöer-Inseln auf dem Kartendienst Google Street View anzeigen lassen. (Bild: Visitfaroeislands.com)
Für den amerikanischen Softwareriesen liegen die Färöer nämlich etwas zu weit entfernt – die 18 Inseln befinden sich ziemlich genau in der Mitte zwischen Island, Norwegen und Schottland im Nordatlantik. (Bild: Visitfaroeislands.com)
«Es gibt einige der schönsten Landstrassen der Welt auf den Färöern», erklärt die 29-Jährige in einem Online-Video, doch während praktisch die ganze Welt von Google abgefilmt worden sei, fehlten die zum Königreich Dänemark gehörenden Färöer. (Bild: Visitfaroeislands.com)
Was liegt da näher, als auf das zurückgreifen, was die Färöer, die Schafsinseln, ausmacht? Kurzerhand startete sie mit dem Tourismusverband des Archipels ein Projekt, um die Landschaft der Färöer zu filmen – auf dem Rücken von Schafen. (Bild: Visitfaroeislands.com)
Und so sehen die Kamera-Schafe auf den Färöer-Inseln aus. (Bild: Visitfaroeislands.com)
5 Bilder

Sheep View: Wo Schafe zu Kameras werden

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